Zarathustra der niemals gegenwärtige (bewusste) Geschichtenerzähler?

Ashitaka, Sonntag, 18.12.2016, 21:12 (vor 3370 Tagen) @ Zarathustra3585 Views
bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 18.12.2016, 21:37

Hallo Zarathustra,

wird Zeit, dass du mal aufwachst aus deiner Sehnsucht nach einem gesetzlich (be)greifbaren Weltenlauf. In Wahrheit suchst du einen Gesetzgeber, einen Gott der die Vorbedingheit setzt. Wir nähern uns einem ganz wichtigen Shift in der Diskussion. Wenn man wie du ständig eine Zeitreise bucht und sich die Welt als eine determinierte Geschichte bloßer Handlungsketten (aktiver Potenzen) in einer kausal geschlossenen Welt vorstellt, dann verfällt man aufgrund der mental simulierten Geschichtenerzählerperspektive (als eine äußere Beobachterperspektive auserdacht) sehr schnell dem Glauben, dass Potentiale in unserer Welt pure Fiktion sind. Man gewöhnt sich daran, sich die Welt potentiell als einen einzig möglichen Lauf zwischen Vergangenheit und Zukunft zu simulieren, als einen vorbedingten Lauf. Deshalb, weil es nur eine einzig nachvollziehbare Vergangenheit gibt.

Potentiale des Menschen sind aber immer eine Frage der Gegenwärtigkeit, des Bewusstseins. Und diese reale Gegenwart ist es, die deine Sehnsucht zu verneinen versucht. Egal wo man etwas von dir ließt, am liebsten flüchtest du vor der Gegenwart in Rückwärtsbetrachtungen. Und dann wird es für dich angenehm. Dann nämlich kann Zarathustra sich den Weltenlauf mental als determiniert vorstellen und aufgrund seiner mentalen Beschränkung (Ausblendung des Gegenwärtigen, des nicht erklärbaren Bewusstseins) als kausal geschlossen greifbar machen. Dann nämlich erzählt er sich aus der Gegenwart heraus eine logische Geschichte und verfällt aufgrund der zu beobachtenden Wege der Geschichte dem Aberglauben, dass der Weg (die zukünftigen Ereignisse/Handlungen) immer vorbedingt (determiniert) sei, damit nur einzig möglich. Mentalfaschismus!

Real hingegen gilt folgendes:

Potentiale (Möglichkeiten) sind Elementen nur gegenwärtig vorhanden (passivierbar), oder sie sind gegenwärtig nicht vorhanden (nicht passivierbar). Wenn einem Element das Potential verliehen wurde, dann ist es gegenwärtig real (passiv), ist es keine Fiktion. Wäre das Potential nicht real, dann wären keine Handlungen/Ereignisse (Aktionen) definierbar, dann hätten die Elemente kein Vermögen (Aktiva) um zu handeln. Denn für aktive Potenzen (realisierte Möglichkeiten) sind immer Potenziale notwendig (die nicht realisierten Möglichkeiten).

Du bist leicht durchschaubar. Du nutzt ständiges Umherspringen in der Zeit, um Aussagen über das gegenwärtige Potential (oder Potential zu einem bestimmten Zeitpunkt) zu verhindern. Du setzt dich hin, blickst auf Handlungsketten, malst dir einen Weltenlauf und schlußfolgerst aufgrund deiner perpektivischen Beschränkung, dass alles einen nur einzig möglichen (potentiellen) Weg genommen hat und deshalb auch nehmen wird. Du betrügst dich an dieser Stelle selbst und vergißt dich selbst und milliarden Bewusstseine. Dir wird während deines Selbstbetruges nicht bewusst, dass du immer nur aus der Gegenwart, aus deinem Bewusstsein, Aussagen über die Vergangenheit und Zukunft tätigst (sie dir nur vorstellst).

Wenn du dir deiner Gegenwart (deines vergegenwärtigenden Bewusstseins) bewusst wirst, dann ist deine Schlußfolgerung nicht haltbar. Du weißt nicht, ob es gegenwärtig nur eine Möglichkeit für dich gibt. Dein Bewusstsein ist dir im Gegensatz zu den Inhalten (Vergegenwärtigungen) völlig unbekannt, nicht messbar. Dein Dogma, dass gegenwärtige Potentiale nur Fiktion sind, basiert auf bloßen Annahmen und wie es die internationale Bewusstseinsforschung schon lange vor dem Vortrag von Prof. Dr. Dr. Brigitte Falkenburg erkannt hat, auf keinerlei haltbaren Beweisen.

Du hast nicht einmal einen Ansatz um deine Beschränktheit (in Bezug auf die reale Welt) nachzuweisen. Das erklärte ich ja bereits.

Man kann nun weiter die beleidigte Leberwurst spielen bzw. lustig wirken. Oder aber man befasst sich mal mit dem was real nachweisbar ist, lässt den geliehenen Mantel fallen. Damit haben die Thinkaholics dieser Welt meistens ein Problem. Sie können sich nur schwer aus ihren krampfhaft-sehnsüchtigen Simulationen befreien. Ich behaupte, das hat etwas mit deiner Angst vor einem falschen Schritt zu tun. Für deinen dir stets anhaftenden Siggi [[zwinker]] gilt dasselbe.

Ich bitte um reichlich Kontrast diesbezüglich.

Herzlichst,

Ashitaka

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Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
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