5000 Jahre: Homo Sapiens, der (sich) verrechnet
Sali PE
Richtig: Der Gläubiger konnte seine Forderung nicht zedieren. Auf diese
Blitzidee kamen nach meinem momentanen Wissenstand erst
Private Unternehmer im 1800 v. Chr. Ich befürchte der
„Random Walker“, von dem ich immer fasle, hatte von 3400 - 1800
v.Chr. viel Zeit die Verrechnungsalden (Zuerst unter den Tempeln, dann
unter Palästen) schleichend langsam hoch zu schaukeln und für Streit,
Hader und Chaos zu sorgen.
Eine interessante Hypothese…(.)
[color=dakrblue]Kurzer Hinweis für stumme Mitleser zum o.e.“Random Walker“ ):
Ja es ist m.E. (m)eine wohl begründete Hypothese (bzw. Ansichten @ Melethron, @Luta, @Amos, @Wonderland und anderen hier). Etwas, das Forscher dringendst prüfen sollten, könnten und müssten, wie ich finde.
Analogie: Es verhält sich mit dem Effekt des „Random Walkers“ wie mit der Schwerkraft oder irgendeinem Naturgesetz. Egal ob man „gut“ und „böse“ ist, man ist davon betroffen. D.h. Wer immer mit anderen cleart, jeder wird von diesem gefährlichen Effekt *l a n g f r i s t i g* früher oder später –u.U. erst nach Generationen- immer stärker beeinträchtigt, eingeholt. (Falls die Hypothese tatsächlich stimmt, was nicht nur ich zu 99,99% befürchte) . Egal ob es sich LETS –Tauschringe oder das Banken-Ssystem eines Raubtier-Kapitalismus oder -Kommunismus handelt. Oder um untereinander clearende, friedliche Hippie-Clans. Oder gar ein (habe ich hier abgekupfert; - ) „hierarchisch-aristokratisch-patriarchal-plutokratisch-herrschaftliches System. V.a. wegen dieses Effektes plädiere ich für Kurt´s Kühler, um auch diesen Effekt zu neutralisieren.[/color]
Eine interessante Hypothese. Mir war erst kürzlich aufgefallen, daß
um mit Stützel zu sprechen - bei einem Gleichschritt von Käufen und
Verkäufen gar keine Verschuldungssalden anfallen; daß aber Banken ja
gerade an der Finanzierung solcher Salden verdienen und deswegen natürlich
ein massives Interesse daran haben müssen, daß solche zustande kommen!
Ja, obwohl „finanzieren“ eigentlich merk-würdigerweise von lat. finare = „beenden“ abstammt. Bspw. der Hypo-Schuldner beendet seine Hypo-Schulden (was ihn instantan sein Guthaben kostet). Das wollen Bankiers aber nicht.
â—In der Schweiz hat der Gesetzgeber schon vor Generationen aktiv dafür gesorgt, dass die Leute ihre Hypo-Schulden bis zum St. Nimmerleinstag stehen lassen. (Haben wir ja schon mal hier thematisiert).
â— Beim Staatshaushalt gibt es neben den „normalen“ Steuer-Einnahmen, nur 4 (!) saldenmechanische Varianten, wie der Staat gegen Verschulden zusätzlich an Liquidität kommt. Das Beklemmende: Die Gesetz-Geber haben weltweit genau jene Variante vorgeschrieben, die das ständige Aufbauen der Staatsschulden l a n g f r i s t i g am extremsten fördert bzw. das Abbauen am massivsten be- bzw. verhindert. Aber dass in unseren angeblichen Demokratien das Volk an der Urne befragt worden wäre, welche dieser 4 Varianten es vorzöge, kann man wohl nicht behaupten. Ebenso nicht, diese vier –übrigens völligen simplen- Varianten gehörten zum Standard-Lehrstoff in Schule, damit die Abstimmenden auch verstünden, worüber sie abstimmen.
Die seinerzeit wohl im 18.Jh. v. Chr. aufkeimenden Proto-Banker
konnten mit ihrem Kundenkreis zentral (aka: multilateral)
verrechnen. Aber die Proto-Banker u n t e r e i n a n d er konnten
im inter-regionalen Rahmen allerhöchstens wiederum nur dezentral
(aka:bilateral) verrechnen, weil Ihnen eine zentrale Abrechnungsstelle
à la Bancor fehlte.
Ja - und sie brauchten daher auch ein "Zahlungsmittelgut"?
