Und wir sind recht ausdifferenziert - wahrscheinlich nicht artgerecht

Silke, Samstag, 12.12.2015, 17:19 (vor 3708 Tagen) @ Beo24165 Views

Lieber Beo2,

Ich wollte nicht beleidigen.
Dein sachlicher Schreibstil ist wohltuend im Forum.
Deine Argumente sind aber anfechtbar.

Ich muss mir gar nichts einreden, denn ich weiss einfach, was ich mag
und was nicht
: Ich mag das Stadtleben sowie in der Natur zu campen. Ich
mag es, in einem Straßencafe zu sitzen, den sonnigen Tag zu genießen und
die Architektur der Häuser zu bewundern. Bin auch gerne ein Staatsbürger
und auch mal ein Helfer auf dem Bauernhof. Mache auch liebend gerne
Gartenarbeit. Das sind überhaupt nicht meine Probleme. Ich lasse mir
auch nicht von Dir erzählen, dass dies krank wäre
.

Krankheit ist definiert als Störung des körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens des Organismus.

Der Organismus, in dem ich lebe ist die Menschheit.
Ich finde, er ist krank.
...Gifttrinker und Giftmischer sind sie alle...
Trotzdem kann ich als störrische BRD-Bürgerin ein relativ schönes Leben führen. Dafür müssen aber andere Menschen irgendwo auf der Welt für meine hochgebuchten Urschulden ihre ausbuchen und bankrottieren.

Ich kann einen Tumor haben (Krankheit) mich aber wegen völligem Fehlen von Beschwerden wohl und gesund fühlen. Wenn mir der Doktor sagen würde: Du bist krank, tät ich es kaum glauben wollen.

Ich kann eine Neurose, Psychose, Psychopathie haben ohne mich krank zu fühlen.
Das nennt der Doc. fehlende Krankheitseinsicht.

Jemanden als krank zu bezeichnen ist nicht abwertend.

Lebe selbst und lass leben!

Ein Staatsbürger lässt mehr sterben als leben.

Meine Sorgen sind: WIE mensch miteinander umgeht, insbesondere mit mir und
umgekehrt, und wie mensch zusammen oder nebeneinander leben kann, ohne
einander ständig zu belauern, übers Ohr hauen zu wollen und zu
bekriegen.

Das klingt menschlich.

Ich habe auch keinerlei Einwände, wenn Jemand allein, abseits der
Gesellschaft, als Nomade oder in einem Familienclan leben möchte
,
irgendwo in der Pampa. Ich würde das keineswegs als 'krank' bezeichnen
wollen. Für mich ist Krankheit ein körperlicher oder seelischer
Zustand, mit dem Jemand selbst nicht zufrieden ist
.

Der medizinische Krankheitsbegriff geht von einem Wohlbefinden des Betroffenen und seines sozialen Umfeldes aus.
Ziehe ich in dem Organismus Menschheit mein soziale Umfeld größer ist da weit und breit kein Wohlbefinden.

Es ist also etwas,
was Jemand nur für selbst diagnostizieren kann (und dann evtl. zum Arzt
geht).

Nein. Die meisten Krankheiten werden von einem Außenstehenden bemerkt.
Wenn es ein chronischer Krankheitsverlauf ist, gewöhne ich mich als Betroffener an die krankhafte Symptomatik und erachte sie noch als gesund - siehe Demenzkranke.

Das ist gar nicht mein Thema, Jemanden als 'krank' zu bezeichnen und
ihm/ihr seine Marotten und Präferenzen austreiben zu wollen.

Sorry, meines auch nicht.

Ich habe auch nichts dagegen, wenn Jemand ein Mörder oder Räuber sein
möchte .. aber bitte nicht mit mir
.

Du hast nichts gegen Raub und Mord, solange es nicht Dich selbst betrifft.

Macht es einfach untereinander ..
sonst muss ich mit meiner Staatsmacht kommen und euch zusammenpferchen!
Damit ich meinen Frieden haben kann, möchte eine große, gut organisierte
Gemeinschaft um mich herum haben. Ich zahle auch gerne Abgaben an gewählte
Richter und ein paar harte Jungs, die mich und mein Eigentum beschützen.

Wer beschützt Dich vor den Richtern und den harten Jungs?

Was ich außerdem möchte, ist: Ich möchte Raumschiffe bauen und
zu den Sternen fliegen. Und, ich möchte die Erde in einen schönen Garten
verwandeln und genug Platz für die wilden Tiere und Pflanzen unangetastet
lassen. Ich will, dass die Menschen sich in ein paar großen Ansiedlungen
konzentrieren (je max. 10 Millionen) und den Rest des Landes der Natur
überlassen. Ich hasse es, Müll in die Umwelt zu kippen und die Landschaft
zu zersiedeln. Ich will, dass der Mensch seine Vermehrung begrenzt und an
die Regenerationsfähigkeit der Umwelt anpasst.

Da fühle ich prinzipiell viel Menschlichkeit heraus, aber:
- Raumschiffe müssen bezahlt werden, sie sind unbezahlbar, wenn es allen Menschen halbwegs gut gehen soll.
- Die Erde war ein "schöner Garten", den die Menschheit in eine Müllkippe verwandelt.
- Wenn ein wildes Tier ein großes Territorium braucht wie unserer Problembär wird es abgeknallt.
- Städte mit 10 Mio. Einwohnern? Wer soll die Versorgungund und Entsorgung wie leisten? Dass die sich gegenseitig an die Gurgel gehen kannst Du in jeder schlechten Mastanstalt bewundern - Dunbar schüttelt mit dem Kopf.
- viele Menschen = viel Konsum = viel Müll (allerdings sehr ungerecht verteilt).

