Was sind eigentlich die Implikationen von 'in Ausnahmefällen...'
- Gibt es eine Instanz (Gott?), die darüber entscheidet, in welcher Form
man wiedergeboren wird? Oder funktioniert das „automatisch“?
- Wird jeder irgendwann wiedergeboren, oder nur gute Menschen? Werden
schlechte Menschen als Tier wiedergeboren?
- Was ist in diesem Sinne ein guter Mensch? Ist man schlecht, wenn man
niemandem etwas tut, aber sein Leben nur vergeudet?
- Wie ist es dort in der „anderen Welt“? Welche Wünsche,
Wahrnehmungen, Fähigkeiten hat man dort? Herrscht ewige Glückseligkeit
oder gibt es Feindschaften, Missgunst usw.?
- Muss eine Seele erst mit allen Lebenden im Reinen sein, damit sie
wiedergeboren wird?
Disclaimer: Alles Folgende ist subjektiv, erhebt - obwohl möglicherweise klar und pointiert formuliert - nicht den Anspruch die Wahrheit zu sein, sondern sind schlichte Erzählungen oder subjektive Ableitungen aus meinem persönlichen Weltbild.
Hallo Uli Strauß,
ich finde hier wird doch schon eine sehr gute Antwort gegeben.
Meiner Meinung nach sogar eine sehr gute, mit die beste...
Mögliche Konsequenzen oder Handlungsoptionen aus dem dort beschriebenen Bewusstseins-Bild skizziert dann Carlos Castaneda, wo eben ein Mensch nicht unbedingt in einer konkreten Inkarnation bleiben muss, sondern über bestimmte Bewusstseinstechniken die Inkarnation oder auch die physische Welt wechseln kann.
Castaneda behauptet, dass wir durch die Sozialisation als Soundso-Mensch in unserer physischen Welt mittels Ich-Identifikation fixiert werden.
Mache ich bewussten Gebrauch von möglichen Implikationen des Satzes...
"In Ausnahmefällen kann es dazu kommen, dass sich die Grenzen zwischen den verschiedenen Träumen des XXXXX etwas auflösen und eine Erscheinungsform Zugriff auf Erfahrungen einer anderen Erscheinungsform von XXXXX hat."
...indem ich durch bestimmte Bewusstseinstechniken weitere derartige Ausnahmefälle produziere oder die Fixierung aufhebe, werde ich nach Castanedas Beispielen vom Mensch zur Krähe oder finde mich gar in einer 'schwarzen Welt' wieder.
Die Implikationen werden z. B. auch im Gebrauch von LSD spürbar.
Die Prinzipien für die Bewusstseinstechniken nennt Castaneda 'Die Erklärung der Zauberer', die ich hier schon mal auf die Schnelle für's Gelbe Forum skizziert hatte.
Ich arbeite an einer besseren Variante, aber das dauert halt noch.
Danke und Gruß
Hinterbänkler
------------- Bonusmaterial ---------------
"Jetzt an diesem Punkt, sagt der Lehrer normalerweise zu seinem Schüler, daß sie einen letzten Scheideweg erreicht haben. Derlei ist aber irreführend. Meiner Meinung nach gibt es keinen letzten Scheideweg, überhaupt keinen letzten Schritt, wohin auch immer. Und da es keinen solchen letzten Schritt gibt, sollte es eigentlich auch kein Geheimnis um irgendeinen Teil unseres Geschicks als leuchtende Wesen geben. Die persönliche Kraft entscheidet, wer von einer Offenbarung profitieren kann und wer nicht. Meine Erfahrungen mit meinen Mitmenschen haben mir gezeigt, dass nur sehr, sehr wenige bereit sind zuzuhören, und von denen, die zuhören, sind noch weniger bereit, in ihrem Handeln zu befolgen, was sie gehört haben. Und von denjenigen, die bereit sind, entsprechend zu handeln, haben noch weniger genügend persönliche Kraft, um von ihren Handlungen zu profitieren. Das Geheimnis um die Erklärung der Zauberer reduziert sich mithin auf eine Routine - eine Routine, die vielleicht ebenso hohl und leer ist wie alle anderen auch."
Carlos Castaneda
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...und es gibt überhaupt gute Gründe dafür, zu mutmassen, daß in einigen Stücken die Götter insgesamt bei uns Menschen in die Schule gehen könnten. Wir Menschen sind - menschlicher ...
Friedrich Nietzsche 'Jenseits von Gut und Böse'