Wir reden also, wie so oft, nicht aneinander vorbei...
Mein lieber Phoenix,
... sondern versuchen nur, ein bisschen ruhende Struktur und emotional begleitete Sachlichkeit auszustrahlen bei einem sehr bewegenden Thema:
Der Kapitalismus - ein System, das eben nicht funktioniert, noch nie funktionierte und nie funktionieren wird, aber mit seinem Rise and Fall den ultimativen evolutionären Turbo darstellt ... also doch funktioniert und funktionierte - bloß eben nicht in unserem Sinne.
Gehen wir das Thema mal einfach gelassener an - Du mit Deinem enormen Wissen, ich mit meinen gefühlslastigen Texten, vielleicht nutzt es irgend Jemandem um sich Umwege zu ersparen und direkt zum Thema zu kommnen.
Das Thema heißt leider: Überleben.
So ist das in Natur und so ist das bei uns Menschen als Teil der Natur, in welcher Organisationsform auch immer.
Das können wir mögen oder verabscheuen aber Natur fragt auch nicht die Kreaturen: Wollt ihr überleben?
Sie gibt ihnen Räume frei - mehr nicht.
Wenn der Krill die Chance erhält, vermehrt er sich mannigfaltig extrem schnell um dann nur...
...gefressen zu werden, von Lebewesen, die von anderen gefressen werden, die von anderen gefressen werden....
Und so geht das gegenseitige Fressen und Gefressenwerden munter durch alle Arten hindurch:
Die Bäume machen die Gräser fertig,
Die Baumfreunde machen, von den Bäumen gerufen, die Baumgegner fertig,
Die Pflanzenfresser machen die Pflanzen fertig,
Die Beutegreifer machen die Pflanzenfresser fertig,
Die Menschen meinen, alle fertig machen zu können und verstehen zunehmend garnix mehr.
Ich unterhalte mich sehr gern mit wirklich klugen Spezialisten, die den Bezug zum Ganzen in jeder Beziehung noch nicht verloren haben,
Darum bin ich ja so dankbar, dass Spezialisten wie Du, @Kurt, @Ashitaka, @Zara (Liste beliebig fortsetzbar – ich habe erst einmal vor allen Foristen Respekt ,sich öffentlich so zu outen wie hier) und all die anderen wirklich klugen und mutigen Leute, die sich nicht zu schade sind, hier Stellung (von mir aus auch gegeneinander) zu beziehen
Die Bakterien und Viren, und da schließt sich der Kreis, machen die Menschen fertig (wir haben keine Antibiotika der X-ten Generation mehr im Köcher- MRSA wird Normalität werden, weil sich Antibiotikaforschung debitistisch schlicht nicht rechnet - Mia.schwere Preise werden ausgelobt- kein Pharma-Riese hat Interesse an neuen Antibiotika.
Danke für die Rosen,
Nix Rosen.
Einfach nur Blumen und Dank dafür, dass du mit deinen intellektuellen Fähigkeiten dich bisher noch nicht hast abwerben lassen von der dunklen Seite, von der Drecksjournaille, von den Giftmischern und Gifttrinkern.
Und das ist wirklich schwer im echten Leben und auch im Forum.
Wo ist eigentlich der eloquente Weissgarnix, warum spricht so ein Debitismusgigant wie der @dottore über eine unbedeutende Frau Schavan als sich den ernst gemeinten Diskussionsangeboten eines wirklich klugen Prof. Heinsohn zu stellen?
aber auch wir reden aneinander vorbei. Das Thema
waren Mikrokredite, die ja anscheinend den Sinn hatten, in den
entsprechenden Regionen nachhaltig Wachstum zu erzeugen und ich hatte
argumentiert, warum das so nicht funktionieren kann.
Das ist doch völlig richtig argumentiert. Es ist eine Sidechain. Mikrokredite in der praktizierten Art basieren nur auf der Ehrhaftigkeit der involvierten Leute ohne die grässliche Ausbeutung zu beenden - dafür gibt es noch gewaltige Zinsen - mit welcher Berechtigung eigentlich?
Wenn ich Geld übrig habe, kann ich doch in aufstrebende sonst chancenlose Startups investieren und nicht in arme Schweine, denen das Wasser eh schon systembedingt bis Unterkante, Oberlippe steht.
Und sich dann noch als Menschenretter aufspielen... Die Mikrokredite haben die niedrigste Kreditausfallrate weltweit – perverser geht es doch kaum noch.