Das sind einige meiner konkreten Lösungsvorschläge und Alternativen,
für die ich arbeite und werbe.

Ja.

Die Entscheidungen solle eine möglichst
große Mehrheit treffen[/b], in einer direkten Demokratie. Ich komme schon
irgendwie zurecht, egal welche Entscheidungen getroffen werden. Ich hasse
aber die Diktatur einer egoistischen Minderheit.

Das ist ein Dilemma.

Richtig, das beschleunigte Wachstum der seßhaften Population käme

noch hinzu ..

Der Turbo ist der Abgabenzwang und nichts anderes.


Das ist mir zu schmalspurig gedacht. Abgaben sind notwendig .. auch an
die Alten und die Kranken
. Es wurde einfach zu viel Nahrung auf Kosten
der Naturzerstörung produziert. Außerdem war es die Armut und Sklaverei,
in die die Mehrheit getrieben wurde. Denn viele Kinder waren und sind eine
Art von Alters- und Krankenversorgung. Zudem wollte mensch immer mehr
Soldaten haben. Das Problem ist multikausal. Das alles muss aber
nicht sein.

Die entwickelten Staaten mit ihren Bevölkerungen haben sich auf Kosten anderer Regionen in der Welt so entwickelt. Ein Reicher ist deshalb reich weil es viele zu seinem Reichtum zu rechnende Arme gibt.
Summarisch betrachtet dürfen wir nur in Höhe der Sonnenkonstante konsumieren um stationär zu leben.

Ich denke, Beo2 meint die grundlegende Sozialität des Menschen, die

schon in seinem Ursprung angelegt ist

Tabu des Brudermordes ist ursprünglich angelegt, Egalität, Akephalie

in segmentären Gesellschaften mit Funktionsautoritäten.

Es gibt zahlreiche Zukunftsoptionen, die in uns von Natur aus
angelegt sind, aktive wie inaktive .. einschließlich des Kannibalismus.
Wir können uns eine aussuchen. Und dann können wir auch noch darüber
hinausgehen und etwas Neues erfinden und realisieren.

Natürlich ist die Sippe, unnatürlich das Kollektiv.

In Nahrungsketten gibt es "fressen und gefressen werden" aber nicht

artintern, wenn nicht massive Stressoren wie feindliche Umwelteinflüsse
das Fressen von Gleichen als Notüberlebensprogramm erzwingen. Diese
Stressoren sind seit der letzten großen Eiszeit nicht mehr in so
verheerendem Ausmaß vorhanden. Damit ist das Notprogramm "eigenes Gewebe
verzehren" nicht notwendig und die Konstituierung vieler abartiger Meme
entbehrlich.

Wir haben heute das Phänomen, dass sich eine geschundene Menschheit

nicht artgerecht unter Vernichtung alles Lebens um sie herum durch die Zeit
quält, eine immer größer werdende Bugwelle der Verschuldung vor sich her
schiebt und verbrannte Erde hinter sich läßt.

Darüber sind wir uns einig; nicht aber über die Zukunft. Ich bin ein
Anhänger des Sowohl-Als-Auch, der Vielfalt. Also, realisiere Du deine
Lösung; ich tue dasselbe mit der meinigen. Wir werden verhandeln, sobald
wir uns gegenseitig in die Quere kommen.

Ja.

Je nach "Ausschlag" setzt sich bei dem Einen das eine und bei dem

Anderen das andere durch. Die Mehrheit unter uns sind allerdings "Ameisen".
Aber, auch unter uns Ameisen find ich nicht alles gut und akzeptabel. Der
Mensch ist mehr als nur das .. Er ist sich seiner Natur bewusst und kann
sie verändern.

Sei Du mal eine Ameise. Ich bin ein Säugetier, dass liebevollen

artgerechten Umgang mit den Meinen und wertschätzenden, akzeptierenden
aber auch souveränen Umgang mit Fremden möchte.

Kein Problem für mich. Sei einfach, was Du bist oder sein möchtest. Wir
werben für verschiedene Lösungen. Die Mehrheit soll entscheiden und
sich durchsetzen.

Ja.

Ein Staat ist dadurch gekennzeichnet, dass es mindestens gewählte

Richter (Gerichtsbarkeit) und die Polizei (Militär) geben muss, um für
Ordnung bzw. für internen und externen Personen- sowie Eigentumschutz in
der Gemeinschaft zu sorgen. Das nennt sich Staatsmacht. Und das deutet auf
eine Größe hin, die 150 Personen, d.h. einen Clan, übersteigt.

Und das ist nicht artgerecht, weil über der Dunbarzahl ein Artgerechter

Umgang untereinander nicht mehr möglich ist.

Überlasse es mir und meinesgleichen, was für uns artgerecht ist, und
kümmere Dich um deine Leute und Lebensart. Wir können Platz für
beides finden. Wir werden uns nur gegebenenfalls darüber einigen müssen,
was geht und was nicht
. Ich werde immerhin eine große Staatsmacht auf
meiner Seite haben. ((-;

Haben die Konquistadoren und Cowboy‘s gegen die Indianer und die weltweiten Sklavenhändler und Sklavenhalter auch gedacht und getan.

Mit Gruß, Beo2

Liebe Grüße
Silke


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