Arbeitsrechtlich Okay, aber auch aus medienwissenschaftlicher Sicht?
Zurück zum Thema: Wie denkt ihr über solche Verträge?
Ist das das Vehikel der letzten Instanz für den "spurenden", weil
ausgewählten Chefredakteur, auch seine Leute "auf Kurs" zu bringen?
Klar. Wer in dem Unternehmen arbeiten will, der muss einen Vertrag
unterschreiben. Das ist ganz normal. Und wer den Vertrag bricht, der kann
entfernt werden. Auch ganz normal.Von daher sehe ich hier keine Probleme.
Arbeitsrechtlich ist das sicherlich Okay. Aber wegen der Bedeutung der Springer-Presse steht die Frage im Raum, wie das aus medienwissenschaftlicher Sicht zu beurteilen ist.
Ich gehe aber davon aus, dass vielen Leuten das, was du hier ausgebreitet
hast, unbekannt ist. Da sehe ich eher ein Problem.
Ich auch, denn Massenmedien (wie die Springer-Presse) formen Weltbilder. Es ist problematisch, wenn Weltbilder deformiert (=die Leute dumm gehalten) werden. Zum Glück klappt das immer weniger.
Andererseits: selbst
wenn sie es wüssten, würde das nicht gleich zu einem anderen
Leseverhalten führen, die Botschaft wirkt also trotzdem. BILD-Zeitung
ließt ja angeblich auch niemand und jeder "weiß", dass das ein
Schmierblatt ist.
Vor diesem Hintergrund sind die Glaubwürdigkeitsstudien, Auflagenzahlen und Einschaltquoten samt soziodemografischen Entwicklungen so interessant: Sie sprechen eine klare Sprache: Das VerBLÖDungssystem klappt jetzt schon nicht mehr richtig. Die Rest-BLÖD-Leser und Claus-Kleber-Gläubigen werden sich vor dem Hintergrund von Alternativmedien und was die Schafe im Tiefschlaf angeht, biologisch erledigen.
Gruß, BLa