Wer investiert, der spart

CalBaer, Mittwoch, 29.04.2015, 03:38 (vor 3913 Tagen) @ Nico5343 Views
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 29.04.2015, 03:57

Die von mir zitierte Aussage von PCM, dass kein Mensch den Sparer braucht,
zielt auf die irrige Vermutung, dass Banken bei ihnen angelegtes „Geld“
als Kredite weiterreichen würden.

Aja, Danke der Klaerung des Kontexts. Banken verleihen natuerlich nicht eingelegtes Geld, sondern Banken muessen es von den Kunden zurueckleihen, was sie selbst in Umlauf gebracht haben - und zwar aus verschiedenen Gruenden. Das passiert auch massiv in Form des Sparens. Ohne Sparen geht es also nicht. Wuerde man die Sparbetraege zum Konsum zwingen, erzielte man zwar eine voruebergehende wirtschaftliche Belebung aber gleichzeitig minimierte man damit das Kreditschoepfungspotential der Banken um Jahrzehnte, womoeglich bis auf des Niveaus nach dem 2 WK. Praktisch ein Reset mit Strohfeuer anstatt ein Reset ohne Streufeuer (durch Waehrungsreform) - aber vielleicht will ja genau ersteres die Geldpolitik (immerhin waere es das geringere Uebel, fragt sich nur, ob es funktioniert).

Und wer investiert, der spart doch
nichts, oder?

Ob man Geld der Bank leiht, sagen wir als Sparbrief zu x Prozent fuer 10 Jahre , ein Mietshaus kauft um Mieten einzunehmen oder bei einem Unternehmer mit Gewinnbeteilligung investiert ist im Endeffekt das gleiche. Hinterher will ich mehr Ansprueche auf Geld haben als vorher und diese auch in Geld irgendwann realisieren. Beim Investieren verschwindet auch kein Geld, es wandert nur in andere Haende, z.B. in die Haende der Bank, die damit geschoepfte Kredite auszahlen kann oder in die Haende des Unternehmers, der damit neue Machinen bezahlen kann. In allen Faellen sind es wirtschaftlich nuetzliche Vorgaenge.

Sparen und Investieren sind im Prinzip das gleiche, nur mit unterschiedlichen Fristen, Risiken und Ertragsraten. Im Endeffekt zielen Investment als auch Sparen auf das gleiche Ziel: Am Ende zumindest nominal mehr Geld zu haben als vorher, optimalsten sogar real mehr Geld zu haben oder einfach von den Ertragspraemien zu leben. Beides ist gleich nuetzlich, beim Sparen bleibt ja kein Geld im Tresor nutzlos liegen, sondern es arbeitet irgendwo im Auftrag der Bank.

Ich kann daher ueberhaupt nicht verstehen, warum der Sparer als Buhmann verunglimpft wird. Er erfuellt doch eine sehr wichtige Funktion in der Wirtschaft und macht das sowieso Ununterbindbare, naemlich das Geld geschoepfter Kredite wieder einzusammeln. Das einzige was man dem Sparer vorwerfen kann, ist, dass er zu faul oder feige ist, mit mehr Risiko zu sparen, also zu "investieren" und dieses Risiko der Bank aufhalst. Aber das ist auch sein gutes Recht. Ich kann die Sparerschelten nur als Symptom der allgemeine steigenden Risiken verstehen. Die Banken fuerchten die Risiken ihrer Ansprueche aus denen sie Verbindlichkeiten mit dem Sparer eingegangen sind und wollen sie loswerden (also Risiken raus aus den Buechern per Bilanzverkuerzung).

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