Es geht ja auch darum, dass Grenzen, die nur auf dem Papier bestehen keine Grenzen im Wortsinn sind.
Scheingrenzen sozusagen.
Der Schengen-Deal lautete: Außengrenzen werden geschützt, damit im Schengen-Raum Grenzen wegfallen können.
Da die Außengrenzen nicht mehr geschützt werden, fällt die Voraussetzung für Schengen weg.
Hier gilt die Conditio-sine-qua-non-Formel: „Bedingung, ohne die nicht".
So haben wir offene Außengrenzen, eine Einladung Merkels nach Deutschland, die einer Einladung zur Nutzung unserer "Clubgüter" in unserer Solidargemeinschaft gleichkommt. (Formulierungen sinngemäß von H.W. Sinn übernommen.)
Aus diesem Grund strömen auch täglich zu Tausenden Leute ins Land, die zu einem hohen Anteil nicht wegen Flucht vor dem Krieg, sondern wegen unserer Clubgüter hier her kommen. Als Glücksritter sozusagen.
Das Thema lautet also: "Offene Grenzen sind Grenzen, die vielleicht auf dem Papier in einem juristischen Sinne zwar existieren (de jure), aber in der Realität (de facto) nur noch dem Anschein nach noch existieren.
Das Vid von Ebbes muss ich mir noch ganz anschauen, aber es geht wohl tatsächlich darum, diesen, soeben geschilderten Widerspruch zu besprechen.
Es lässt sich über alles diskutieren (außer jemand behauptet empört alleinige Deutungshoheit zu besitzen). Das hat aber keiner.
Und geltendes Recht kann auch unmoralisch, falsch und dringend änderungsbedürftig sein.
Dass also de jure Deutschland noch Grenzen hat, widerlegt nicht Stimmen, die postulieren, dass es keine De-Facto-Grenzen mehr gibt. Und schon gar nicht jene, die fordern, dass zum Schutz des inneren Friedens und unserer solidarischen Clubgüter De-Facto-Grenzschutz betrieben werden muss.
Zumal das auch dem eingangs geschilderten Geist von Schengen entspricht (Außengrenzen schützen; Schengen-Innengrenzen öffnen).
Also ich finde, dass es da jede Menger Diskussionsbedarf gibt. Genau deswegen wird ja auch so viel diskutiert. Hier, bei Illner oder sonstwo.