Noch mehr Essig
>>> Ich habe auch keinerlei Einwände, wenn Jemand allein, abseits der Gesellschaft, als Nomade oder in einem Familienclan leben möchte, irgendwo in der Pampa.
> Auch diese Gemeinschaften könnten ihre Vertreter in ein Weltparlament schicken. Sie müssten sich allerdings Mehrheitsentscheidungen (Referendum) der Weltbevölkerung beugen.
Und wenn die "Mehrheitsentscheidungen" darauf hinausliefen, diese Familienclans "umzusiedeln" oder gleich ganz auszurotten, weil sie dummerweise auf Land wohnen, das die in den Städten lebende Mehrheit auf einmal für sich reklamiert, da man dort Bodenschätze entdeckt hat oder das Ackerland benötigt?
In Argentinien beispielsweise haben die indigenen Minderheiten bis heute riesige Schwierigkeiten, ihre - in der Verfassung garantierten - Rechte durchzusetzen.
Aber wozu in die Ferne schweifen: das sorbische Siedlungsgebiet "ist in den vergangenen Jahrhunderten infolge von Assimilation, Germanisierung und Inanspruchnahme durch Braunkohletagebaue beständig geschrumpft".
Ganz demokratisch.
>> Ich will, dass die Menschen sich in ein paar großen Ansiedlungen konzentrieren (je max. 10 Millionen) und den Rest des Landes der Natur überlassen.
Ja, das wäre wohl einen Versuch wert: alle Zivilisten in Mega-Städte eingesperrt umgeben von hohen, unüberwindbaren und undurchdringlichen Mauern - und der Rest des Landes bleibt dann der Natur und den paar Familienclans überlassen.
> Dies ist leider pure Polemik ..
Keineswegs.
Zeige mir einen Ballungsraum, der sich nicht im Laufe der Jahrzehnte an den Rändern wie ein Krebsgeschwür ins Umland hinein gefressen hätte.
Oder warum ziehen die, die es sich leisten können, weg aus den überfüllten Zentren ins Grüne?
Wie willst Du diese "Zersiedelung" aufhalten, wenn nicht mit einer Mauer?
> Wie solche Megastädte aussehen könnten, habe ich z.B. hier ansatzweise beschrieben: DGF379878
Dann hast Du sicherlich meine Anmerkung dazu gelesen.
Nur mal, um die Größenordnung der Logistik zu verdeutlichen: die 14 Mio. Einwohner des Ballungsraumes von Buenos Aires beziehen Waren aus einem Umkreis von 1000 km. Täglich bringen zig tausende LKWs Lebensmittel aus dem "Hinterland" und eine ähnliche Größenordnung befördert den Müll nach draußen.
Ganze 10 % dessen, was der Endkunde in Bs.As. für Obst und Gemüse bezahlt, kommen beim Erzeuger an. Den "Rest" teilen sich Transport, Handel und der Staat. Das zeigt indirekt, wieviele Ressourcen solche zentrale Menschenhaltung verschwendet.
> Auch weniger materieller Konsum, mehr Kultur und Landschaftpflege wären vorstellbar sowie die gemeinsame Nutzung vieler Haushaltsgegenstände durch mehrere Familien usw..
Ja, "vorstellen" kann ich mir auch ziemlich viel.
Aber schau' dir doch einfach die Entwicklung der letzten Jahrzehnte an. Der Bericht "Die Grenzen des Wachstums" erschien 1972. Wie viele Autos gab es damals in Deutschland und wie viele sind es heute? Wie sahen die Warenströme damals aus und wie ist es heute?
Von China und Indien reden wir lieber gar nicht erst.
> Mach Dir keine Sorgen wegen der 7 Milliarden .. das wird sich zügig, wenn auch chaotisch erledigen, ohne dass es Jemand diktatorisch erzwingen muss.
In der Tat.
Welche Pläne hast du denn so getroffen für die vielleicht demnächst anbrechenden letzten Tage deines Lebens?
> Mach Dir einfach Gedanken, was danach kommen sollte.
Hab' ich schon. Seit Jahrzehnten.
Mega-Städte werden es jedenfalls nicht sein, sondern eher mittelalterliche Wehrdörfer. Im günstigsten Fall.
>>> Ich bin ein Anhänger des Sowohl-Als-Auch, der Vielfalt. Also, realisiere Du deine Lösung; ich tue dasselbe mit der meinigen. Wir werden verhandeln, sobald wir uns gegenseitig in die Quere kommen.
So wie die Europäer mit den Ureinwohnern Amerikas?
> Nein, wir werden schon in der Grundschule lernen, sinnvolle demokratische Spielregeln aufzustellen und uns danach zu richten.
So etwa: "sie müssten sich allerdings Mehrheitsentscheidungen (Referendum) der Weltbevölkerung beugen"?
Und wenn dann eine Mehrheit der Weltbevölkerung nach billigem Rohöl giert, bleiben halt Umwelt und lokale Minderheiten auf der Strecke ...
Auch ganz nett: Liste abgebaggerter Ortschaften.
Demokratische Spielregeln und so.
> Der nach dem Kollaps verbliebene Rest der Menschen wird bereit sein, einen neuen Weg zu gehen.
Bislang endeten die "neuen Wege" regelmäßig in den gleichen ausgelatschten Trampelpfaden.
Nach dem Ersten Weltkrieg beispielsweise hieß es "Nie wieder Krieg!", kurz darauf wollte man dann den "totalen Krieg", und heute nervt das deutsche 'Nie wieder Krieg!' ausgerechnet die damals überfallenen Nachbarn.
Ick wundere mir über jarnischt mehr ...
Woher nimmst du eigentlich die Hoffnung, dass nach dem Kollaps genau die "richtigen" Menschen mit dem "höheren" Bewußtsein übrig bleiben?