Ja, sehr primitiv ≠ "more sophisticated" ..

Beo2, NRW Witten, Freitag, 11.12.2015, 20:39 (vor 3709 Tagen) @ Kurt4692 Views
bearbeitet von unbekannt, Freitag, 11.12.2015, 20:52

.. ich meine natürlich die 'Staatenbildung'.

Drittens, Staaten gibt es auch schon im Tierreich, nämlich bei den Termiten, Ameisen u.a.. ERGO: Wie mensch einen Staat macht, das Programm/Bauplan dafür, hatten wir also in unseren Genen, längst bevor wir damit angefangen haben:
https://de.wikipedia.org/wiki/Termiten
"Termiten (Isoptera) sind eine staatenbildende, in warmen Erdregionen vorkommende Ordnung der Insekten. Rund 2.800 Arten sind bekannt. Mit den ebenfalls staatenbildenden Hautflüglern (Ameisen, Bienen und Wespen) sind sie nicht näher verwandt."
"Ein Termitenstaat kann mehrere Millionen Individuen umfassen und besteht normalerweise aus drei spezialisierten Gruppen oder „Kasten“. All diese Kasten umfassen jedoch, anders als bei den Hautflüglern, meist beide Geschlechter. Neben einem Fortpflanzungspaar (selten mehreren Paaren) gibt es geschlechtlich verkümmerte und meist blinde männliche und weibliche Arbeiter, die u.a. Brutpfleger, Nestbauer und Nahrungsbeschaffer sind. Nestwächter („Soldaten“) mit einem großen Kopf und einem kräftigen Kiefer schützen den Termitenbau. Die mit voll entwickelten Facettenaugen ausgestatteten Geschlechtstiere legen nach dem Hochzeitsflug die Flügel ab. Im Unterschied zur Ameisenkönigin muss die Termiteneierlegerin immer wieder neu begattet werden und lebt deshalb mit einem „König“ zusammen."

Hier sollten wir aufpassen. Nur weil Biologen hier das Wort "Staat" verwenden, heißt das nicht, dass dabei nicht zwei völlig verschiedene Entitäten unterschieden werden müssen.

Ich habe schon gut aufgepasst, denn was habe ich geschrieben(?):

Zweitens, es gibt nicht DEN Staat. Es gibt nur verschiedene Staats- bzw. Gesellschaftsformen, was ihre innere Sozialstruktur und inneren Eigentumsverhältnisse betrifft .. die gewisse Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede aufweisen (können).

Nein, nix "zwei völlig verschiedene Entitäten". Das eine ist eine primitivere Form, das andere eine Weiterentwicklung desselben auf einer höheren Evolutionsstufe. Es wäre ja zum Lachen, wenn der Menschenstaat dem Ameisenstaat völlig gleichen würde ... wir wären dann ja Ameisen.
Die einfachere Erklärung, die mit weniger "Dichtung" auskommt, ist in der Regel vorzuziehen. Der Bauplan für die Staatenbildung war immer in unseren Genen vorhanden und brauchte nur abgerufen und weiterentwickelt zu werden. Staatenbildung ist eine völlig natürlich-evolutionäre Entwicklungsstufe beim Homo sapiens, die mit dem Ackerbau und der Seßhaftigkeit notwendig wurde, um sich vor räuberischen Stämmen zu schützen. Die Staaten waren ja auch den nomadierenden und marodierenden Räubern letzten Endes "Haus hoch" überlegen (= natürliche Selektion).

Übrigens, auch die Ameisen bringen ihren Müll vor die Tür und betreiben Viehhaltung, nämlich die Haltung von Blattläusen, die sie regelmäßig melken. Das sind doch erstaunliche Parallelen .. die m.M.n. nicht mit "Zufall" abgetan werden sollten und dürfen. Wer das bestreitet, muss wohl ganz "spezielle Interessen" verfolgen.

Denn ein Termitenbau ist natürlich keinesfalls ein "Staat" im Sinne von "Gesellschaft", wie diese beiden Vokabeln hier im Gelben in jahrelanger Arbeit messerscharf herausgearbeitet worden sind.

Schade, dass ich nicht dabei war. Es wären gewiss teilweise ganz andere Einsichten messerscharf herausgearbeitet worden. Ich nehme auch an, dass es auch damals schon messerscharf unterschiedliche Ansichten zu dem Thema gab. Oder?

Vielmehr ist ein Termitenbau hier im Gelben ganz klar unter der Begrifflichkeit "Gemeinschaft" einzuordnen.

Natürlich und "ganz klar", wir führen einen zweiten Begriff ein, schwurbeln bißchen rum, und schon haben wir zwei Realitäten. Und der ideologische Kampf kann losgehen.

Übrigens, die Eskimos sollen bis zu 10 verschiedene Begriffe für Schnee haben .. Bezeichnen dann 9 davon keinen Schnee mehr?

"In unseren Genen" haben wir zwar selbstverständlich Bildung und Betrieb von Gemeinschaften, aber nicht Bildung und Betrieb von Staatenâ„¢. Letzteres ist die gewaltsame Unterdrückung von Ersterem, seit ~6000 Jahren.

Eine blanke Behauptung. Du fängst aber auch nicht beim Anfang an:
https://de.wikipedia.org/wiki/Ackerbau

"Der Beginn der Jungsteinzeit (Neolithikum) wird zumeist mit dem Beginn des Ackerbaus gleichgesetzt ..."
"Der Beginn der Jungsteinzeit lässt sich, ähnlich wie andere Epochen, nur regional präzise datieren, da er eine kulturelle Entwicklung darstellt. In der Levante und in Syrien, im Norden von Mesopotamien war der Zeitpunkt des Beginns des Ackerbaus nach neuesten Erkenntnissen um 11.000 v. Chr ...
"

Also, schon bald nach diesem Zeitpunkt bestand die Notwendigkeit, die eigene Siedlung und Vorräte zu schützen, Befestigungen zu bauen, Genossen mit einer Waffe zu postieren, und natürlich: Abgaben an die Soldaten, Steineschlepper, Gräbenbauer und die Richter zu zahlen .. erst recht in Zeiten der Nahrungsknappheit. Da zogen ja gewiss räuberische Stämme durch die Gegend, deren Magen knurrte und die sich etwas Töpferwaren sowie Schmiedearbeiten ausleihen wollten.

Staat und Gesellschaft sind Krebs und Explosion aufgrund Missachtung der zweiten Hauptsätze, und ein Termitenbau ist gemeinschaftlicher Dauerbetrieb, auch als stationär-dissipativ blubbern bekannt.

Natürlich .. ein ideologisch motiviertes Spielchen mit Worten!

Mit Gruß, Beo2


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