Demokratie im Orwell-Staat
Deine Alternative kenne ich nicht, die bist Du stets schuldig geblieben.
Zumindest habe ich sehr genau und für jedermann nachprüfbar
beantwortet, was genau es mit Springers Leitlinien auf sich hat, wo ihre
Ursache liegt, welche Absichten damit verfolgt werden.Das ist so wenig nicht.
Dagegen hat bisher auch niemand etwas gesagt, aber die dich, lieber Monterone, längst kennzeichnende Abwehr der Demokratie an sich erzeugt zwischenzeitlich wiederholt geäußerte Irritationen, und du solltest diese auflösen wollen.
Springers hier zugrunde liegende Leitlinien sind Ausdruck unseres orwell'schen Zeitalters. Im Orwell-Staat bedeutet Krieg Frieden, Freiheit bedeutet Sklaverei und Demokratie kann vor diesem Hintergrund nur noch Diktatur bedeuten. Mit sicher anzunehmenden Bewusstsein dafür, lenkt Orwells „Großer Bruder“ die Menschen in eine verzwickte Situation. Während die Einen ihre Orientierung verlieren, können die Anderen ihren widerstreitenden Standpunkte zunehmend weniger verständlich machen. Soll sich angesichts dieser Umkehr der Begriffe nun der Friedensaktivist als Kriegsaktivist zu erkennen geben? Meiner Meinung nach hätte die Freiheit dann erst recht verloren, und politisches Engagement sollte vornehmlich die hier angesprochene Sprachverwirrung bekämpfen. Da der Begriff der Diktatur wiederum eindeutig zu interpretieren ist, kann für seinen Antipoden nur das selbe gelten. Demokratie bedeutet die Selbstbestimmung der Völker, und wer würde sich selbst in heutiger Zeit trauen, den damit gesetzten Anspruch offen zurückzuweisen? Solltest du an diesem Punkt abweichender Ansicht sein, dann nenne mir bitte den für dich gültigen Gegenbegriff zur Diktatur.
Noch immer sieht sich der Große Bruder gezwungen, Demokratie vorzutäuschen. Jeder Erfolg verheißender Widerstand muss somit darauf zielen, den Großen Bruder als einen diktatorischen zu enttarnen. Den Menschen wird die Demokratie vorenthalten, und es gilt diese nun mit Nachdruck einzufordern. Deshalb bleiben mir deine einschlägigen Einlassungen auch weiterhin zweifelhaft, auch weil du, Monterone, den Begriff der Demokratie offenbar noch bevorzugt einsetzt, ohne dabei deine persönliche Sicht auf diesen Begriff je darzulegen. Vielleicht solltest du besser auf unmissverständlichere Formulierungen ausweichen, welche deine zugrunde liegenden Ansprüche verdeutlichen können. Bisher weichst du aber allen Nachfragen nur aus, so wie auch in dem hier nun vorliegenden Fall.
Schöne Grüße
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... in Wirklichkeit ist ... immer alles ganz anders, als es ... in Wirklichkeit ist ...