Liebe Silke, ich plädiere nicht für den Staat - ich beobachte nur
Lieber Phoenix5,
oft genug begeisterst Du mich, manchmal erstaunst Du mich.
Schreibst so ein tolles Buch, stellst den Debitismus-Teil kostenlos hier
ein argumentierst aber mit der Notwendigkeit eines weltweiten starken
Staates um wirtschaftliche Not zu beenden und die Bösewichte der Welt in
Schach zu halten.
Danke für die Rosen, aber auch wir reden aneinander vorbei. Das Thema waren Mikrokredite, die ja anscheinend den Sinn hatten, in den entsprechenden Regionen nachhaltig Wachstum zu erzeugen und ich hatte argumentiert, warum das so nicht funktionieren kann. Das war weder pro noch contra Staat, sondern bloß eine Replik auf das allgemeine ökonomische Unverständnis in der Linken, die ja ebenso glaubt, dass Gelder von der 1. Welt in die 3. Welt irgendetwas nachhaltig bewirken können. Wer auf den Wohlstand im Westen schielt und sich das auch für Afrika wünscht, der muss auch den Kern unseres (fragilen, weil auf Schuldenzwang erbauten) Wohlstands begreifen und das ist nun mal ein Gewaltmonopol, das Eigentum schützt. Das war keine ideologische Präferenz meinerseits, sondern bloß eine Feststellung.
Dafür hatte Natur eine viel artgerechtere Lösung mit Segmentierten
Gesellschaften.Du hast aber Recht.
Das ist vorbei, unumkehrbar und das Staatsphänomen unaufhaltsam bis zum
Ende, die Zentralisation nur durch Zusammenbruch aufzuhalten.
So ist es und du da du ja mein Buch gelesen hast, weißt du auch, dass ich der Meinung bin, dass der sich global ausbreitende, parasitierende und zentralisierende Kapitalismus (mit seinen üblichen nicht-kapitalistischen Opfern: eben Afrika) in einer Katastrophe münden wird, die in der Menschheitsgeschichte einer Zäsur gleicht, vergleichbar mit dem Übergang vom Paleolithikum ins Neolithikum.
Du schreibst sinngemäß "ein bisschen Staat geht nicht also braucht es
einen starken Staat".
Nein, ich sage, es braucht einen starken Staat, wenn man das gleiche Wachstum in Afrika will, das wir jetzt viele Jahrzehnte lang hatten (bzw. seit der industriellen Revolution hatten, wenn man die Phasen aus Boom und Bust in einem Zyklus zusammenfassen will).
Ich schreibe (ab): Staat ist von Anfang an nicht vorfinanzierbar, wenn
nicht gnadenlos auf immer mehr bankrottierende Nachschuldner abgeladen wird
(Pflanzen, Tiere, Menschen).
Die angehäuften Schuldenberge aus den vorangegangenen vorfinanzierten
Perioden sind inzwischen zu groß mit aktuellen und noch folgenden
Verschmutzungen von Erde, Wasser, Luft, Genpool, Memen und allem anderen
beim Kollabieren der Menschheit.
Das wird getilgt oder ausgebucht werden müssen und täglich kommt ein
neuer Schuldenberg dazu.
So ist es.
Selbst wenn man einen halbwegs gerechten Weltzentralstaat voraussetzen
würde, was wegen der fehlenden Sozial- unnd Psychohygiene (Psychopathen,
Faulpelze und Unfähige werden nicht verbannt oder neutralisiert sondern an
die Macht gespült) müsste dieser auf Kosten von irgendjemand wirklich
produktiv Arbeitenden durchgefüttert werden.
Soviel Ressourcen, Ackererde und Billiglöhner gibt es nicht um diesen
Ausbeutungs- und Umverteilungsakt zu leisten.
Ja, abgesehen davon, dass ein Weltstaat unmöglich zu verwalten ist, d.h. sehr schnell im Inneren marodiert durch sich selbstständig machende Weltstaatsdiener.
Die erste Welt lebt heute auf Kosten der dritten Welt.
Die zweite Welt möchte zur ersten Welt aufschließen.
Wenn die dritte Welt auch noch aufschließt, auf wessen Kosten will dann
die erste, zweite und dritte Welt leben?
Das ist der Punkt. Sehr schön zusammengefasst!
Dein früheres Argument gefällt mir besser:
Runter wirtschaften, widerstehen und zerfallen.
Komplexe Strukturen rückbauen. Urschulden auf artgerechtes Niveau
zurückfahren mit den damit verbundenen Bankrotten und Ausbuchungen.
Das passiert ganz von selbst. Dazu muss man nichts tun.
Das kommt so oder so.
Richtig!
Beste Grüße
Phoenix5