Und wer schrieb die Täfelchen? Die Bäuerlein und Sklaven?
Lieber Liated mi Lefuet,
nix für ungut, ist ja alles m.E. ganz spannend.
Etwa so wie Kriegsarchive oder biblische Schriften.
Nur richtig ausgewertet bringen sie ja angeblich die Wahrheit an den Tag.
Das hängt aber m.E.wesentlich von den Schreibern und den Auswertern ab.
Wie Renger (und andere) darauf gekommen sind? Boah, das ist ein riesiges
"Geheimnis";- ). Ernsthafter: Aufgrund unzähliger, schriftlicher Quellen:
Gebrannte Tontäfelchen, die nix davon berichten, Tempel hätten die
andern Menschen terrorisiert, drangsaliert und selber „gehortet“ . So
schreibt Renger u.a., Zitat: …Auch eine Funktion des Tempels als Bank,
als Ort, wo man <<Geld>> deponieren konnte, wird durch nichts bewiesen und
widerspricht auch allem, was über die ökonomische Funktion(x) von Tempeln
im alten Mesopotamien (ca. v. 34. Jh. v. Chr. bis 24. Jh. v. Chr.) bekannt
ist. (S. 316)
Tontäfelchen, gefunden in den Archiven von Stadtstaaten - voreingenommener geht es ja m.E kaum noch.
Ich tät als Priester, Herrscher oder sonstwer, der was zu melden hat auch nicht bestimmte Facetten des gesellschaftlichen Lebens in den Ton ritzen, oder heute Bestimmtes daraus nicht heraus lesen, wenn ich für das richtige Herauslesen bezahlt werde.
Ich tät nichts von der Sklaverei und der unverschämten Abgabenforderei für die Gottheiten schreiben, denen die Tempel angeblich gehört haben sollen und die von der Priesterschaft sozusagen nur in Ordnung gehalten wurden.
Aber wer baute Städte und Tempel und in welcher Zeit wenn doch alle eigentlich ständig hätten Nahrung beschaffen müssen und wozu wenn nicht gerade aus purer Langeweile.
http://www.amazon.de/gp/product/3640696077?ie=UTF8&tag=kaltric-21&linkCode=as2&...
oder
http://www.louverture.ch/KAMPA/KRITIKEN/Arbeiten/suendenfall_sklaverei.pdf
(x) u.a. gemeinschaftlich (in etwa à la Kibbuz) z.B. Gerste zu
produzieren und wieder „im Kibbuz“ zu verteilen.
Wozu denn? Jede Familie stellt ihre Dinge her, bevorratet sich und konsumiert ihre Dinge.
Ansonsten: Ein Tempel hatte rein gar nichts einer Wicksellschen
Idealbank gemeinsam, die zentral (aka: multilateral) verrechnet. Hingegen:
Tempel verrechneten ihren Warenaustausch _untereinander_ nur dezentral
(aka: bilateral).
Das war auch mehr ein Bild von zwei verschiedenen Idealen, die Du sympatischerweise lieber verfolgst als die Spur der Macht und der Gewalt.
Die WI hat natürlich nichts mit der m.E. nicht friedlichen ZI Tempelwirtschaft zu tun außer dass beide idealisiert dargestellt werden.
Nebenbei: Sagen wir, 1000 Familien möchten -jede für sich- einen 10m³
Gerste-Speicher bauen, statt einen Gerste-Speicher selben Inhalts von
10000m³ für alle zusammen). Sie sollten sich besser überlegen, was mehr
Baumaterial (und Arbeit) benötigt. Denn dieser Gemeinschaftsspeicher
braucht rund 10 ma(!)l weniger Baumaterial. (Siehe PS)
1000 Familien? wieso sollten die sich denn zusammenrotten. Das wäre ja ein übles Durcheinander ohne ordnende Priesterschaft und die gütigen vorausschauenden Herrscher.
Wo die HPw endet fängt die TPw an. Hat doch @Zandow bestens zusammengetragen.
