's gibt keinen Zufall :-)
Weil die Welt angeblich sadistisch ist (fressen und gefressen werden), muss
sie zufällig entstanden sein? Da sehe ich keine logische Verbindung. Eher
sollte der Befund "alles sadistisch" doch für Design sprechen ...
"zufällig" sollte doch eher als eine bunte Mischung aus Sadismus und
seinem Gegenteil erscheinen.
Hallo Orlando
Wo schreibe ich, dass sie zufällig entstanden sein soll? Wo schreibe ich, dass sie überhaupt entstanden ist, und nicht einfach ewig hier, ewig strebend, leidend, irrend?
Es ist halt Wille und Vorstellung in der Welt, ein Wettstreit widerstreitender Kräfte, und das traurige Gesamtbild ist halt das Resultat dieses Strebens.
Ich schreibe auch nirgends, es sei 'alles sadistisch'. Ohne den Gegenpol kann es gar keinen Sadismus geben, ohne Leid kein Mitleid. Dennoch liesse sich ein Konstrukt eines Designers, das auf Sadismus, Leid und dem Gegenpol aufbaut, in keinster Weise moralisch rechtfertigen.
Im Grunde aber ist es ganz überflüssig, zu streiten, ob des Guten oder des Uebeln mehr auf der Welt sei: denn schon das bloße Daseyn des Uebels entscheidet die Sache; da dasselbe nie durch das daneben oder danach vorhandene Gute getilgt, mithin auch nicht ausgeglichen werden kann:
Mille piacer' non vagliono un tormento. (Petrarca)
Denn, daß Tausende in Glück und Wonne gelebt hätten, höbe ja nie die Angst und Todesmarter eines Einzigen auf: und eben so wenig macht mein gegenwärtiges Wohlseyn meine früheren Leiden ungeschehn. Wenn daher des Uebeln auch hundert Mal weniger auf der Welt wäre, als der Fall ist; so wäre dennoch das bloße Daseyn desselben hinreichend, eine Wahrheit zu begründen, welche sich auf verschiedene Weise, wiewohl immer nur etwas indirekt ausdrücken läßt, nämlich, daß wir über das[674] Daseyn der Welt uns nicht zu freuen, vielmehr zu betrüben haben; – daß ihr Nichtseyn ihrem Daseyn vorzuziehn wäre; – daß sie etwas ist, das im Grunde nicht seyn sollte; u.s.f. Ueberaus schön ist Byron's Ausdruck der Sache:
Our life is a false nature, – 'tis not in
The harmony of things, this hard decree,
This uneradicable taint of sin,
This boundless Upas, this all-blasting tree
Whose root is earth, whose leaves and branches be
The skies, which rain their plagues on men like dew –
Disease, death, bondage – all the woes we see –
And worse, the woes we see not – which throb through
The immedicable soul, with heart-aches ever new74.
http://www.zeno.org/Philosophie/M/Schopenhauer,+Arthur/Die+Welt+als+Wille+und+Vorstellu...