Bedeutung von Fixings und Referenzkursen

paranoia, Die durchschnittlichste Stadt im Norden, Samstag, 23.05.2015, 00:11 (vor 3890 Tagen) @ siggi5910 Views
bearbeitet von unbekannt, Samstag, 23.05.2015, 15:48

Hallo siggi,

Hallo paranoia,
erst mal Danke für den respektvollen Umgang:-)

Keine Ursache.

Spielen Referenzkurse am Derivatemarkt ein Rolle?


Ja, auf jeden Fall.


Prima, da haben wir ja eine gemeinsame Basis.

In Anbetracht dessen, dass der Derivatemarkt ja mit Abstand das größte
Segment im Gesamtmarkt ist,

Wo steht das geschrieben? Nach meiner Erklärung solltest Du jetzt nicht alle Derivate über einen Kamm scheren, sondern Segment für Segment angucken, da gibt es nämlich große Unterschiede.

widerspricht denn deine Aussage "Ja, auf
jeden Fall"
nicht zwangsläufig deiner These aus deinem Anfangsposting,
dass bei fast keinem Geschäft ein Referenzkurs eine Rolle spielt?

Nein.

Guck' Dir mal beispielsweise den Devisenmarkt an. Zahlen wirst du bei der BIZ finden. Vielleicht sind die Hälfte Kassageschäfte. Über die ganze Handelszeit hinweg gibt es ein oder zwei Fixings. Wie bedeutsam ist das? Dann Devisentermingeschäfte - Fixing nicht benötigt, ebenso Devisenswaps. Devisenoptionen nur, wenn sie Cash gesettelt werden und bei Optionsfälligkeit noch nicht glattgestellt sind.

Wozu Fixings im Kassamarkt für Bonds?
Die Bond-Futures werden doch alle physisch gesettelt.

Bei Zinsswaps ist das anders, da werden laufzeitabhängig eine Reihe von Fixings für Geldmarktsätze benötigt. Swaps, bei denen Kapitalmarktzinssätze gefixt werden müssen, sind eher Exoten. Swaptions je nach Settlementmodus und festgelegtem Modus der finalen Bewertung.

Im Aktienmarkt gibt vermutlich die meisten cash-gesettelten Produkte überall da, wo Aktienindizes vorhanden sind. Ich habe nicht im Kopf, wie die Aktienoptionen schlussabgerechnet werden, ob physisch oder per Barausgleich.
Aber die Aktienmarkt, in der öffentlichen Wahrnehmung das wichtigste Kapitalmarktsegment, ist lediglich das Schlusslicht hinter Zinsen, Devisen und Bonds.

Aber die Bedeutung von Referenzkursen, bzw. Fixings variiert erheblich.

Du musst aber zwischen physischer Lieferung und Barabrechnung
unterscheiden.
Bei physischer Lieferung wird Dein vorher abgeschlossenes Geschäft
erfüllt (Handelsgegenstand gegen Geld, oder umgekehrt).
Bei bar abgerechneten Kontrakten ("Cash Settlement") gibt es eine
Auszahlung an Dich/ von Dir in abhängig von der Höhe des
Schlussabrechnungskurs ("settlement price").

Bedeutsam ist alles, was bar abgerechnet wird.

Dann solltest Du auch bedenken, dass nur ein Bruchteil von Kontrakten

das

Ende seiner Laufzeit erlebt.


Ein Bruchteil hört sich tatsächlich sehr wenig an. Gibt es darüber
Statistiken?

Die Infos findest Du zum Teil in der Zeitung. Guck' Dir bei Futures einfach mal die Information "Open Interest" an und beobachte die Änderung der Größe im Zeitablauf.
Viele dieser Infos kannst Du auch bei Börsen im Datenbereich herunterladen.
Im OTC-Bereich wird das schon schwieriger.

Andererseits frage ich mich, wieso dann immer so ein Bohai um den
Hexensabbat zum Quartalende gemacht wird, wenn tatsächlich nur ein
Bruchteil der Termingeschäfte bis zu diesem Verfallstag überlebt haben?
Die stark erhöhten Umsätze an dem Tag sind ja wohl Tatsache.

Schau Dir mal an, was das Delta einer Option bei Annäherung an die Fälligkeit macht, dann ist das vielleicht eine Erklärung für die Umsätze.
Unterscheide bitte auch zwischen Umsätzen in den Optionen und Umsätzen im Underlying.

Wer große Positionen hat, der könnte versucht sein, die Kurse in seine Richtung zu bewegen (kostet Geld) und dadurch einen Vorteil bei der Abrechnung zu erzielen (bringt Geld). Wenn auf der anderer Seite aber auch jemand mit großen Positionen ist, ist die Erfolgswahrscheinlichkeit gering.

Gruß
paranoia

--
Ich sage "Ja!" zu Alkohol und Hunden.


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