Für mich stellt das Entdecken der Zahlen *den* fundamentalen
Wendepunkt in der Geschichte des Homo Sapiens dar: Denn ohne
*die* Zahlen wäre *das* Zahlen mit „Geld“ wohl nicht
entstanden.
Zahlenerfindung ist (°) Folge, nicht die Ursache für den Wendepunkt.
Ursache ist der Wille zum Verlassen des natürlichen Weges –
sozusagen
ein Auflehnen gegen die Natur um sich vor der Natur zu schützen um nun
durch die ganze Schützerei unterzugehen.
(°) Hättest Du <<m.E.>> oder <<m.M.n>> geschrieben, fände ich Dein
Behaupten erträglicher. So aber kommst Du-wenigstens für mich-
dogmatisch rüber : << Es _i_s_t_ so! Basta>>. Zwischen dem aufblitzen des
<<Mems>> „ Zahlen entdecken“ (-->Wendepunkt) und dem „Auftauchen der
Tempel“ klaffen mehrere Jahrtausende mühevolles Entwickeln des
Zählen und Rechnens: Bis es (mündlich mit neu erfunden Zahlwörtern,
Gesten, Tokens) soweit war, um ca. ab 3000 v.Chr. die Basis für
schriftliches Rechnen der Mesopotamier zu legen. (Vgl. Georges Ifrah,
Universalgeschichte der Zahlen).
Das "m.E." müsste ich vor alles setzen was ich schreibe, weil ich eigentlich von nichts eine Ahnung habe, außer ein wenig von dem selbst Erlebten.
Nicht einmal von meinem erlernten und ausgeübten Beruf habe ich wirklich Ahnung.
Aber eine Quelle, die etwas behauptet, ist schnell gefunden, wenn man sie sucht - und oft genug sehr subjektiv eingefärbt.
Der Frager holt sich sozusagen seine gewünschte Atwort.
Ich habe doch genug Beispiele aus dem Forum genannt, wozu Zahl und Schrift entwickelt wurden.
Erst ist doch das Bedürfnis da, dann wird es erfüllt.
Kinder oder Indigene brauchen weder Zahl noch Schrift...
... bis sie es brauchen müssen.
…und müsstest Dich mMn selber an der Nase nehmen;- ) , weil Du Deine
Begriffe wie „Machttheorie“ dem alten vorderen Orient vor 5000 Jahren
„überstülpst“ . :- (
Ja, das kommt oft genug unsympatisch an wenn ich einerseits von Gefühlen, Liebe, Zuwendung, Anerkennung, Akzeptanz schreibe und andererseit auf so knallharten Sachen wie Macht, Zwang, Krieg, Staat und Geschichtsfälschung usw herumreite.
Das ist bestimmt oft genug zu emotional für ein sachorientiertes Forum.
Liebe Grüße
Silke
PS:
Stark schematisiertes Berechnen des benötigten Baum-Materials für
10000m³ Speicherinhalt (für Gerste):
Stark schematisch gefragt: wozu?
Für die Mäuse oder den Schimmel?
Was ich in der Familie/Gemeinde horte halte ich für viel besser aufgehoben, als beim Aldi in der Stadt eingelagert.
Deine Arbeitshypothese ist eine bessere und effektivere Lagerqualität?
Also haben uns die Zentralinstanzen in Summa Fortschritte bei Produktion/Lagerung und Distribution für alle beteiligten Menschen eingebracht?
Eine gewagte These m.E..
WAs hat den die ganze Stadtbevölkerung wo gearbeitet?
Gerste im Vorgarten angepflanzt?
Gebaut, verwaltet, bekriegt, gebetet und regiert wird in der Stadt - aber keine Gerste angebaut.
PS. Ja, der Tobias Kohl mit bester theoretischer Diplomarbeit seiner Uni in 2006 "...systemorientierte Untersuchung organisierter Gewalt" hört sich interessant an zumal das D-Wort in der Beschreibung seines Buches verwendet wird und nicht nur Malik sich zu ihm positiv äußerte.
Leider nichts zum reinlesen zu finden...