@Zara, wegen der Fakten zum Bengasi-Aufstand 2011
Hallo Zara!
Ich werde nachfolgend nochmals auf Deine Vorwürfe (bezüglich des Libyen-Krieges) gegen mich (ich würde Quark erzählen) eingehen.
Deine Befürwortung der Luftschläge gegen Syrien sind glasklar in diesem Posting dokumentiert.
Du schriebst: Dass der Westen diese Repressionsapparate allesamt ... ausgerüstet und aufgerüstet hat, war ekelhaft. Dass dem selben Westen nun nichts anderes übrig bleibt, als nun dieses asymmetrische Schlachten vor Ort zu verhindern, scheint mir folgerichtig. Wenn wir in Bengasi sässen, dann wären wir auch heilfroh, wenn man die Schergen in den Palästen in die Luft jagen würde, bevor sie uns aus den Häusern holen.
Quelle: http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=208998
Auch wenn es als unvermeidliche Notwendigkeit formuliert wurde, hattest Du den Angriffen eine Legitimation erteilt.
Jetzt zerlegen wir mal diese Aussage in ihre einzelnen Bestandteile.
Geschrieben hattest Du das Mitte März 2011, als sich bereits für den halbwegs intakten Menschenverstand abzeichnete, daß einmal mehr USrael einen weiteren revolutionären Umsturz eingefädelt und schließlich mit Hilfe seiner Marionetten vollzogen hatte.
Das in diesem Zusammenhang mal wieder kräftig gelogen werden mußte, leuchtete jedem politisch Interessierten unmittelbar ein, weil bereits alle anderen Kriege mit Lügen begannen.
Was war nun am 17.2.2011 in Bengasi – darauf hattest Du dich ja bezogen - passiert?
Schauen wir zunächst mit der gebotenen Vorsicht bei Wikipedia nach.
Dort lesen wir:
Nachdem es ab dem 18. Februar bei Massenprotesten in der Hafenstadt Banghazi, Libyen, dutzende Tote gab, wurde der öffentliche Internetverkehr im Land lahmgelegt und der Zugang zu sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook gekappt. Das harte Vorgehen des libyschen Militärs gegen Demonstranten führte in einigen Teilen des Landes zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen und zum Rücktritt vieler hochrangiger Politiker.
Das klingt zunächst verheerend, doch bei solchen Meldungen sollte man hellhörig sein, weil die NATO-Presse gerne die Fakten verdreht und daher sollte man bei der Thematik etwas tiefgründiger nachfassen.
Man spricht von dutzenden Toten und benennt dazu eine Quelle.
In dieser Quelle (WELT) wird von etwa 40 Toten gesprochen und begründet wird das mit „unterschiedlichen Angaben“.
Eine ziemlich unscharfe Quelle, wie ich finde, daher habe ich weiter gesucht und bin auf einen interessanten Artikel von Malte Daniljuk gestoßen.
Am Freitag den 18. März, genau einen Monat nachdem die politische Krise in Libyen ihren Anfang nahm, begann eine internationale Koalition mit Angriffen auf reguläre libysche Truppen. Wie immer bei den Kriegen der vergangenen 20 Jahre setzen die westlichen Streitkräfte auf ihre technische Überlegenheit aus der Luft: Marschflugkörper sowie eine Armada aus Jagdflugzeugen und Bombern zerstören Panzer, Flugzeuge, Luftabwehrstellungen und offizielle Gebäude. Die Bilanz allein der ersten Nacht beträgt etwa 50 Tote.
Quelle: https://amerika21.de/analyse/27008/der-merkwuerdige-aufstand
Auch wenn Mathematik bei Kriegen kein besonders guter Ratgeber ist halten wir einmal nüchtern fest. Der NATO-Einsatz hat beim ersten Angriff bereits mehr Tote bewirkt als der angeblich „friedliche“ Aufstand mit seiner blutigen Niederschlagung im Februar, soweit es sich überhaupt bei den 40 Toten um eine echte Nachricht handelt.
Doch was hatte sich tatsächlich im Februar abgespielt?