Wie eine Prostituierte, bei der ich sage „die will das doch nicht anders“.
Das ist doch einmal genau betrachtet ein debitistischer Widerspruch.
Die, die übrig haben, räumen Kredit ein (z.B. Gerste, die sie als Saatgut übrig haben).
Die die nix haben dürfen sich abstrampeln um die Finanzierung wieder rein zu bekommen plus Zinsen.
Wahre Mikrokredite haben zinsarm zu erfolgen.
Der @dottore hat den Zins (nicht den Zinnß) perfekt erklärt:
Ich habe in der Zeitperiode X mehr von etwas, dass Andere auch brauchen.
Ich gebe es den Anderen (Gerstenkörner zur Saat) und zerstöre in diesem Augenblick den Wert meiner Gerstenkörner (wenn sie die Mäuse oder der Schimmel nicht sowieso geholt hätten).
Ich gebe Saatgut X.
Eine reiche Ernte folgt, die den Wert meiner Vorräte zerstört.
Mein Saatgut ist jetzt nur noch X = x -y wert, also muss ich von Anfang an die y fordern um einen fairen Ausgleich für den mit dem Ausreichen verbundenen Wertverlust meines Korn's über die Zeit zu bekommen.
Das wäre zutiefst sozial und gerecht.
Mikrokrediteure sind aber der Oberabschaum, sind die Drecksdealer des dreckigen Systems - sie wollen mehr als das y, mehr als ihre Ware in dem betreffenden Zeitraum verfällt - sie wollen kostenfrei von der Arbeit der sowieso schon armen Menschen noch profitieren.
Dann verkaufen sie das der Welt noch als Altruismus wie die Drecksäcke, Ganoven und Betrüger der Welt wie ein Herr Gates mit seinen Drecksstiftungen.
Sie brauche doch nur ihr zusammengeraubtes Vermögen VERSCHENKEN um wahre Philantropen zu werden, machen sie aber nicht…lauter Stiftungen.
Wenn ich könnte, würde ich alle Leute, die ich kenne, bei solchen Mikrokrediteuren Kredit aufnehmen lassen und sie dann einfach durch Nichtbedienung der unbesicherten Schulden verrecken lassen an ihrer widerwärtigen Tätigkeit.
Das war weder pro noch
contra Staat, sondern bloß eine Replik auf das allgemeine ökonomische
Unverständnis in der Linken, die ja ebenso glaubt, dass Gelder von der 1.
Welt in die 3. Welt irgendetwas nachhaltig bewirken können. Wer auf den
Wohlstand im Westen schielt und sich das auch für Afrika wünscht, der
muss auch den Kern unseres (fragilen, weil auf Schuldenzwang erbauten)
Wohlstands begreifen und das ist nun mal ein Gewaltmonopol, das Eigentum
schützt. Das war keine ideologische Präferenz meinerseits, sondern bloß
eine Feststellung.
Völlig richtig. Entwicklungshilfe ist ein Verbrechen.
Ich schäme mich dafür, dass ich diese widerwärtige Ausbeutung geschehen lasse.
Hänchenreste für Afrika!
Dafür hatte Natur eine viel artgerechtere Lösung mit Segmentierten
Gesellschaften.Du hast aber Recht.
Das ist vorbei, unumkehrbar und das Staatsphänomen unaufhaltsam bis
zum
Ende, die Zentralisation nur durch Zusammenbruch aufzuhalten.
So ist es und du da du ja mein Buch gelesen hast, weißt du auch, dass ich
der Meinung bin, dass der sich global ausbreitende, parasitierende und
zentralisierende Kapitalismus (mit seinen üblichen nicht-kapitalistischen
Opfern: eben Afrika) in einer Katastrophe münden wird, die in der
Menschheitsgeschichte einer Zäsur gleicht, vergleichbar mit dem Übergang
vom Paleolithikum ins Neolithikum.
Machmal denke ich Staaten und Konzerne sind Lebewesen wie Schwärme von Staren, Fischen und Insekten.
Dann fallen alle Widersprüche.
Die gab es in dieser Form nur noch nicht, weil die Evolution noch nicht so weit war.
Heute greift das Leben nach der Erde und nach Nachbarplaneten um mehrere Standbeine zu bekommen und nicht in einer einzigen kosmischen oder vulkanischen Katastrophe wie bei den Dinos zu Ende zu gehen.
