Dann zitiere ich mal einfach die von Dir verlinkten Schweizer staatlichen Truther:

Literaturhinweis, Freitag, 30.12.2016, 12:47 (vor 3359 Tagen) @ Zarathustra3731 Views

cherry-picking data.

Gerade nicht, da sie es ja erwähnen. Wenn zum Beispiel 1'000 Standorte einen Meeresspiegel-Anstieg melden und deren hundert eine Absenkung, dann ergibt dies mit hoher Wahrscheinlichkeit netto einen Anstieg.

D'accord. Da aber sich die Schwerkraft nicht geändert haben dürfte, und Wasser, wie jeder in seiner eigenen Badewanne oder im Badetümpel beobachten kann, dazu neigt, sich plan zu verteilen, kann es eigentlich, bezogen auf Ozean-Mittelstände, keine solchen Abweichungen geben. Dann sind entweder die 1.000 höheren oder die 100 niedrigeren Meßwerte falsch - oder zumindest erklärungsbedürftig und weiterreichende Schlüsse verbieten sich, schon gar verbietet sich Kritiker-Bashing.

Die Truther-Fraktion wird die 100 Standorte dann als 'Beleg' hernehmen, dass der Meeresspiegel nicht steigt.

Das mag sein. Ich bin kein 'Truther', ich sage, siehe oben, daß da einige 'Wissenschaftler' besser geschwiegen hätten, bis sie diese Unregelmäßigkeit bei etwas, das sich physikalisch plan verhält wie Wasser, erklären können.

Oder aber, da Wasser sich plan verhält, den Kritikern (nicht: 'Truthern') zugestehen, daß es Aufklärungsbedarf gibt, statt diese in übelster Weise zu mobben.

Auch der Rest der Veröffentlichung ist angreifbar,

Angreifbar ist alles, wenn ein komplexes System analysiert wird.

Richtig, und dieses hat es in sich, wenn man, der Einfachheit halber und da sie, Deinem Zitierverhalten nach, Dir als unverfängliche Quelle gilt, einfach Deine staatliche Nicht-Truther-Quelle zitiert:

Behaupten und vermuten kann man vieles. Das ist aber nicht wissenschaftlich.

Ich behaupte weder, noch vermute ich; ich sehe Lücken in der Argumentation, und zwar sehe ich zudem, daß diese immer in tendenziöser Weise nur einseitig ausgeschlachtet werden. Ich zitiere Deine Quelle:

http://www.meteoschweiz.admin.ch/home/klima/gegenwart/klima-trends.html

"Die 1940er Jahre waren überdurchschnittlich warm."

"Im Lauf der 1980er Jahre erhöhten sich die Temperaturen deutlich und verbleiben seither auf hohem Niveau."

Hervorhebungen von mir.

"Auf der Alpennordseite ist im Winter über die gesamte Messperiode ab 1864 eine signifikante Niederschlagszunahme zu beobachten."

"Die südalpine Messreihe für Lugano zeigt im Winter keine signifikante Niederschlagsänderung."

"Sehr tiefe Herbst- und Wintertemperaturen traten gegen Ende des 20. Jahrhunderts nicht mehr auf." (Was ist mit den sechzehn Jahren des neuen Jahrhunderts?

"Von 1900 bis 1980 zeigte die Wintertemperatur, und zwischen 1920 und 1980 auch die Herbsttemperatur einen auffallend ruhigen Verlauf ohne langfristige Änderung." Da war aber durch Industrialisierung bereits kontinuierlich eine CO2-Zunahme zu verzeichnen.

Ich lege Wert darauf, nicht mit irgendwelchen 'Truthern' in einen Topf geworfen zu werden. Ich stelle fest, daß auch eine Meßreihe, die 1864 beginnt, willkürliche Rosinenpickerei betreibt, auch wenn das der Tatsache geschuldet sein mag, daß die Schweiz erst dann mit der flächendeckenden Messung begonnen haben mag. Das genau aber kritisieren ja die Skeptiker, die diesen Horizont weiten und dann eben zum Schluß kommen, daß hier ein unwissenschaftlicher Alarmismus vorliegt.

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