Hatten sich wirklich die unterdrückten Massen von einem grausamen Diktator befreien wollen?
Um das zu ergründen, blicken wir auf eine andere Quelle, die kurz die Lebensverhältnisse im damaligen Libyen beschreibt.
Den Medien zufolge, ist Gaddafi ein ebensolcher Tyrann, wie sie in Ägypten und Tunesien an der Macht waren und der gewaltige Summen Geldes an den Schweizer Banken horten. Aber wie sie es auch drehen und wenden, es gelingt ihnen nicht, aus Gaddafi einen Mubarak zu machen....
Lasst die Fakten sprechen.
Unter Führung von Muammar Gaddafi hat Libyen den höchsten Lebensstandard in Afrika erreicht und fällt unter die Kategorie von Ländern mit einem Durchschnittskapital von 2200 und 6000 Euro....
..
Heute haben in Libyen alle ihr eigenes Haus, bzw. eine mietfreie Wohnung und ihre eigenen Autos. Die meisten haben Fernseher Videorecorder und Telefone. Die Libyer verdienen heute mehr Geld als die Briten. Libyens Reichtum ist fair in der Gesellschaft verteilt. Die Unterschiede der jährlichen Einkommen sind geringer als in den meisten Ländern. Jeder Libyer hat eine freie und oft ausgezeichnete Bildung, medizinische und Gesundheitsfürsorge. Neue Colleges und Hospitäler entsprechen internationalen Standards. Auch das kleine Business und Kleinbetriebe florieren dort...
Libyen hat 9 Jahre unter Wirtschaftssanktionen des Westens gelitten und auch die Weltwirtschaftskrise hatte Spuren hinterlassen. Aber zu sagen Ungerechtigkeit wäre der Ausgangspunkt des Konfliktes in Libyen gewesen, das wäre falsch Jeder Libyer hat freien und kostenlosen Zugang zu Ärzten, Kliniken und Medizin.
Quelle: http://muetter-gegen-den-krieg-berlin.de/Libysche-Opposition-in-Bengasi.htm
Und dagegen wehrten sich die Unterdrückten?
Wer soll das glauben, wo wir doch alle wissen, daß echte Aufstände erst dann realisiert werden, wenn es ans „Eingemachte“ geht, also die unmittelbaren Lebensverhältnisse.
Damit werden zumindest die Motive dieses Aufstandes fraglich.
Und da wir genügend Vorlagen für inszenierte Revolutionen haben, wollen wir noch etwas genauer auf die Ereignisse in Bengasi schauen.
Daher kehre ich zum Text vom Herrn Daniljuk zurück.
Da ist zunächst die Rolle von Gaddafis Innenminister Abdulfattah Junis. Am 17. Februar verschwand Junis aus Tripolis und wurde zunächst von Gaddafi für tot erklärt. Dieser Umstand brachte dem alternden Revolutionsführer später in der westlichen Presse reichlich Spott und Häme ein. Denn Junis tauchte sechs Tage später in der Rebellenhochburg Bengasi wieder auf und erklärte nun seine Unterstützung für die zwischenzeitlich auf den Namen "Bewegung des 17. Februar" getaufte Opposition. Die ernannte ihn zunächst zum Militärchef, inzwischen ist er als Generalstabschef zuständig für die Kontakte mit den alliierten Armeeführungen.
Der „treue“ Innenminister mutierte zum Revolutionär und pflegt Kontakte zur NATO.
Wie schön, aber es kommt noch besser.
Am 20. und 21. Februar folgten der libysche Justizminister Mustafa Abdul Jalil und der Generalstaatsanwalt Abdul-Rahman al-Abbar dem Beispiel von Junis und erklärten, dass sie nunmehr die Opposition unterstützen. Bemerkenswert daran ist nicht nur, dass die drei wichtigsten Funktionäre der staatlichen Repression im Polizeistaat Libyen, und damit drei Personen, die auch beruflich aufs Engste miteinander verbunden sind, scheinbar umstandslos zur bewaffneten Opposition überliefen.
Das ist mehr als bemerkenswert.
