Ja, "die wirkmächtige Aktion" ... auch sie scheitert an den ohn-maechtigen/unwilligen Akteuren ...

CrisisMaven ⌂, Sonntag, 23.08.2015, 19:42 (vor 3805 Tagen) @ Mephistopheles5639 Views

Wenn ich CrisisMaven richtig verstanden habe, kommt es überhaupt nicht auf Hinterfragen an, sondern alleine und ausschließlich auf die wirkmächtige Aktion. Die Aktion so durchzuführen, dass sie das Ziel erreicht oder einen zumindest dem Ziel näher bringt.

Genau so. Ich habe immer Schrecken gesaet und mich am Ende durchgesetzt. Aus 220 Tagessaetzen oder beantragter Haftstrafe wurde entweder Verfahreneinstellung auf Staatskosten oder 15 Tage zum Mindestbetrag - letzteres, weil man mich aergern wollte, denn gegen 15 Tage gibt es kein Rechtsmittel und man bleibt auf seinen Kosten sitzen. Bei lupenreiner Verfahrenseinstellung oder Freispruch dagegen muss der Staat die Auslagen tragen. (Ich habe mich dann aber auch nie lumpen lassen - meine "aussergerichtlichen Kosten" und auch sonstiges habe ich dem Staate nie in Rechnung gestellt, auch habe ich heute noch einen Titel ueber ca. 60 Mark vom Verwaltungsgericht Koeln irgendwo herumliegen. Da eine Zwangshypothek auf den Bonner Bundestag erst ab 500 Mark moeglich war, habe ich es bisher gelassen ... [[freude]] ...)

Allerdings ... fuehre ich das auch auf die dabei stets mit beachtete Juristerei zurueck. Daran z.B. scheiterte Palmer grossenteils.

Das Problem ist: solange einer allein ausreicht, vgl. Vowinkel, kann das funktionieren, wenn man dafuer allerdngs eine Karriere aufzugeben bereit ist.

Aber, waehrend ich den Ausbau der Kernkraftwerke auf 150 Einheiten noch zu bauender Reaktoren erfolgreich verhindern konnte, so waere fuer die Ruecknahme der Betriebsgenehmigungen der bestehenden Kerntechnischen Anlagen eine gemeinsame Anstrengung und Geld vonnoeten gewesen. Diese Gelder kommen zwar zusammen, wenn jemand einen Kroetenwanderweg finanziert haben moechte, nicht aber gegen die groesstmoegliche "friedliche" Bedrohung, die unsere Zivilisation infrage stellt, die Atomindustrie.

Von daher bezweifle ich, dass es in Deutschland zu am Ende wirksamem, d.h. erfolgreichem, Widerstand kommen wird. Meine Bedenken hatte ich mehrfach schon "zu Papier" gebracht.

Anders als im Dritten Reiche, waere der Widerstand (im Durchschnitt der engagierten Buerger) mit weniger Anstrengung verbunden, als zu einem Fussballspiel zu gehen und fuer ein Eifon Schlange zu stehen. Das stimmt mich eben pessimistisch.

Um es salopp zu sagen: wenn sich Menschen, die im Knast lebenslang eingesperrt sind, monatelang bis jahrelang auf einen erfolgreichen Ausbruch vorbereiten koennen, sollten diejenigen, die angeblich um ihre Freiheit so sehr besorgt sind, es doch auch schaffen, entsprechende Zeiten ausserhalb des Knasts zu opfern? Aber solange man die Freiheit nicht gaenzlich verloren hat, passen sich die meisten lieber an. Sonst waere auch ein Nordkorea kaum denkbar.

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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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