der Ton macht nun mal die Musik
Hallo Monterone!
Du schreibst: Abgesehen von Mearsheimer und Walt äußern sich Jacob Cohen auf eine Art und Weise über die zionistische Lobby, daß deren Diktion fast schon an den Stürmer erinnert.
Genau das könnte das Problem sein.
Mich würde interessieren, wie Systemdemokraten antworten, händigte man ihnen eine Zusammenstellung von Zitaten Atzmons und Cohens aus?
Wahrscheinlich ablehnend bis entrüstet.
Aber hier liegt eben auch der Hase im Pfeffer.
Mit Schaum vor’m Mund geht es selten voran und in einer „umerzogenen“ Gesellschaft, die sich auch noch für aufgeklärt bzw. intellektuell wähnt, geht da gar nichts.
Es geht viel eher nach hinten los.
Das konnte man bestaunen, als Björn Höcke bei Jauch „zerlegt“ wurde.
Der bräsige Maas war dem Rebell überlegen, weil dieser mit einem albernen Fähnchen zu punkten versuchte und ihm seine Demo-Rhetorik (blonde Frauen) um die Ohren gehauen wurde.
Er machte keine gute Figur, die er aber zweifellos hätte machen können.
Er hätte nur die zahlreichen Gesetzesbrüche der „Kaiserin von Europa“ aufzählen müssen, um dann jedes Mal auf einer Antwort zu bestehen.
Ebenso wären die Widersprüche (können keine Grenzen sichern, verlangen das aber von der Türkei) echte Renner geworden.
Die hätten kurz und knackig in die Runde geschmissen gehört, aber auf die Idee ist der Mann wohl nicht gekommen.
Vielleicht sollte man der AfD beim nächsten Auftritt Gertrud Höhler empfehlen.
Die Frau ist wirklich in der Lage mit feiner Klinge zu fechten.
Also muß der vorausschauende „Argumentator“ generell bei kritischen Themen seine Flanken schützen, um nicht an dieser oder jener Stelle in’s Eis zu brechen.
Die Dinge sind nun mal wie sie sind.
Daher geht man sinnvollerweise einfach vor, wie z.B. zu fragen, warum dürfen DIE das und warum dürfen die ANDEREN das nicht.
Mit hochkomplexen Beziehungsgeflechten lockt man Emil Pelle nicht aus seiner Laubenlandparzelle.
Wenn da der Begriff „B'nai B'rith“ fällt, wir das möglicherweise als libanesische Rockgruppe, palästinensisches Fertiggericht oder als trendiger Badeort nahe Tel Aviv entschlüsselt.
Ich habe mich beim qualvollen Lesen von einigen wenigen Texten des Talmud immer gewundert, wie so etwas jemand schreiben und dann auch noch diskutieren kann.
Mehr als 3 oder 4 Seiten kann man da nicht aushalten, weil das Hirn anfängt zu kochen. Da sind Bibel- und Korantexte fast leicht verdauliche Lektüre.
Der Trick dahinter ist aber der, und das muß man den Schreibern neidlos lassen, daß quasi jede Problematik bis ins letzte Detail zerlegt werden kann und man selbst total einfache Dinge kompliziert oder gut in böse (bzw. umgekehrt) verwandeln kann.
Wir haben es hier mit allerfeinster Sprach- und Argumentationsstrategie zu tun.
Was oberflächlich wie gequirlter Käse ausschaut ist perfekte ideologische Abhärtung, um nahezu jeden verbalen Angriff abzuwehren.
Ich habe eine Weile gebraucht dies zu begreifen.
Also, nicht die Brechstange verwenden sondern einfach nachzuvollziehende Zusammenhänge aufbereiten.
Dann klappt es (irgendwann) auch mit dem Empfänger. ![[[zwinker]]](images/smilies/zwinker.gif)
mfG
nereus