Wahrscheinlich hatten die Drei urplötzlich die Vorzüge der westlichen Wertegemeinschaft für sich entdeckt. ![[[freude]]](images/smilies/freude.gif)
Zumindest bei Junis bietet die Berichterstattung aus Libyen einige Hinweise darauf, dass er in seiner Funktion als Innenminister den Ausbruch der Unruhen in einer letzten Amtshandlung mit befördert haben könnte.
Bereits am 17. Februar sei der Befehl vom Hauptquartier in Tripolis gekommen, die Polizeistationen zu verlassen, erklärt ein hochrangiger Polizist aus Tobruk der Reporterin Amira El Ahl. "Wir wurden aufgefordert, unsere Uniformen auszuziehen und nach Hause zu gehen."
Hoho!
Der Innenminister griff in die friedliche Revolution lenkend ein.
Nur, wenn die Polizei nach Hause gehen mußte, wer schoß dann auf die Demonstranten?
Wäre es nicht viel logischer gewesen die Demos zu kontrollieren oder gar zurück zu drängen? Doch dazu schickt man die Polizei nun mal vor Ort und nicht nach Hause.
In Bengasi gründete dieses Triumvirat Ende Februar einen "Nationalrat", der inzwischen als wichtigster Ansprechpartner der westlichen Alliierten fungiert. Nach kurzen Konflikten übernahm Justizminister Abdul Jalil die Leitung dieser Gegenregierung. Zunächst hatte Innenminister Junis Anspruch auf die formale Führungsrolle erhoben. Allerdings schien die Führung der Opposition durch den ehemaligen Innenminister politisch noch schwerer zu vermitteln als die durch den Justizminister.
Beide Politiker verfügen seit langem über gute Beziehungen in den Westen. Jalil hatte sich "ausländischen Diplomaten zufolge schon früher dem Westen gegenüber als `aufgeschlossen und kooperationsbereit` gezeigt". Auch Innenminister Junis verfügt über qualifizierte eigene Kontakte, namentlich nach Großbritannien. Mit der britischen Regierung verhandelte er ab 1992 den gemeinsamen Umgang mit verschiedenen Gewalt- und Terrorismusdelikten.
Quelle: https://amerika21.de/analyse/27008/der-merkwuerdige-aufstand
Was dürfen wir daraus schließen?
Die Ereignisse in Bengasi erinnern stark an die Proteste auf dem Maidan in Kiew während seiner blutigen Höhepunkte, als Unbekannte in die Menge schossen.
So etwas gab es auch schon mal in Rumänien 1989.
Kann ich diese Mutmaßung erhärten oder fand vielleicht überhaupt gar kein Massaker statt?
Schauen wir mal.
Der Aufstand war keineswegs, wie meist angenommen, spontan, sondern schon seit langem geplant. Die Protestbewegungen in den arabischen Ländern waren nicht die Ursache, sondern nur ein willkommener Aufhänger.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die Nationale Front für die Rettung Libyens (NFSL). Diese wurde bereits 1982 mit israelischer und US-amerikanischer Unterstützung gegründet, um Ghaddafi zu stürzen. Unter Führung des zur CIA übergelaufenen Kampfgefährten Ghaddafis, Khalifa Haftar, legte sie sich 1988 mit der Libyschen Nationalarmee (LNA) auch einen militärischen Arm zu. Die von den USA ausgerüstete kleine Untergrundarmee unterhielt in Virginia ein Trainingscamp und führt seit den 1990er Jahren Aufstandsversuche und Terroraktionen in Libyen durch.
..
Die NFSL war treibende Kraft hinter den Demonstrationen vom 17. Februar, zu der sie über Facebook und ähnliche Netzwerke mobilisierte. Haftar reiste unmittelbar danach nach Bengasi, um die militärische Führung des Aufstands zu übernehmen.
