wie Historiker fragen
Hi Bill,
Die Tempel trieben via ihre Handelsagenten auch Tauschhandel mit
andern
Tempeln. Aber nicht auf der Basis von Edelmetall als angebliches
Tauschmittel, sondern schlicht mittels unbarem Verrechnen (aka:
Clearing).
- Weißt Du etwas darüber, ob die Tempel nur bilateral oder auch
multilateral verrechnet haben?
- Gab es konkrete Fälligkeitstermine?
- gab es eine allgemeine Recheneinheit?
- Was passierte mit den Restsalden nach Verrechnung? Wurden sie
stehengelassen und ggf. die Fälligkeit verlängert?
- Konnten sie ausschließlich in Handelsgütern oder auch in einem
"Zahlungsmittel" beglichen werden? Vermutlich nicht!
- Ist etwas über die "Preisbildung" bzw. das Zustandekommen der
relativen
Tauschraten bekannt?
Danke für die guten Fragen, PE!
Insbesondere die Recheneinheit, das 'money of account' interessiert mich
ebenfalls brennend.
Soweit ich weiß, wurde tlw. Gerste als allgemeiner Wertstandard benutzt. Fragt sich, ob Restsalden auch in Gerste beglichen wurden.
Ich frage mich v.a., ob Historiker überhaupt (schon) die Quellen auf solche Fragen hin untersuchen oder untersucht haben. Ihre Fragestellungen kommen ja häufig von Tauschmodellen oder verkürzten Kreditgeldmodellen her, nicht von einem halbwegs präzisen Verständnis der modernen Kredit-/Geldwirtschaft, da differenzierte und gezielte Fragen erst ermöglichen würde.
Zum Recht - werde da nochmal bei Wesel: Geschichte des Rechts nachschauen, sobald ich dazu komme.