Fundstück: Georges Ifrah zum Aufdämmern des Bewertens im altägyptischen Reich
Sali PE
Noch ein „Leckerbissen“ : Georges Ifrah´s Buch „Universalgeschichte der Zahlen“ (S. 113) erwähnt einen Handelsvertrag aus Altägypten (2780 – 2280 v. Chr.). Inhalt: Der Mietpreis für …..
einen Diener: „Wert“ 13 shât (-->Gewichtseinheit) Bronze
gegen
8 Sack Korn: “Wert“ 5 shât Bronze
6 Ziegen___: „Wert“ 3 shât Bronze
? Silber____: „Wert“ 5 shât Bronze
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Total______: „Wert“ 13 shât Bronze
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? = beschädigte Stelle, konnte nicht entziffert werden.
Witzig an diesem Beispiel: Die beiden Beteiligten haben auf „Null“ gecleart. Aber ohne etwas davon zu ahnen(*). Natürlich ist dabei kein Gramm Bronze als „Tauschmittel geflossen“. Weniger witzig daran: Es belegt, wie uns die VWL an der Nase herum führt (um es höflich auszudrücken).
(*)Die Null zu entdecken bzw. zu verstehen dauerte Jahrtausende. Laut Ifrah tauchte die Null das allererste Mal in der Geschichte der Menschheit in einem mathematischen Sanskrit-Text auf, datiert vom 28. August 458, in dem es um ein vollständig entwickeltes Dezimalsystem geht.
Obiges stellt auch ein typisches Beispiel für Stützels „Gleichschritt“ in der Saldenmechanik dar, den Du schon einige Male erwähntest: Diener wird abgeben. --> Geber erwartet eine Kompensation(+13), die ihm der Mieter schuldet (-13), und wird durch entsprechendes Verrechnen mit der Gegenleistung auf null kompensiert. Wohl auch kein Zufall: "Clearing" nennt man in allen lateinisch sprachigen Ländern "Kompensation".
Freundlicher Gruß
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