Eigentum breit gestreut?

Leserzuschrift, Sonntag, 27.12.2015, 12:59 (vor 3695 Tagen) @ Phoenix54597 Views

> Heinsohn hat schon recht, dass der einzige Grund für dieses Elend das Fehlen eines stabilen Staates ist, der Eigentum breit streut ...

Wie soll das gehen?
In der Praxis ist doch gerade das Gegenteil der Fall: das Eigentum konzentriert sich weltweit im immer weniger Händen - auch in "stabilen" Staaten.

Natürlich sind quadratkilometergroße Monokulturen deutlich produktiver als kleinbäuerliche Handtuchfelder. Und wenn man die Herbizide per Flugzeug ausbringen kann, schont das sogar den Boden, weil dessen Verdichtung durch Traktorreifen vermieden wird.

Während Kleinbauern in der Regel mit einem Bein im finanziellen Grab stehen, können Großgrundbesitzer ihr Risiko besser streuen und normalerweise satte Gewinne erwirtschaften, die ihnen dann z.B. den Ankauf weiteren Landes gestatten oder eine Einflussnahme auf die Gesetzgebung.


> Und die Ursache ist schlicht und einfach das Fehlen eines stabilen Gewaltmonopols, das Eigentum verteilt und schließlich garantiert bzw. darin von Rechtswegen vollstrecken kann.

Zwangsversteigerungen sind ein beliebter Weg, mit denen die ohnehin schon Reichen ihre Flächen billig (und legal) weiter ausbauen.
Es gibt ja so viele Möglichkeiten, Kleinbauern in den Ruin zu treiben. Manchmal reicht es schon, ihnen wiederholt das Vieh von der Weide zu stehlen, oder dass das Agrarflugzeug beim Wenden über den Nachbargrundstücken "vergisst", den Herbizid-Sprühnebel abzustellen...


> Das ist der einzige Grund, warum es dort nie zu Wohlstand kommt.

Falsch. Natürlich gibt es auch "dort" Wohlstand - in den Händen derjenigen, die wissen, wie man das Gewaltmonopol des Staates zum eigenen Nutzen einsetzt.


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