Axel Springer Grundsätze
Meine Meinung zu den Grundsätzen:
1. Das unbedingte Eintreten für den freiheitlichen Rechtsstaat Deutschland als Mitglied der westlichen Staatengemeinschaft und die Förderung der Einigungsbemühungen der Völker Europas.
Ok. Das Wort "westlich" könnte man meines Erachtens durch bessere, treffendere Begriffe ersetzen, die auch moderner sind, aber schlimm finde ich den Grundsatz jetzt nicht. Man könnte anstatt "als Mitglied der westlichen Staatengemeinschaft" auch "als sozial-marktwirtschaftlicher, freiheitlich-demokratischer Rechtsstaat" oder ähnliches schreiben. Den Bezug auf "den Westen" halte ich für obsolet. Zumal die Staatlichkeit nach "westlicher Prägung" inzwischen auf allen Kontinenten der Erde verbreitet ist und der "der Westen" inzwischen ziemlich viele Schmutzflecken auf seiner Weste hat: Guantanamo, Abu Ghraib, CIA-Geheimgefängnisse, völkerrechtswidriger Angriffskrieg gegen den Irak, völkerrechtswidrige Bombardierung von Jugoslawien, Bombardierung Libyens usw. Im übrigen bin ich der Auffassung, dass ein gutes Verhältnis zu Russland sehr wichtig für Deutschland ist.
2. Das Herbeiführen einer Aussöhnung zwischen Juden und Deutschen, hierzu gehört auch die Unterstützung der Lebensrechte des israelischen Volkes.
Es ist verständlich, dass Axel Springer nach dem WK2 diesen Grundsatz aufgestellt hat, und er hat meines Erachtens auch heutzutage noch seine Berechtigung. Nur sollte die Unterstützung und Solidarität schon ihre Grenzen haben. Die Lebensrechte der Palästinenser und der arabischen Welt im Allgemeinen müssen ebenfalls respektiert werden. Axel Springers "Politik" macht das meines Erachtens oft nicht. Also die "Freundschaft zu Israel" ist ok. Dass man prinzipiell eher aus Israels Seite steht, ist ok. Axel Springer ist ein Privatunternehmen und von daher kann es auch seine "Meinungen" und Interessen haben und ist nicht zur Neutralität verpflichtet wie es bei öffentlich-rechtlichen Nachrichtensendungen meines Erachtens der Fall sein sollte. Nur sollte bei der Solidarität mit dem einen der Respekt vor dem anderen gewahrt werden.
3. Die Unterstützung des transatlantischen Bündnisses und die Solidarität in der freiheitlichen Wertegemeinschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika.
Das halte ich für überholt. Es ist meines Erachtens ein Relikt des Kalten Krieges. Heute gibt es meiner Meinung nach keinen Grund speziell das transatlantische Bündnis zu unterstützen. Den Ost-West-Konflikt gibt es nicht mehr (von den US-Wiederbelebungsversuchen mal abgesehen). An seine Stelle ist eine mehr oder weniger globalisierte Wirtschaftswelt getreten, in der es eine Reihe von Mitgliedergruppen gibt, insbesondere die USA und Anhang, die BRICS und Anhang, die (kriselnde) EU, manche Unentschiedene und Neutrale, und manche Staaten, die wirtschaftlich, politisch usw. noch nicht wirklich "entwickelt" sind, vor allem solche auf dem afrikanischen Kontinent. Deutschland muss in diesem globalen Geflecht eine richtige und vernünftige Position einnehmen und sollte versuchen, allgemein zu allen Staaten ein positives, gegenseitigen Nutzen bringendes Verhältnis zu haben. Dieser Transatlantik-Kram ist Quatsch. Das soll nicht heißen, dass man keine Freundschaft zu den USA pflegen sollte. Nur halte ich die Freundschaft zu den USA nicht eines Sonderstatus wert. Hier muss die richtige Balance gefunden, ausgeübt und soweit vernünftig beibehalten werden. Vor allem sieht man ja, dass die USA diejenige Macht ist, die am meisten den deutschen Interessen schadet und sich am wenigsten für deutsche Belange interessiert. Den USA trotzdem quasi "in den Arsch zu kriechen", finde ich peinlich. Das ist aber, wie die NSA-Affäre zum Beispiel deutlich zeigt, Realität. Ich halte die "Transatlantiker" insgesamt für dumm, zurückgeblieben und peinlich.
4. Die Ablehnung jeglicher Art von politischem Totalitarismus.
Ok.
5. Die Verteidigung der freien sozialen Marktwirtschaft.
Davon sehe ich aber in der Praxis wenig.