Die NFSL nutzte sofort ihre guten Kontakte zu den westlichen Politikern und Medien und prägte so maßgeblich die Berichterstattung im Westen über die Auseinandersetzung. Ihr Generalsekretär Ibrahim Sahad zieht seither weiterhin von Washington aus die Fäden, während andere führende Mitglieder eine maßgebliche Rolle im sogenannten ›Nationalen Übergangsrat‹ spielen. Dieser Rat wird, ohne daß nach seiner Legitimation gefragt wird, vom Westen als Repräsentant der gesamten Opposition im Land angesehen und von der Kriegsallianz sogar offiziell als neue libysche Regierung anerkannt.
Auch Frankreich und Großbritannien hatten ihre Vorbereitungen offensichtlich schon lange vor dem 17. Februar begonnen. So trafen sich Vertreter der französischen Regierung im Herbst letzten Jahres in Paris mit abtrünnigen libyschen Politikern, darunter der ehemalige Protokollchef und enge Vertraute Ghaddafis, Nouri Mesmari.
Quelle: http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Libyen/afrika2-neu.html
Die Demos waren also von der unsichtbaren Hand des Westens eingefädelt worden und hierbei bediente man sich wie üblich korrupter Funktionäre und Spießgesellen, die bei Bedarf und für Geld alles niederschießen, was sich ihnen in den Weg stellt.
Aufschlußreich ist auch der Beginn dieses Artikel in dem mal liest.
Wie jeder Krieg von NATO-Staaten begann auch dieser mit einer großen Lüge. Der Ruf nach einer Flugverbotszone über Libyen wurde damit begründet, Machthaber Muammar Al-Ghaddafi würde die Luftwaffe gegen friedliche Demonstranten einsetzen und die »eigene Bevölkerung abschlachten«. Doch selbst US-Verteidigungsminister Robert Gates gab vor Kriegsbeginn zu, dafür keine Beweise gesehen zu haben. Weder die UNO noch die westlichen Botschaften in Tripolis konnten irgendwelche Belege vorweisen. Mittlerweile sind die Vorwürfe eindeutig widerlegt. Auch für das vielbeschworene Blutbad, das bei der Einnahme der Rebellenhochburg Bengasi durch Regierungstruppen drohe, gab es keine ernstzunehmenden Hinweise. Libysche Truppen hatten in den Tagen vor der Verabschiedung der UN-Resolution mehrere Städte zurückerobert. In keiner war es dabei zu Massakern gekommen, und es gab keinen Grund anzunehmen, daß dies in Bengasi anders sein sollte.
Quelle, wie oben.
Das soll genügen, um Deine NATO-Propaganda ein für alle Mal ins Reich der Legenden zu befördern.
Libyen wurde mit den gleichen boshaften Lügen in den Zerfall geführt wie viele Länder zuvor und danach.
Bis heute sind seit dem Umsturz von 2011 in Libyen ca. eine halbe Millionen Menschen gestorben.
Die Frage, ob Gadaffi ein Demokrat, strenger Führer, gerissener Schurke oder Diktator war, verblasst angesichts dieser menschlichen Tragödien.
Ja, er hat Menschen foltern und ermorden lassen.
Doch wer wagt es hier eigentlich Anklage zu erheben?
Die scheinheiligen „Friedensbringer“, die in den letzten Jahrzehnten ganze Staaten und Regionen verwüsten und deren Opfer inzwischen Millionenhöhe erreicht haben.
Diese großen Schurken wagen es mit dem ausgestreckten Finger auf einen kleinen Schurken zu zeigen?
Fakt ist: Mit Gaddafi konnte die überwiegende Mehrheit der Libyer ein sehr anständiges Leben führen und Hundertausende aus den Nachbarstaaten verdienten ihr Geld in Libyen.
Nach dem Umsturz durch die echte „Achse des Bösen“ ist aus dem fortschrittlichen Industriestaat verbrannte Erde geworden.
Nach diesem Muster und weiter andauernder Fälschungen wurden danach Syrien und schließlich die Ukraine in gefallene Staaten verwandelt.
Wer solche Verbrechen auch noch propagandistisch befürwortet, hat entweder keinen oder einfach nur einen miesen Charakter. ![[[sauer]]](images/smilies/sauer.gif)
mfG
nereus