Ein letzter Tropfen Essig
> Ich sehe schon, Du denkst bevorzugt negativ.
Möglich. Ich würde es eher "von Erfahrungen geprägten Realismus" nennen...
> Wozu Wehrdörfer? Werden die Dörfer wieder Krieg gegeneinander führen?
Um sich vor denen zu schützen, die da ernten wollen, ohne gesät zu haben.
" />
> Ist das deine ganze Vorstellungs- und Innovativkraft?
Ach, vorstellen kann ich mir eine ganze Menge, sogar ein Perpetuum Mobile - realistisch wird es davon aber trotzdem nicht.
> Für was Schöneres reicht es nicht?
Was ist an Dörfern "unschön"?
> Die Evolution verlangt Fortschritt, neue Wege und neue Typen, mein Freund!
Nein, Evolution "verlangt" überhaupt nichts, die findet einfach statt.
Und dann kann man versuchen herauszufinden, nach welchen Regeln/"Gesetzmäßigkeiten" Evolution im Allgemeinen und die der Menschheit im Speziellen abläuft, und daraus Vorhersagen ableiten - oder man schwebt eben im Wolkenkuckucksheim.
"Fortschritt" ist übrigens nicht eine Frage des "Wollens", sondern des "Könnens"; sonst hätten wir den Fusionsreaktor oder einen HAL 9000 schon längst in Betrieb.
> 10 Millionen auf einem Durchmesser von 200 km (inkl. Ackerland) sind nicht viel ...
Grob gerechnet: die Einwohnerzahl der Metropolregion Rhein-Ruhr auf der Fläche von Nordrhein-Westfalen, etwa 320 EW/km².
Wenn es denn (technisch) möglich wäre, ein solches Gebiet autonom zu betreiben, d.h., ohne Nettoimporte von Lebensmitteln, Waren, Rohstoffen und Energie, - warum gelingt das dann nicht bereits heute für Gesamt-Deutschland mit einer deutlich geringeren Bevölkerungsdichte?
Rechnen wir mal: Der jährliche deutsche Primärenergieverbrauch liegt bei etwa 40 MWh pro Einwohner. Wollte man diese Energiemenge "sauber" ausschließlich aus nachwachsenden Rohstoffen (Holz o.ä.) decken, bräuchte man dazu rund 10 t Brennholz pro EW, und das ist etwa der jährlicheHektarertrag von Pappel- oder Weidenplantagen. Deine Mega-Stadt bräuchte demnach - mindestens - 100.000 km² zusätzlich alleine zur "nachhaltigen" Energiegewinnung. Das ist die Fläche von Bayern und Baden-Württemberg zusammen.
Schlägt man das deinem ursprünglichen Siedlungsgebiet hinzu sind wir schon bei einem Kreis von 400 km Durchmesser und einer mittleren Bevölkerungsdichte von 80 EW/km², was dem Stand von 1875 entspricht.
Das ist auch ungefähr die Zeit, bis zu der die Menschheit noch halbwegs im Einklang mit der Natur lebte. Damals betrug die Weltbevölkerung um die 1,5 Mrd.
> Kleine Inspiration zum Thema Effizienz im Wohnungs- und Transportwesen kann z.B. hier getankt werden:
> https://www.youtube.com/watch?v=dYgOxr548-E
Die in dieser Doku gezeigten Zeichnungen sehen kurioserweise so aus, wie sich irdische Architekten und Ingenieure in den 50er und 60er Jahren die Zukunft vorstellten.
Ein bißchen "schwach" für uns technologisch haushoch überlegene Außerirdische.
Das fand ich schon in meiner Kindheit beim Lesen von Sci-Fi ganz amüsant: dass eine irgendwo in der fernen Zukunft oder auf fernen Planeten spielende Handlung immer wieder Formen von Technologie nutzte, die sich der Autor gerade noch vorstellen konnte - meist eine leichte Extrapolation des zu dem Zeitpunkt gerade erreichten Standes der menschlichen Technik.
Ganz zu schweigen von Sci-Fi-Filmen, in denen die Regie ihre dürftige Phantasie und mangelnen Technikkenntnisse dann auch noch in Bilder umsetzen musste. Da flog die "Enterprise" mit Warp-Antrieb und am Steuerpult flimmerten Oszillatorkurven auf 12"-Bildröhren...
Wenn die Zukunft alt aussieht.
Vielleicht solltest du einfach einmal in eine gut sortierte Bibliothek gehen und dir ein paar Bücher aus dieser Zeit ausleihen, in denen sich kluge Köpfe "die Welt im Jahre 2000" vorstellten - und dann mit der Wirklichkeit vergleichen.
> Was hindert Dich daran, deine Vorstellungen zu realisieren (zu wollen)?
Ja, was hat dann wohl die Phantasten der 60er Jahre daran gehindert, ihre Vorstellungen zu realisieren?
Auch ganz nett: Liste abgebaggerter Ortschaften.
> Wie ich schon sagte: Du denkst grundsätzlich negativ, und das sogar mit Passion .. und wirst deshalb niemals auf positive, friedliche Lösungen kommen. Macht aber nichts; Andere können es besser.
Wie hätte denn deiner Meinung nach in diesen konkreten Fällen eine "positive, friedliche" Lösung ausgesehen?
Die überwiegende Mehrheit brauchte die Kohle, und in einer Demokratie geht "Gemeinwohl" - oder das, was man dafür hält - nun einmal immer vor Einzelschicksalen.