Richtig, Pflichten werden aufgeladen (freiwillig oder per Z.)

Silke, Sonntag, 27.12.2015, 11:40 (vor 3693 Tagen) @ Fidel4717 Views

Lieber Fidel,

tut mir leid, wenn ich immer so viel über Zwang, Macht und den bösen Staat schreibe.

genau aus dem Grund schürfte Heinsohn nicht so tief, wie es P.C.
Martin tat:

Klasse!
Wie W. Reich tiefer schürfte als Freud.
Resultat ist bekannt.

An der Stelle möchte ich gerne Einspruch erheben, ohne den
Erkenntnisgehalt deiner Zeilen zu schmälern.

Das wäre dann ein gegenseitig wertschätzender Austausch von Argumenten, ohne den anderen in das eigene Denkschema zu zwängen.

In Zeiten des Aufbaues (z.B.
nach der Pest, 1347-1353) waren es individuelles Können und Fleiß, welche
die Basis für Vermögen stellten.

Die Pest konnte sich in einer üblen depressiven Deflation, vorangetrieben von schweren weltweiten klimatischen Veränderungen mit Einbruch der gesundheitlichen Widerstandsfähigkeit der bitterarmen unhygienisch und in Städten gehäuft lebenden Bevölkerung ausbreiten. Ganze Dörfer haben davon nichts mitbekommen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Sp%C3%A4tmittelalterliche_Agrarkrise
Wiki verwechselt Ursache und Wirkung.

Zur Zeit der Industrialisierung muss es
ähnlich gewesen sein... Sobald Beute erarbeitet wurde (auch der
Sozial-Staat), nimmt das parasitäre Umverteilen zulasten anderer zu, bis
der Wirt aufgibt.

Auch verdreht.
Beute (besser Privatisierung von Allmende) wird erst durch in Staat organisierte Menschen gemacht - aus debitistischen Gründen (Abgabezwang steht zuerst - Wirtschaften und Wuseln folgen - Horten und Geizen ist für viele überlebensnotwendig um nicht im Schuldenturm zu landen - Investieren ist etwas für Mutige.
Da Guthaben=Schulden sind muss es immer in Summe so viele Habenichts geben wie es in Summe Pfeffersäcke gibt (die sind nur weltweit verstreut).

Das Regulativ könnte der Wettbewerb sein, welcher aus Gründen der
sozialen Gerechtigkeit (Gemeinwohl) politisch gelenkt wird. [[zwinker]]

Zu Recht gezwinkert.
Die Staatsbenutzer häufen Wohlstand nicht weil sie fleißiger als die Plantagenarbeiter in Übersee oder Einwohner ferner Gebiete sind sondern weil immer Soldaten, Verwaltung, Aufseher und Bibelwerfer mit marschieren, die auf die richtige Strömungsrichtung des Reichtums achten.
Kolumbus war ein berühmter "Wettbewerber" wie die Phönizier, Araber Karthager Römer usw.
Immer gibt es als Pendant zu Gewinnern mehr Verlierer.
Wenn Briten Tee trinken wollen, muss die Welt Tee anbauen.

Ein Vermögen mache ich immer auf Kosten Anderer (Menschen, Pflanzen,
Tiere, zukünftige Generationen).


Eine Schuld gegenüber unserem Wirt, der Natur, bleibt natürlich.

Die Welt ernährt ja alle. Aber eben auf extrem niedrigem Niveau (Solarkonstante).

Ich kann mich nur auf einen Kompromiss mit meiner Welt einigen.
Richte ich mich Mikro noch so befriedigend ein, richte ich Makro

trotzdem

Schaden an - nur durch meine Existenz.


Ist dir der Kunstgriff aus Schaden durch Existenz -> eine Schuld -> eine
Verantwortung ab zu leiten, zu weit hergeholt?

Ich schade als Staatsbürgerin von BRD mit Familie den Lebewesen der Welt, egal wie sehr ich meine Ansprüche reduziere.

Wie können wir der Verantwortung daraus gerecht werden?

@Phönix5 meinte einmal zu Recht: runter wirtschaften.
Dann kracht der Rechtsstaat und mafiöse Warlords übernehmen.

