Zeige mir eine funktionierende Demokratie
Hallo Bernadette,
ich stehe da völlig bei Monterone, weil ich das, was bei uns gemeinhin als Demokratie verstanden wird, für eine Erfindung halte, die ganz nahe an PR angesiedelt ist.
Man schaffe ein System, aus dem sich - angeblich - Menschen als Vertreter anderer Menschen rekrutieren und im Sinne der Menschen handeln.
Das klappt natürlich nicht. Warum nicht? Soll es nicht! Weil die Leute, die sich das ausgedacht haben, schon zu Beginn akribisch darauf achten, dass willfährige Leute, die die Interessen des Systems hinter dem Vorhang bedienen, dem Menschen das Gefühl lassen, auf irgend etwas Einfluss zu haben. Und? Haben sie?
Beispiel Griechenland. Geburtsstätte der Demokratie schlechthin. Nur lässt man dabei geflissentlich unter den Tisch fallen, dass die antiken Erfinder das damals auf eine Sippe angewendet haben, aber nicht auf ein Volk oder gar ein künstliches Gebilde wie Vielvölkerstaaten oder gar eine so abstruse Idee wie die Europäische Union. Haben die Griechen kürzlich nicht abgestimmt? Ja, halt. Da war was. Und wurde nach dem Entscheid seitens der Politik nicht genau das Gegenteil von dem gemacht, was das Volk sich wünschte?
Sogar wenn die Geschichte nicht aufgeht, geht es einfach weiter. Weil die Menschen kein Instrumentarium mehr haben, um sich gegen Dinge, die man sich nicht wünscht, zur Wehr setzen zu können.
Alle Menschen, die in Demokratien oder Republiken oder anderen Augenwischereisystemen leben, werden durch zahlreiche Instrumentarien für dumm verkauft, blind gemacht und zu dem erzogen, was den Drahtziehern hinter den Vorhängen nützt. Zu billigen Arbeitskräften, zu Konsumenten, zu modernen Sklaven mit scheinbar "gehobener Ausstattung" zu dem natürlich das I-Phone gehört und der Fernseher, das Navi und massiver Ablenkung mit Fußball statt Wagenrennen und dem "Container" oder dem "Dschungelcamp" statt der Arena. In Wirklichkeit haben sie damit genau das fest in der Hand, was sie zu Sklaven macht! Die besten Sklaven sind diejenigen, die sich selbst in einer ganz anderen Rolle sehen.
Und der Clou ist, dass die Menschen glauben, dass sie all das brauchen, das sie all das wollen, das sie all das beherrschen, dass sie die Welt verstehen und im Prinzip so ziemlich das geschieht, wofür sie zur Wahl gegangen sind. Witzig! Manchmal passt es halt nicht so ganz, da muss man dann halt auf die Wünsche des Koalitionspartners eingehen, manchmal hat man ja auch die Opposition gewählt. Das glauben die meisten wirklich.
Immer noch viel zu viele Menschen glauben, dass man mit dem Euro gut gefahren ist. Das muss wirklich ganz toller Stoff sein. Immer noch viel zu viele Menschen glauben, dass sie ihres Glückes Schmied sind und bemerken das Hamsterrad gar nicht, das um sie herum gebaut wurde von Werbung und Marketing und Product Placement und Geopolitik.
Die Ernüchterung ist ein harter, langwieriger und schmerzhafter Prozess. Sich zu "enttäuschen" ist ein kolossal schwieriger Vorgang. Niemand schafft es aus ganz eigenem Antrieb ohne fremde Hilfe. Kaum einer schafft es mit Hilfe von anderen. Sich einzugestehen, dass man ein Leben lang blöd war oder zumindest viele Jahrzehnte lang, das ist "unmenschlich". ;)
Wir leben in einem Schachspiel und sind eigentlich weniger als die Bauern. Alles, was wir sehen und erleben und denken, das wurde erdacht und ausgefüllt und angemalt und verschönt durch zahlreiche Mechanismen. Axel Springer gehört dazu. Das ist ein Mosaiksteinchen, das Getriebe so zu schmieren, dass alles seinen Gang geht. Aber das ist eben überall zu finden und nicht nur bei Friede Springer und Liz Mohn.
Und daher halte auch ich die Demokratie für ein Gebilde das "made" ist. Ein Mittel zum Zweck. Ein totalitäres Herrschaftssystem mit einem bunten Röckchen und einem feschen Hut.
Gruß
stocksorcerer
P.S.: beispielhaft darf ich noch erwähnen, dass die Mechanismen meistens greifen, um das gewünschte Resultat zu erzielen. Schottland bleibt im Vereinigten Königreich. Warum? Weil man den Rentnern Angst gemacht hat, dass ihre Rente futsch ist. Das nur mal als Beispiel. Schottische Freiheitshelden hätten sich da vermutlich im Grabe umgedreht, wenn sie denn überhaupt in einem Stück irgendwo beigesetzt worden wären. ;)