Kaum Zustimmung
Die heute aktuelle Verteufelung von Kohlenhydraten kann ich als Ernährungswissenschaftler nur als großen Humbug (und Betrug) klassifizieren.
Das ist eine lange Diskussion, die ich schon oft geführt habe, daher nur zwei zentrale Aspekte:
a) Die Population, die weltweit am wenigsten mit Herz- und Gefäßkrankheiten zu kämpfen hat (zumindest bis vor einigen Jahren) ist die sich traditionell ernährende Einwohnerschaft Japans. Und das, obwohl sie sich ihre Energie zu 90 % aus Kohlenhydraten holt. Genau genommen macht nämlich nur Fett fett. Ich selber habe bei einem Professor gelernt, der nachgewiesen hat, dass das Enzym zur Umwandlung von Kohlenhydraten in Fett nicht aktiv ist (anders als beispielsweise bei Ratten). Andere Studien mit Alkohol weisen in die gleiche Richtung.
b) "Viel Fleisch" - Atkinson, ketogene Ernährung:
Meine Übersetzung: Selbstmord auf Raten. Meine Überzeugung: Eine ganz perfide PR/Marketing-Kampagne der Lebensmittelindustrie, deren Margen bei Fleisch natürlich deutlich besser sind als bei Kohlenhydraten. Die ökologischen Konsequenzen dieser mafiösen Behauptungen sind verheerend! Nur weil der Einzelne - kurzfristig - abnimmt, ist das weder eine individuell noch gesellschaftlich akzeptable Ernährungsweise. Und auch dieser Gluten-Quatsch (gehört fast zu a) wurde ja mittlerweile gottseidank entmystifiziert. Einfach mal "myth of big bad gluten" googlen.