Auch im Menschen als Zellverbandzusammenkunft verrecken ständig Mio. Zellen, nach denen keiner fragt.
Der Gesamtorganismus hat sich weltweit auf Kosten der andern Spezies ausgebreitet.
Wie es mir als Zelle dabei geht ist dem Gesamtorganismus ziemlich egal.
Ich funktioniere oder werde abgestoßen wie meine Vorgänger und meine Nachfolger.
Du schreibst sinngemäß "ein bisschen Staat geht nicht also braucht es
einen starken Staat".
Nein, ich sage, es braucht einen starken Staat, wenn man das gleiche
Wachstum in Afrika will, das wir jetzt viele Jahrzehnte lang hatten (bzw.
seit der industriellen Revolution hatten, wenn man die Phasen aus Boom und
Bust in einem Zyklus zusammenfassen will).
Nur ein starker Staat kann sich so massiv verschulden, dass Raumfahrtprogramme und der Griff nach dem Mars gehändelt werden können - auf Kosten von Mrd. in Armut versinkenden Menschen in Asien und Afrika, Guthaben=Schulden.
Ich schreibe (ab): Staat ist von Anfang an nicht vorfinanzierbar, wenn
nicht gnadenlos auf immer mehr bankrottierende Nachschuldner abgeladen
wird
(Pflanzen, Tiere, Menschen).
Die angehäuften Schuldenberge aus den vorangegangenen vorfinanzierten
Perioden sind inzwischen zu groß mit aktuellen und noch folgenden
Verschmutzungen von Erde, Wasser, Luft, Genpool, Memen und allem
anderen
beim Kollabieren der Menschheit.
Das wird getilgt oder ausgebucht werden müssen und täglich kommt ein
neuer Schuldenberg dazu.
So ist es.
Also tun sich immer mehr Gewebezellen zusammen, um im Weltstaat irgendeine Rolle zu finden.
Kein Platz für Anarchisten.
Die Zeit der Jäger und Sammler ist definitiv vorbei.
Das Zellen sich gegenseitig bekämpfen und dabei verrecken interessiert Leben herzlich wenig.
Entlang der Zentralmachtstrukturen will Leben nur evolvieren.
Selbst wenn man einen halbwegs gerechten Weltzentralstaat voraussetzen
würde, was wegen der fehlenden Sozial- unnd Psychohygiene
(Psychopathen,
Faulpelze und Unfähige werden nicht verbannt oder neutralisiert sondern
an
die Macht gespült) müsste dieser auf Kosten von irgendjemand wirklich
produktiv Arbeitenden durchgefüttert werden.
Soviel Ressourcen, Ackererde und Billiglöhner gibt es nicht um diesen
Ausbeutungs- und Umverteilungsakt zu leisten.
Ja, abgesehen davon, dass ein Weltstaat unmöglich zu verwalten ist, d.h.
sehr schnell im Inneren marodiert durch sich selbstständig machende
Weltstaatsdiener.
Leben findet seinen Weg, fürchte ich, ob es uns passt oder nicht.
Die Zeit der Individualisten und Familienmenschen läuft ab.
Die erste Welt lebt heute auf Kosten der dritten Welt.
Die zweite Welt möchte zur ersten Welt aufschließen.
Wenn die dritte Welt auch noch aufschließt, auf wessen Kosten will
dann
die erste, zweite und dritte Welt leben?
Das ist der Punkt. Sehr schön zusammengefasst!
Dein früheres Argument gefällt mir besser:
Runter wirtschaften, widerstehen und zerfallen.
Komplexe Strukturen rückbauen. Urschulden auf artgerechtes Niveau
zurückfahren mit den damit verbundenen Bankrotten und Ausbuchungen.
Das passiert ganz von selbst. Dazu muss man nichts tun.
Es ist nicht zu tun! @Hinterbänkler
Das kommt so oder so.
Richtig!
Dann kann man aber auch etwas entspannter mit seinem Leben umgehen.
Eigentum?
Ja, von mir aus.
Ohne geht die Welt aber auch nicht unter.
Gegen Staat kann ich mich immer wehren, wenn ich bereit bin, die daraus resultierenden Konsequenzen zu tragen.
Habenichts heißt auch Gebenichts.
Ganz liebe Grüße und sorry für das
kapern des Threads
Silke