Ob die Protobanker in unterschiedlichen Stadt-Staaten u n t e r e i n a n d e r (für sich selbst, oder im Auftrag ihrer Kunden) unbar Transaktionen abwickelte, scheint mir für die damalige Zeit zu weit hergeholt. Aber sie hätten tun können, ohne ein „Korn“ Silber zu benötigen - rein via dezentrales (aka: bilaterales) Clearing untereinander. (So wie heutige Banken direkt u n t e r e i n a n d er im Verkehr EU--> restliche Länder der Welt alle Transaktionen direkt via dezentrales Clearing verrechnen, ohne Zentralbanken zu involvieren. Stichwort: die x-mal erwähnten, Jahrhunderte alten nostro/vostro Kontokorrente im Interbank-Verkehr. Oder: Die erste bekannte, unbare Überweisung via Protobanker Dumuzi-Gamil um 1800 v. Chr., die er im Auftrag seines Gläubigers A zu Gunsten seines Gläubigers B abwickelte und entsprechend vermerkte: sprich verbuchte. Aus welchem Grund, Gläubiger A diese Transaktion veranlasste wissen wir nicht. Nur den ungefähren: Um eine offene Rechnung zwischen A und B zu erledigen (die wir ohne das Geschäftsarchiv von A und B zwangläufig nicht nachvollziehen können)
(…)zur Lösung dieses Problems - und des Illiquiditätsproblems der Banken !!!
- ja nationale Zentralbanken geschaffen ... die aber untereinander wiederum
ihre Salden in Gold beglichen (Goldstandard, mit Gold als internationalen
Zahlungsmittel).
Etwas fände ich immens wichtig zu ergänzen, zu (an)erkennen: Wieso hatten die KB (--> Kantonalbanken) –die ja selber ZB ihres Kanton amteten- zusammen mit ihrem Kanton die Gründung der SNB vorwärts getrieben, so dass die SNB 1906 gegründet werden konnte? (Aufgrund eines direkt demokratischen Wahlgangs).
Antwort: Aus rationalen Gründen, die rein gar nichts mit (linker oder rechter) Ideologie zu haben: Ein *dezentrales* Netzwerk aus KB (und privaten Banken) hatte ein gewaltiges Salden-Problem. Denn hätte es bspw. aus 401 Netzwerkknoten (aka: Banken) bestanden, fiele der *dezentrale* Interbank-Clearingsaldo systemisch nsgesamt) 20¹ mal höher aus (sogen. clearing- oder netting-Ratio¹), als wenn sie via SNB *zentral* verrechneten.
Exakt aus demselben rationalen Grund sehe ich es (wie Kenyes, Varoufaiks etc) dringend geboten, eine globale Clearing Stelle (gCS) für zentrales Verrechnen für die rund 200 nationalen ZBen einzurichten (Eine globale Einheitswährung bräuchte es nicht zwingend. Unterschiedliche Währungen lassen sich ebenfalls *zentral* clearen).
Aber die gCS gründen geht heute nicht…
â—a) wegen poltischer Hürden(die Generation alt sind),
â— b) wegen der rund 10`000 privaten Geschäftsbanken, die ein eigenständiges, weltumspannendes, *dezentrales* Netzwerk bilden und wohl dagegen wären,
â— c) wegen Insellösungen der Störenfriede ECB, IWF et al. Und
â— d) wegen des gravierendsten Hindernisses: Die (inter)nationalen Eigengeschäfte der Banken (bspw. internationaler Handel mit Staatsoblis) verunmöglichen m.E. einen geordneten Betrieb eines gCS.
(Nebenbei: Im Vergleich ergäben die globalen Transaktionen der o.e. 10`000 *dezentral* vernetzen Banken systemisch einen 707,103… mal höheren Clearing-Saldo als bei 200 ZBen *zentral* verknüpft mit *einer*gCS. Falls gewünscht, kann ich es näher erklären)
¹ Mathe-Formeln zu „netting ratio“ zu finden, entspricht offenbar der berühmten Suche nach einer Nadel im Heu-Haufen. Trotz bereits jahrelanger Recherche habe ich nur ein einziges (!) offizielles Paper gefunden. Nämlich das Working Paper 321 der Bank of England, siehe Formel 6. Sonst gibt es in der Fachliteratur nur lapidare Sätze à la: Zentrales (aka: multilaterales) Clearing sei viel effizienter als dezentrales (aka: bilaterales) Clearing. Mit entsprechend banalen Abbildungen (wie hier im www), denen es allesamt an der nötigen Sorgfalt fehlt. Mit einer Ausnahme: scrollen auf der rechten Seite das sechste Bild unten, 2. von rechts (aus dem DGF).
... ich bleibe dran, das näher zu durchdenken.
Ich auch, ich auch.
Sich für eine (demokratisch legitimiertes!) gCS (der Uno(?) aber ohne Vorteile für Vetomächte!) zu engagieren – ist m.E. unabdingbar für Kurt´s Kühler mit einer globalen *und* 200 nationalen „Kühlstufen“ auf ZB-Ebene. Dafür kämpfen, kann ich noch lange. Wie schon mal gesagt so lange, bis ich den Löffel abgeben muss.
Freundlicher Gruß
Liated