Etwas Essig in den Wein dieser Utopie

Leserzuschrift, Samstag, 12.12.2015, 20:14 (vor 3708 Tagen) @ Beo24284 Views

> Ich habe auch keinerlei Einwände, wenn Jemand allein, abseits der Gesellschaft, als Nomade oder in einem Familienclan leben möchte, irgendwo in der Pampa.

... also abseits von Ballungsräumen.


> Ich will, dass die Menschen sich in ein paar großen Ansiedlungen konzentrieren (je max. 10 Millionen) und den Rest des Landes der Natur überlassen.

Ja, das wäre wohl einen Versuch wert: alle Zivilisten in Mega-Städte eingesperrt umgeben von hohen, unüberwindbaren und undurchdringlichen Mauern - und der Rest des Landes bleibt dann der Natur und den paar Familienclans überlassen. :-)


> Ich hasse es, Müll in die Umwelt zu kippen und die Landschaft zu zersiedeln.

Der Müll würde sich dann ja dank Mauer in den Mega-Städten stapeln...


> Die Entscheidungen solle eine möglichst große Mehrheit treffen, in einer direkten Demokratie.

Eine breite Mehrheit, die sich zum Wohle der Natur selbst einsperrt?


> Ich hasse aber die Diktatur einer egoistischen Minderheit.

Das ist aber genau das, was Du vorschlägst. Deine Utopie funktioniert bestenfalls für ein paar hundert Millionen Menschen und setzt demnach zwingend voraus, den "Rest" der Menschheit in die "ewigen Jagdgründe" zu schicken.
Wie willst du das schaffen, ohne die "Diktatur einer egoistischen Minderheit" über die anderen 7 Mrd. Menschen?

Wir haben doch nicht bloß "Peak-Oil" erreicht, sondern auch "Peak-Food". Die Nahrungsmittelproduktion ist weltweit am Anschlag, in manchen Regionen sogar rückläufig, weil Grundwasser und Böden jahrzehntelang überstrapaziert wurden.
Um die wachsende Erdbevölkerung weiter ernähren zu können, müsste man eigentlich dringend die letzten unberührten Landflächen unter den Pflug nehmen.
Welchen "Rest des Landes" willst Du dann noch der Natur überlassen?


> Ich bin ein Anhänger des Sowohl-Als-Auch, der Vielfalt. Also, realisiere Du deine Lösung; ich tue dasselbe mit der meinigen. Wir werden verhandeln, sobald wir uns gegenseitig in die Quere kommen.

So wie die Europäer mit den Ureinwohnern Amerikas?


> Wir werben für verschiedene Lösungen. Die Mehrheit soll entscheiden und sich durchsetzen.

Das ist doch gerade das Dillema: die Mehrheit hat sich ja schon durchgesetzt. Sie will dieses Leben im Überfluss auf Kosten der Natur.
Geh' doch hin und überzeuge die Chinesen, wieder auf's Fahrrad umzusteigen.
Oder überrede die nach Europa strömenden Flüchtlinge, dass es für alle besser sei, wenn sie in der Wüste verhungerten.


> Überlasse es mir und meinesgleichen, was für uns artgerecht ist, und kümmere Dich um deine Leute und Lebensart.

Dummerweise hat "deinesgleichen" die Rechnung ohne den Wirt gemacht.

> Wir werden uns nur gegebenenfalls darüber einigen müssen, was geht und was nicht. Ich werde immerhin eine große Staatsmacht auf meiner Seite haben.

Wirst du auch die nötigen Ressourcen haben, um diese Staatsmacht am Leben zu erhalten?
Bislang sind alle "höheren" Gesellschaften an diesem Punkt gescheitert.


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