Ja, und zwar nicht nur einen ...
Hallo Nemo,
es gab und wird geben eine unendliche Zahl von Urknallen, so zahlreich, dass wir es nicht ermessen können.
Das hat folgenden Grund: Die Welt ist (sieht man überall ...) polar strukturiert. Dem entspricht auf der physikalischen Ebene Abstoßung und Anziehung sowie Expansion und Implosion. Meist verlaufen die dabei beobachtbaren Kraftentwicklungen entlang der Metrik einer e-Funktion. Frage bleibt: wie kriegt der liebe Gott das dann auf die Reihe, dass das Universum sich nicht unendlich ausdehnt bis ins Nichtssein, und wie schafft er es andererseits, dass das Universum nicht in ein ebenso unendliches schwarzes Loch stürzt. Da Gott Mathematiker von Beruf ist, nimmt er die berühmte Eulersche Formel (das Mysterium der Mathematik) zu Hilfe: wenn die Expansion bzw. Implosion gleichzeitig mit einer Drehbewegung verbunden wird, dann bleibt die Einheit gewahrt. Das ist der letztliche Grund auch dafür, dass alles in dieser Welt rotiert (und es nur im Kopf von Idealisten gerade Linien gibt). Und es ist der Grund dafür, dass die kleinsten massebehafteten Teilchen Elektronen und Positronen sind, von denen das eine sich linksherum, das andere dagegen rechtsherum dreht. Denn, das ist ganz wichtig, es muss am Ende alles immer wieder ausgeglichen sein - actio gleich reactio, sagt Herr Newton.
Auf den universalen Gesamtprozess übertragen heißt das: wenn das implosive Maximum erreicht ist, folgt wieder eine Zersprengung (also der von Dir erfragte Urknall), und wenn die Ausdehnung ihr Maximum erreicht hat, beginnt wieder die Zusammenziehung - wohlgemerkt immer rotatorisch (in der Eulerschen Formel entspricht dem das imaginäre "i", das nach Gauss die Drehung ausdrückt). Suchten wir hierzu ein Bild, dann hätten wir eine "atmende" Kugel, die sich mal ausdehnt, mal wieder schrumpft, sich gleichzeitig aber dreht (genauer gesagt die materiellen Teilchen in ihr unterliegen der Drehbewegung).
Wenn man dieses Modell akzeptiert, dann lässt es sich formal durchrechnen. Die Lichtgeschwindigkeit ergibt sich dann als ein rein mathematischer Proportionalitätsfaktor (es ist die Ausdehnungsgeschwindigkeit bzw. auch die Rotationsgeschwindigkeit des Universums, genauer gesagt der Kraftfelder in ihm). Im weiteren Verlauf der Deduktion, die rein formal nach den Regeln der höheren Mathematik abläuft, lässt sich die Zahl der Elektronen und Positronen im Universum errechnen, der maximale Radius der Welt sowie die Gesamtdauer des Weltzyklus von Urknall zu Urknall. Und von dieser Basis aus lassen sich sämtliche übrigen Fundamentalgesetze der Physik, Chemie, Biologie, ja sogar der (zyklisch verlaufenden Komponenten der) menschlichen Geschichte ableiten bzw. entwickeln. Wer sich dafür interessiert (und Integral- bzw. Differentialrechnung beherrscht), dem empfehle ich: Heinrich Rettig, Die Welt als Entfaltung des bipolaren Absoluten, Karlsruhe 1962, allerdings nur noch antiquarisch zu bekommen, wenn überhaupt ...
In Anlehnung ihn, an Euler und an Gauss, und mit allergrößten Respekt für die drei, habe ich hier die Weltformel, nach der "alle" Physiker (angeblich) so sehnsüchtig suchen, schnell mal ins Gelbe Forum geworfen.
Eine Frage wird natürlich immer offen bleiben. In der Formulierung von Leibniz (war wie die anderen ein Deutscher ...), die ich wähle, um auch ihm die Ehre zu erweisen:
Warum ist etwas, und etwa nicht nichts? *)
Ein schöneund nachdenkliche Abendstund' wünscht
Weiner.
*) Ist sie nicht wunderbar, die deutsche Sprache? Aber eigentlich hat Leibniz im Original auf Französisch formuliert (und ich frei übersetzt ...): "pourquoy il y a plustost quelque chose que rien"
(Principes de la Nature et de la Grace, §7, GP 6,602, die Varianten der Formulierung bei nachfolgenden Philosophen finden sich aufgezählt in Studia Leibnitiana, Sonderheft 20, Erhard Holze, Gott als Grund der Welt im Denken des Gottfried Wilhelm Leibniz, Stuttgart, Steiner, 1991, Seite 67 unten, Anmerkung 255)