Das Thema "Pensionszusagen/Betriebsrenten" köchelt zur Zeit an vielen Stellen.

Olivia, Mittwoch, 23.09.2015, 19:22 (vor 3778 Tagen) @ Martin3644 Views
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 23.09.2015, 19:32

Wenn die Firma nicht in der Lage ist, die Rente zu zahlen, dann kann die Rente gekürzt werden. Wenn eine Betriebsvereinbarung vorliegt, dann muss das unterschrieben werden vom Rentner. Die von dir angesprochene Sonderthematik kenne ich nicht. Ich stimme aber den Ausführungen von CM zu.

Es kommt auch darauf an, wie die Firma sich auf die Rentenzahlungen vorbereitet hat. Es gibt die Möglichkeit, Rückdeckungsversicherungen abzuschließen. Viele Firmen machen das jedoch nicht und nutzen die Rentenrückstellungen als zusätzliche Liquidität. Das kann schon zu Problemen führen, denn die Renten stecken dann in irgendwelchen Aktiva und müssen aus dem laufenden Geschäft bedient werden. Ein weiteres Problem ist, dass bereits vor Jahren die erforderlichen mathematischen Gutachten der Versicherungsfirmen Deckungslücken enthielten. BEREITS vor Jahren! Inzwischen müssen auf alle Rentenzusagen Sonderrückstellungen gemacht werden, weil durch die Zinsentwicklung zusätzliche Deckungslücken vorhanden sind. Diese Sonderrückstellungen können über mehrere Jahre verteilt werden, belasten die Firmen aber auch. In diesem Zusammenhang sind wohl von etlichen Firmen auch Kürzungen der Rentenzusagen gemacht worden. Diese Kürzungen, die als Sondergewinn in die Bilanzen fließen, müssen dann voll versteuert werden (oder können Verluste ausgleichen). Die Banken finanzieren die "Steuern" für diese "Sondergewinne" nicht. Das ist wohl ein ziemlich heißes Eisen!

Dazu kommt, dass sich normale Steuerberater damit gar nicht auskennen und Mitarbeiter von Wirtschaftsprüfern auch oft heftigen Nachholbedarf haben.

Das hier geschilderte betrifft Pensionszusagen! Bei Direktversicherungen etc. ist das anders!

Die Firma Deckel ist übrigens an solchen "Rententhemen" Pleite gegangen.

Ich schätze, dass da einige Firmen folgen werden.

Das dürfte der Hintergrund dafür sein, dass die Firmen inzwischen jede Art von Interpretationsspielraum nutzen.

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