Natürlich ist das untersucht (@Bill Erfüllung) - Edit: Ägypten: "Bezahlung ohne Geld"
Hallo,
Soweit ich weiß, wurde tlw. Gerste als allgemeiner Wertstandard benutzt.
Fragt sich, ob Restsalden auch in Gerste beglichen wurden.
Z. B. im alten Ägypten war Getreide die grundlegend für alles. Es herrschten Abgabepflichten, an den großen Speichern.
Wer nicht leistete, wurde, oh Wunder, sanktioniert: http://www.faszination-aegypten.de/Aegyptothek/Wirtschaft/ackerbau.htm (unten)
Und auch beim Kirchenzehnt wurde nicht nur in Geld geleistet, denn das hatten gar nicht alle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Zehnt&redirect=no
"Zehnt
Zehntabgabe von Bauern bei einem Grundherren
Der Begriff Zehnt, Zent, Zehent, Zehnter, der Zehnte (auch Kirchenzehnter; lat.: decenia, mittelniederdt.: teghede) bezeichnet eine etwa zehnprozentige traditionelle Steuer in Form von Geld oder Naturalien an eine religiöse (etwa Tempel, Kirche) oder eine weltliche (König, Grundherr) Institution.
Eine solche Abgabe war bereits im Altertum in verschiedenen Kulturen nicht nur des Orients bekannt und war über das Mittelalter bis in die frühe Neuzeit üblich."
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Zehnt&redirect=no
Wer nicht leisten konnte, dem drohten Vertreibung, Schuldturm, Fron (auch von familienangebhörigen) und weiteres (siehe unten).
Ich frage mich v.a., ob Historiker überhaupt (schon) die Quellen auf
solche Fragen hin untersuchen oder untersucht haben.
Nee, das interessiert doch sonst keinen
!
"Zehnt-Alltag
Das Decretum Gratiani zeichnet eine Modellvorstellung des Zehnten. In der Rechtswirklichkeit kann er sich in eine Vielzahl von Teilabgaben aufteilen. Der Zehnt ist in den Quellen zumeist als eine unabhängig von der Erntemenge festgelegte Abgabe dokumentiert.[7] Er betrug je nach Region und Bodenqualität zwischen 30 Prozent und weniger als 10 Prozent der Ernte.
In Europa wurden zur Aufbewahrung in den Dörfern spezielle große Scheunen, die Zehntscheunen (im alemannischen Sprachraum Zehntscheuern), gebaut, die vielfach nach der Kirche die größten Bauwerke eines Dorfes darstellten. Der Pfarrer oder ein eigener Zehentner (Decimator) hoben den Zehent ein, wobei dieser meist vom Zehentholden selbst an einem Sammelpunkt wie dem Wirtschaftshof der Pfarre oder dem Zehenthof abzuliefern war. Zehntpflichtige Orte oder Höfe wurden auch als Zehntbesitz bezeichnet. Der Zehntbesitz wurde meist durch Kauf, Stiftung oder Schenkung erworben.
Ein einzelnes Kloster, wie Ebstorf in der Lüneburger Heide, konnte über 60 Dörfer im Zehntbesitz haben"
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Zehnt&redirect=no#Zehnt-Alltag
Also wurde nicht nur im Stück, sondern auch in Teilleistungen geleistet. Das entspricht ja auch unterschiedlichen Reifezeiten und anderen praktischen Erwägungen.
Denke, da gibt es eine Menge Quellen, u. a.: Der Kirchenzehnt in Deutschland zur Zeit der sächsischen Herrscher
Widera, Erika. (1930) - In: Archiv für katholisches Kirchenrecht Bd. 110 (1930) S. 31-111
Siehe auch diese Stichwörter: http://www.hrgdigital.de/id/kirchenzehnt/stichwort.html
Auch aufschlussreich: https://wiki-de.genealogy.net/Zehnt
Siehe auch: http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelgeschichte/d-104108132.html
"Da war nicht nur der Kirchenzehnte (zehn Prozent aller Erträge mussten an die Kirche abgeben werden), den jedermann leisten musste, wollte er nicht "Raub am Eigentum Gottes" begehen. Auch die Grundherren, gleichgültig ob es sich nun um einen Bischof oder einen adligen Landbesitzer handelte, verlangten Pachtzinsen in Form von Naturalien und Geld.
Bauern, die nicht zahlten, mussten harte Strafen fürchten: "Wer seinen Zins nicht an den festgelegten Tagen gibt, der soll ihn in doppelter Höhe am zweiten Tage zahlen", heißt es 1230 etwa im "Sachsenspiegel". Im schlimmsten Fall verloren Zahlungssäumige das Recht, das gepachtete Land an ihre Söhne zu vererben, oder wurden gleich zu Leibeigenen herabgestuft.
Zu den Abgaben auf die eigenen Erträge kamen noch die sehr unbeliebten Frondienste, selbst wenn die hörigen Bauern dafür die Ernte auf ihren eigenen Äckern vernachlässigen mussten."
Usw. usf.
Der Sachsenspiegel und seine überragende Rolle sind hoffentlich bekannt. Ist ja hier schon oft beschrieben worden.
Viele freundliche Grüße
azur
PS: siehe auch Osteuropa ab dem 10. Jh.: http://www.uni-leipzig.de/gwzo/wissensdatenbank/dokumente/Abgabe%20und%20Steuer_S%C3%BC...
Schön dort zu sehen: Einmalige Abgaben, die die Regel wurden, und weitere Dienste, wie Wehrpflichten, die auch als Ausstattung zu leisten waren.
Edit: Ägypten: "Bezahlung ohne Geld"
http://www.faszination-aegypten.de/Aegyptothek/Wirtschaft/bezahlung.htm
--
ENJOY WEALTH
(Groß-Leucht-Reklame am Gebäude Lehmann-Brothers/NY)
Meide das Destruktive - suche das Konstruktive.