Bringt alles nix
Wenn man das bestehende System vollstaendig korrumpierte, wuerden
Ueberschuesse in Alternativen gespart
Negativzinsen auf Geldguthaben sollen ja gerade dazu motivieren, dass "in
Alternativen" gespart wird, nämlich in Sachwerten und realen
Investitionen, anstatt in Geldvermögen.
Und was bringt es fuer die Wirtschaft, wenn ich in Gold, Fremdwaehrungen, Haeuser, Aktien spare anstatt in gesetzl. Zahlungsmittel? Dadurch wird doch der Konsum nicht erhoeht. Ein sinnloses Unterfangen also.
Erstens, durch Geld-Ausgeben (Konsum & Investition) seitens Nichtbanken
ändert sich die vorhandene Geldmenge nicht im geringsten. Sie wechselt nur
ständig den Besitzer.
1. Konsum ist nicht gleich Investition.
Kannst Du lesen (?): Da oben steht "Konsum & Investition". Beides ist
Geld-Ausgeben. Konsum zieht Investitionen nach sich.
Nein, Investieren ist es nicht Geldausgeben. Investition ist nur eine andere Form von Sparen. Geldsparen und Investition besitzen nur unterschiedliche Risiken und Ertraege, aber im Prinzip ist es das gleiche. Dass Geldsparen etwas voellig anderes als Investieren sei, beruht vermutlich auf der irrigen Annahme, dass Geld bei der Bank sinnlos herumliegt. Das tut es aber nicht, denn das der Bank geliehene Geld wird von ihr umgehend ausgegeben (bei anderen Banken oder der ZB angelegt, Verbindlichkeiten aus geschoepften Krediten ausgezahlt oder Ausgaben gemacht). Das ist doch genauso eine Investitionstaetigkeit, nur dass ich die Details der Bank ueberlasse.
2. Wird aus Ersparnissen erzwungenermassen konsumiert, muessen doch
Konsumenten weniger Kredit aufnehmen, die Geldmenge sinkt also.
Nein, die sofort verfügbare Liquidität ändert sich dadurch nicht, da
bei Negativzinsen Geldguthaben aus der Menge "M3 - M1" in die Menge M1
fließen
Die Liquiditaet erhoeht sich, da M3-M1 weniger liquide ist als M1.
.. das kompensiert die eventuell niedrigere Kreditaufnahme.
M3 sinkt, wenn mehr Kredite getilgt werden, als aufgenommen werden. Die Verschiebungen in den Untermengen aendern nichts daran.
Es
gibt aber keinen vernünftigen Grund, warum die Kreditaufnahme sinken
sollte, wenn netto entspart wird. Bei vielen größeren Anschaffungen wird
gerne mit Kredit teilfinanziert. Die aktiv nachfragende Geldmenge M1 würde
bei negativen Guthabenzinsen eher wachsen.
Wenn es einfach keinen Bedarf gibt? Gerade deswegen will man ja den entsparenden Konsumzwang einfuehren. Warum sollte ich mir dann was kaufen, was meine Ersparnisse uebersteigt?
Zweitens, die ZB kann jederzeit beliebige Menge an ZBGeld in den
Bankensektor nachschießen, wann immer benötigt.
Was soll das bringen? Es erhoeht nur M0/Reserven der Banken. Die
Geldmenge erhoeht sich in der Realwirtschaft nur, wenn mehr Kredite
aufgenommen werden als alte Kredite getilgt werden.Nein. Auch GBanken können ohne Kreditnehmer neues Giralgeld schöpfen,
indem sie einfach einkaufen gehen.
Warum sollten sie das tun, wenn sie damit kaum Rendite erwirtschaften koennen? Banken sind keine Konsumenten sondern Unternehmen.
Sie benötigt dafür nicht einmal willige Kreditnehmer, sondern kauft
einfach irgendetwas (z.B. Finanzprodukte, Devisen, Aktien etc.)
Beim Kauf von Anleihen erhoeht das nur die Liquiditaet, schafft aber
keinen Konsum. Warum sollte ich als Sparer ploetzlich konsumieren ..
oder investieren!
.. wollen, nur weil die ZB mir meine Staatsanleihen in Bargeld
umtauscht? Das ergibt keinen Sinn.
Nein, nicht "wegen Staatsanleihen .. umgetauscht" .. Du spielst jetzt mit
mir Rabulistik! Sondern wegen Negativzinsen auf Geldguthaben.
Der Grund ist doch egal, nichts kann mich zum Konsumieren bringen. Dann spare ich eben in Alternativen, solange ich nicht zum Konsumieren mit Gewalt gezwungen werde.
Das Publikum würde verstärkt aus dem gesparten Geld in Sachwerte und
Konsum gehen. Das wäre gut für die Realwirtschaft, die Sachwerte,
Konsumgüter und Dienstleistungen produziert.
Dass das Publikum verstaerkt konsumiert, ist eine Wunschvorstellung. Wenn ich keinen Bedarf habe, versuche ich immer zu sparen. Alternatives Spares kann natuerlich zu wirtschaftlichen Belebung fuehren, z.B. bei Immobilien. Das fuehrt aber nur zu vorgezogenem Bedarf, der spaeter wieder fehlt (Strohfeuer-Effekt).
Kauf von Aktien blaeht nur die Aktienbewertungen auf. Das Geld was damit
in Umlauf kommt, ist wirtschaftlich irrelevant, denn wer schon zuvor
gespart hat, hat keinen Konsumbedarf.Aktienkauf würde ebenfalls mehr Geld in die Realwirtschaft spülen,
insbesondere bei Neuemissionen und Kapitalaufstockungen natürlich. Das
wäre sehr nützlich.
Das erhoeht aber nicht die Geldmenge, da die Kapitalaufstockung nur mit bereits bestehendem Geld realisiert wird.
Außerdem könnte Umsatzsteuer auf
Finanzmarkttransaktionen erhoben werden, falls sinnvoll, um
überschießende Spekulation einzudämmen.
Ja wenn's so einfach waere, haette man schon laengst alle Blasen verhindert.
Für jeden Topf gibt es einen passenden Deckel .. oder es kann ein solcher
hergestellt werden.
Sicher, fuer jedes Problem gibt es eine passende Loesung. Die heisst aber eher Marktwirtschaft.
--
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