Mit Eigentumstiteln aber auch nicht
> Zuerst braucht man Eigentumstitel (bzw. zuvor noch einen Staat der die Macht inne hat, statt eines "failed state") - danach wären die Mikrokredite ein Segen gewesen.
Das Problem ist doch, dass der Staat seine "Macht" gerade gegen die Habenichtse heute nicht mehr durchsetzen kann. Es sind einfach zu viele geworden, und eine "Endlösung" der Armutsfrage ist in modernen Demokratien derzeit nicht mehrheitsfähig.
Erschwerend kommt dann dazu, dass die Erde - bis auf die Antarktis - längst komplett aufgeteilt wurde. Es gibt kein Niemandsland mehr.
Die Besitzer leben auf Boden, der ihnen nicht gehört - oft illegal, wobei es die Eigentümer eben häufig nicht mehr schaffen, sie zu vertreiben, ohne dabei "Menschenrechte" zu verletzen.
Was würde nun solchen Besetzern ein Eigentumstitel nützen? Der wäre doch als Kredit-Sicherheit im Prinzip völlig wertlos. Denn falls der Kredit ausfiele, ginge das Land zwar formal an die Bank über, aber sie könnte es nicht verwerten, denn dazu müsste sie ja den Schuldner von der Parzelle vertreiben. Das hatte aber schon damals nicht geklappt, als er das Land besetzte.
Und dass die Mikrokredite - nach einer euphorischen Anfangsphase - reihenweise ausfallen würden, ja: ausfallen müssen, sollte einem Ökonomen eigentlich von Anfang an klar gewesen sein. Ein Überangebot an Mikro-Unternehmern drückt natürlich deren Rendite auf oder sogar unter Null, und das eigene Überleben geht nun mal vor jeglicher Kredittilgung.