Da gibt es noch weit mehr Deckung zu tatsächlichen Vorgängen
Hallo Paranoia,
sehr gern.
Verstehe Deine Zurückhaltung bei der Bewertung, die imho einen nüchternen und genauen Verstand ausmacht.
Bin mir nicht sicher, ob es da, wo Du es vorschlugst, wirklich etwas bringt, denn es gibt eine gewisse Abneigung anzuerkennen, wie die "Spielregeln" sind, nach denen es abläuft.
Und über solche sprichst auch Du. Auch u. a. wenn Du auf den Unterschied von Barabrechnung und physischer Lieferung abstellst.
Da gibt es Feinheiten, wie den angeproche Übergang des Risikos, der unter Juristen als Gefahrübergang läuft: http://de.wikipedia.org/wiki/Gefahr%C3%BCbergang . Und solche Regelungen haben deutliche Konsequenzen.
Auch für Nichtjuristen ist die Zusammenfassung des o. a. Artikels voll Hinweise, wo die berühmten Knackpunkte sind bzw. welche Optionen vorgeschlagen werden.
Bei allem handelt es sich u. a. um Vorgänge mit http://de.wikipedia.org/wiki/Buchgeld (für Geldfragen ist interessant: http://de.wikipedia.org/wiki/Buchgeld#Zahlungsmittelfunktion und die Sache mit der sogenannten Buchgeldschöpfung).
Es ist klar, dass Wirtschaftler andere Schwerpunkte, Fragestellungen und vor allem eine andere Praxis haben, aber die Schnittmengen sind größer, als man hier oft liest. Und das ist auch kein Wunder, denn es handelt sich um die selben (sogenannten) Lebenssachverhalte.
Insofern ist das kein Wunder:
Das ist aber deckungsgleich mit der ökonomischen Sichtweise.
Eines ist Beidem gleich: Da ist weit weniger Voodoo, als es manchem so erscheint.
Erkläre das an dieser Stelle immer damit, dass es da a) um oft nicht sehr neue Fragestellungen geht, die bewertet werden sollen, und b) um Geld (wo bekanntlich schnell die Freundschaft aufhört) und Verpflichtungen, wo selbstredend Viele genau hinschauen, was da genau für wen gilt.
Wer einmal Rechts-Kurzlehrbücher für Wirtschaftler in der Hand hatte, sieht schnell, wie 'irdisch' das alles ist, was im Recht geregelt ist. Leider lesen das wenige Juristen, dabei könnte auch diesen sehr damit geholfen werden, weil sie die eigentlichen Fragestellungen in Wirtschaft besser kennen lernen würden. Und die sind zum Verständnis des Rechts eben deshalb so gut, weil das Recht sich nicht im luftleeren Raum entwickelt, sondern vor allem auch aus Fragestellungen des Lebens ergibt.
Sehe immer wieder Deckungen...
Als Referendar durfte ich u. a. Sitzungen mit Fragestellungen (Klagen) rund um Berliner Energieerzeuger (Streitfragen rund um die Fusion, aber auch weitere) mitverfolgen. Da ging es um Recht, aber im Kern um knallharte wirtschaftliche Vorgänge.
Habe das ja schon einige Male gezeigt, aber immer wieder gern: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Systemtheorie_Luhmann_b.png
Rechtsmäßig oder Rechtwidrig bedeutet eben in der Wirtschaft Zahlen oder Nichtzahlen.
Dabei soll keinen Rechtspositivismus des Wort geredet werden, denn das ist naiv. Vieles geht seine eigenen Wege, und zudem geht Vieles zum einen ohne Konflikte und Kenntnis von Regelungen ab, und zum anderen über die Grenzen von Gesetzgebeungen bzw. Rechtsordnungen hinweg.
Aber die Näherungen von Fragestellungen und Lösungen von beiden Bereichen sind nicht verwunderlich und die Gründe dafür recht offensichtlich.
Denke, wenn man Problematisches (und auch Einfacheres) klären will, dann kann man durchaus in den jeweils anderen Bereich schauen. Die Richter lassen sich gern und regelmässig von Sachverständigen raten (hat vor allem eine Kostenkonsequenz für die unterliegende Partei) und ziehen die Geschäftsgewohnheiten ganz selbstverständlich bei Beurteilungen heran (Gewohnheitsrecht, unter anderen über den berühmten Treu-und-Glauben des BGB).
Da es hier vor allem um Analysen geht, sind Hinweise wie die Deinen sehr hilfreich, weil man dann erkennen kann, worauf es so ankommt und wo die berühmten Knackpunkte (also u. a. wichtigen Unterscheidungen) liegen.
Und: Soviel vertiefen könnte ich das gerade auch in Deinem Bereich gar nicht, denn ich bin kein praktizierender Wirtschaftsjurist, von denen Ihr Euch ja beraten lasst. Auch ein Austausch von Leistungen übrigens, wobei Austausch daneben einen noch ganz eigenen, nicht immer geldwerten Vorteil hat. Man lernt halt hinzu und versteht Details, Wirkweisen und Abläufe ein wenig besser.
Viele freundliche Grüße
azur
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