Ok. Da erkenne ich natürlich deine höhere Kompetenz an

Mephistopheles, Datschiburg, Samstag, 22.08.2015, 18:54 (vor 3806 Tagen) @ CrisisMaven6621 Views
bearbeitet von unbekannt, Samstag, 22.08.2015, 19:14

mir fehlt der Glaube. Du willst mich doch nicht etwa hinter die Fichte

führen? [[freude]] Es lag also nicht etwa an - nach der Atomeuforie der
60er - in den 70er Jahren neu angestellten betriebswirtschaftlichen
Berechnungen, dass sich das nie und nimmer rechnen würde?

Nein, im Gegenteil kann das aus ZWEI Gruenden so nicht sein:

A) wollte die
Elektrizitaetsindustrie anfaenglich keine Atomkraftwerke
,
weil sie sich nicht rechne(te)n. Die
Bundesregierung
wollte sie aber - aus militaerischen Erwaegungen
. (Wegen der
Rohstoff-Diversifierung wollte man sie nicht, denn die Abhaengigkeit
von auslaendischem angereichertem Uran eintauschen gegen ueppig vorhandene
einheimische Kohle waere ja wohl ein Witz gewesen.)

B) Der zitierte
Standort-Vorsorgeplan
stammte ausgerechnet aus 1975. Und Minister
Matthoefer
hatte fuer
1976 und 1977
den "Buergerdialog Kernenergie" geplant, der auf ca.
25 Veranstaltungen angelegt war.

Er geriet dann bei bereits der zweiten und dritten Veranstaltung mit mir
aneinander, erlitt bei der zweiten einen Herzanfall, bei der dritten sah er
mich wieder, erlitt beinahe noch einen Herzanfall und begrub dann sein
Ansinnen, um mir nicht ein viertes (oder gar 22-) M/-mal begegnen zu
muessen.

Jedoch wurde munter weiter die Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf
gebaut, was mich als Reservisten erneut in den aktiven Dienst zwang, ich
der Hydra dann Mitte 1986 den Kopf wohl endgueltig abschlug und
Bennigsen-Foerder
dann einen Ausweg
suchen liess.
Das
Atomprogramm als ganzes wude erst ca. 1993/94 gaenzlich ad acta
gelegt
, als RWE den Genehmigungsantrag fuer das 1977 eroerterte
KKW Biblis C zurueckzog!

Alles andere ist im Nachhinein anders empfundene, 'gefuehlte' Geschichte!

Und die Atomkrafrtbetreiber haben nicht etwa ganz still und leise in

ihrem finstersten Kämmerlein Gott dafür gedankt, das er ihnen die
Anti-Atom-Demonstranten geschickt hat, so dass sie, ohne ihr Gesicht zu
verlieren, von ihren Plänen, die sich als abstruß herausgestellt hatten,
Abstand nehmen konnten?

Nein, nachdem
ihnen das
Betreiberrisiko genommen worden war
und sie
wesentliche
Vorleistungen erbracht
hatten, war das genau umgekehrt!

Bei mir war es so, dass ich mich damals in der Anti-AKW-Bewegung engagiert habe. Vor allem als das AKW Rehling geplant wurde gleich neben Datschiburg, wo ich damals wohnte.

Aber dann tauchten dort Spalter auf und verwickelten uns in endlose Diskussionen darüber, dass man das erst einmal hinterfragen müsse, und dass nicht alle Kernkraftwerke schlecht seinen, sondern nur die kapitalistischen, weil profitorientiert, und die sozialistischen eben nicht, weil dem Volkswohl dienend.
Da ging mir die Hutschnur hoch, auf jeden Fall muss ich mich ziemlich aufgeführt haben (ich weiß es nicht mehr genau), ich wurde jedenfalls mal gesperrt. Aber nicht für endgültig, wie betont wurde, wenn ich das ausdiskutieren würde, gäbe es schon noch Möglichkeiten...
Aber ich habe nichts ausdiskutiert, weil ich das auch damals schon weniger unter klassenspezifischen Gesichtspunkten sah, sondern vielmehr unter physikalischen Gesetzmäßigkeiten.

Und dann wurden die Pläne für das AKW Rehling (Pfaffenhofen) fallengelassen, weil nicht rentabel (Vll. hab ich deswegen da was durcheinandergebracht) und meine Aktivitäten schliefen ein.
Daher weiß ich natürlich im Gegensatz zu dir nur am Rande Bescheid.

Ich erinnere mich noch, in den 60ern propagierten sie eine Verdoppelung

des Strombedarfs alle 7 (oder 10) Jahre, so dass wir heute etwa 30-50mal so
viel Strom verbrauchen würden, als wir tatsächlich verbrauchen.

Ja, genau das lag bis Ende der SIEBZIGER Jahre den Planungen (immer noch)
zugrunde. Auch als wir vorrechneten, dass man dann in ein paar Jahrzehnten
schon fuer jeden Haushalt ein 1300MW-Kernkraftwerk im Vorgarten (!)
brauche, focht das die "Planer" nicht an.

Und dass in der Dädärä zum Sturz des Systems kam ohne Blutvergießen,

das lag also an den Demonstranten und keineswegs daran, das die
DÄdäräpleite war, und sich die Kader dem Herrn tiefstinniglich dankten,
das er ihnen die Montagsdemonstranten geschickt hatte, die es ihnen
ermöglichte, sich statt mit entwertenten Aluchips sich künftig in
knallharten DM bezahlen zu lassen?

Was genau der Grund fuer den DDR-Zusammenbruch war, weiss ich nicht und
ich bin geneigt zu glauben, es weiss auch sonst nicht wirklich jemand. Aber
in Dresden standen die Panzer, Behelfsgefaengnisse und Betriebskampfgruppen
bereit! Wer bestellt die denn ein, wenn er stattdessen die Demonstranten
als Alibi missbrauchen moechte?

Vielleicht gab es damals - ähnlich wie bei vielen Plänen der USA - in der DDR 2 oder mehrere Fraktionen, in der sich die Antigewaltfraktion durchgesetzt hat?
Gorbatschow soll die angefragte Unterstützung durch die Udssr für den Fall einer Niederschlagung der Demonstrationen verweigert haben.

Asyl ist Privatangelegenheit oder eine religiöse Aufgabe.


Das muesste man dann aber zuerst von der Sozialhilfe verlangen. Der Zug
ist ideologisch schon laengst abgefahren.

Vom Staat gewährtes Asyl kann nur den Sinn haben - und hatte es in der

Vergangenheit auch ausnahmslos -, die Herrschaftsstruktur des
Herkunftslandes zu unterminieren und reif zu machen für einen
Machtwechsel.

Kann schon sein. Aber alle Parteien werden ja demokratisch gewaehlt. Wenn
also die deutschen Buerger sich zu sagen scheinen, ein Jahrtausend
Roemisches Reich Deutscher Nation seien nun halt genug, dann
kammannixmachn.

Wer hätte das - noch vor einem Jahr! - gedacht?
Dass weder die Ukraine noch die unsägliche Eurokrise der Trigger ist, der das System an den Rand des Zusammenbruchs bringt?
(Merkel: Die Flüchtlingsfrage wird uns mehr beschäftigen als die Griechenlandkrise)


Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc


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