Ich schleiche mich durch die Hintertür der persönlichen Gespräche in
geschützter vertrauensvoller Umgebung.
Geduldiges Fragen und Antworten.


Genau das meine ich, durch richtige Fragen (u. Vorleben)
Verantwortungsgefühl wecken und positive Entscheidungen auslösen.

Ja. Du weißt wie schwer das sein kann und wie leicht das manchmal geht.

Mahnwache:
Ihr zwingt aber die Leute dazu, sich öffentlich für euren
Standpunkt zu entscheiden, sich zu outen.
Das schaffen die meisten Bürger nicht aus dem Stand heraus.


Bitte nicht schon wieder ZWANG! [[smile]] Ich bewerbe die Mahnwache als
Angebot, sich zu (ver)sammeln. Wie schön wäre die Überraschung nicht
allein zu sein; das vergessene Bewusstsein für politische Potenz (vgl.
1989) wecken.

Ich habe mich falsch ausgedrückt.
Ein Demonstrant auf der Straße fordert mich automatisch auf, Stellung zu beziehen: zu sympathisieren (offen oder versteckt) oder abzulehnen (heftig oder nur ein wenig).
Die MSM verdammen jeglichen Protest in BRD als braune Soße, Nazis, Menschenhasser, Chaoten, Ruhestörer. Das ist der Topf, in den ihr von Jedem gesteckt werdet - egal wie freundlich ihr Eure sympathischen Gedanken anbietet.
Wer sich zu Euch stellt, steht nicht mehr bei den Anderen und wird entsprechend ausgegrenzt.
Das Leben ist kein Hollywoodfilm. Die Guten gewinnen nie, sondern nur die Psychopathen. Bob Marley wurde wegen seiner Musik niedergeschossen, John Lennon gar getötet.

Die Mahnung richtet sich natürlich an alle. Aus vielen Erkenntnissen
stammt mein Gefühl der Verantwortung, dass der leise Gedanke durch die
Hintertür nicht mehr genügt.

Ich habe ein paar Wenden mitgemacht. Es ist schlimmer geworden. Ich bin müde.

Unsere von früheren Machthabern zugestandenen
Eigentumsrechte
sind nicht mehr nur parasitären Begehrlichkeiten
ausgesetzt, sondern vom Untergang bedroht. Ich empfinde diese Gefahr so
groß, dass ich mögliche persönliche Nachteile vernachlässige.

Zentralmacht bleibt unberührt vom Agieren der Bürger.
Machthalter werden ausgetauscht.

Was mir bei allem am meisten zu schaffen macht, ist die offensichtliche
Unfähigkeit der aktuellen Machthaber; wer führt uns hier zum Richtplatz?
Geht´s noch? Nein, ich halt es nicht aus. "Mir reicht´s" und noch
leben wir die Illusion eines Rechtsstaates....

Das ist keine Unfähigkeit. Viele streben an die Macht. Sind sie im Dunstkreis der Macht lassen sie sich korrumpieren. Ich habe z.B. symptomatisch einen Mann erlebt, der sich als Widerständler gegen Kommis und dann gegen die CDU'ler aufgerieben hat, um dann im SPD-Bestechungssumpf zu enden - Familie zerstört, Ideale verloren. So geht es sehr, sehr vielen. Wir wollen nicht die ultimative Veränderung sondern nur ein größeres Stück vom Kuchen.
Haben wir das, fällt das abgeben und teilen auf einmal sehr, sehr schwer...
weil wir uns nicht darauf verlassen können, ob uns jemand abgeben wird, wenn wir in Not geraten.

Ein Recht mag abgetreten werden, eine Pflicht nicht. Darum ist
Freiheit weniger ein Recht als eine Verpflichtung
.

(Lord Acton)

Ich bin nicht frei. Weder individuell noch in meiner Familie noch in der Gesellschaft.
Ich versuche den Kompromiss zu finden, den ich ertragen kann.

Alles Gute Euch und
Liebe Grüße
Silke

PS.
Ich rette lieber wenige Kreaturen als die ganze Welt. Das ist mein Weg, ohne dass ich euren Weg schlechter finde.


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