93 Air France F -> NY - rauchend - Und: Althelden :)

azur, Samstag, 18.07.2015, 14:04 (vor 3838 Tagen) @ DT5467 Views
bearbeitet von unbekannt, Samstag, 18.07.2015, 14:22

Hallo DT,

Du hast Recht: Das ist in der Drehe, als das Rauchen nach und nach verbannt wurde. Aber eben vor allem auch: Das kam so nach und nach, nicht überall gleichzeitig.

Siehe Betreff. Ob es auf dem Flug 94 (KLM D -> LA) nicht mehr ging, daran kann ich mich dagegen leider nicht erinnern (das Air-France-Thema hatten wir ja schon mal: Es war etwas anstrengend mit hochmütigen und rücksichtslosen Nachbarn).

Hoffe, alle sehr geschätzten Aufgeregten kommen bald wieder etwas runter, und es zeigt sich nicht nur alte Leidenschaft, sondern auch die berühmte Gelassenheit der Jahre.

Bekanntes Sprichwort "Du kannst alt werden wie ne Kuh, und lernst immer noch dazu"! Hilft immer.

Mir können Jüngere nicht in allem was vor machen, aber bin mir bewusst, in etlichem schon. Und das ist doch auch gut so.

Die geistig und mental fittesten Alten, die ich kannte (und ich durfte mit etlichen Menschen bis zu derem Tode befreundet sein), waren die, die gern Neues hörten. Die nicht monologisierten und sich feierten, sondern sich vor allem und zuerst immer erkundigten, was der andere so wisse und meine.

Die Älteren haben natürlich meinen Resepekt, weil es für den immer Gründe gibt. Aber wer aus einem Land kommt, aus einen System kommt, in dem alte Männer endlos in bestimmenden Postitionen saßen (wie weiland unter dem "grandiosen" Feudalsystemen), der lernt früh, dass ein Berufen auf das Lebensalter allein kein Argument sein kann. Na wisst ihr ja, ihr alten Haudegen (grüße herzlich).

Körperlich fit sein, ist übrigens nur das eine... Geistig und emotional fit und beweglich zu sein (und nicht nur zu bleiben, sondern immer mehr zu werden), ist nicht weniger wichtig. Eher noch viel wichtiger (das sagen auch "die Buddhisten" [[freude]]).

Viele freundliche Grüße

azur

PS:
Die für mich coolste Story war, wie einer meiner Großen mit mir in einen verrauchten Barraum ging. Dort jammerte ich, was das solle. Großer: Papa, na wegen dir? Denn ich war ja der 'Rauchstinker'. Habe sofort gesagt, nein Danke. Man konnte zum Glück auch draußen sitzen (und: der hatte es nur gut gemeint - die Ursachen hatte allein ich gesetzt - und bin froh, dass es nicht mehr überall so verraucht riecht, besonders da, wo gegessen wird und Nichtraucher, besonders Kinder sind - und was haben wir bei der Umstellung auf Nichtrauchergasträume für Befürchtungen gehabt (!) - bin aber als Raucher auch schon immer gern auf Distanz gegangen, wenn es stören könnte - lasse mich aber auch ungern wie einen gefährlichen Irren behandeln, nur weil ich das Rauchen schlicht liebe - wobei es ohne besser wäre, und die Jungen zum Glück diesbezüglich klüger sind).

Das ist Folgend ist auf den ersten Blick für Kinder, die wir ja auch immer irgendwie bleiben, enthält aber schöne Gedanken (dieser Tage kamen 2 Meldungen aus Japan, wonach es dort immer mehr gewalttätige Japaner über 65 gibt, aber auch, dass dort eine Mio Menschen völlig isoliert zurückgezogen leben würden):

Gern würde ich
in einer kleinen strohgedeckten Einsiedelei leben,
gebaut im Schatten des Pinienwaldes im Flachland.
Lebe ich in diesem Haus,
wenn dann ein Kind krank ist im Osten,
werde ich es in den Armen wiegen.
Wenn eine Mutter im Westen müde ist,
werde ich ihr helfen
und ihr die Schultern massieren.

Wenn im Süden einer im Sterben liegt,
werde ich ihn bitten,
kein Aufheben darum zu machen
und keine Angst zu haben.
Aber wenn er stirbt,
werde ich mit tiefen Mitgefühl
um ihn und seine Familie weinen.

Wenn es im Norden einen Streit gibt,
werde ich ihn unterbinden
und sagen: Streitet Euch nicht,
denn das ist für Euch überhaupt nicht nützlich.

Selbst wenn andere mich kritisieren
und behandeln wie ein dummes Kind,
werde ich davon nicht traurig.
Selbst wenn andre mich als gutes Kind bewundern,
werde ich mich nicht daran ergötzen.
So ein Kind, hoffe ich zu werden.

(Japanisches Kinderlied gefunden in Lotusblätter 2/1988)


Lied zum Leben

sind die flügel uns gewachsen
viel zu eng das warme nest
uns im zeugnis steht
wir wären klug und fast erwachsen
wollen sehn wie es sich sehen läßt

werden wir zur arbeit taugen
oder geht’s auch ohne uns
werden wir an unsere traumgebornen kräfte glauben
oder bleiben träume blauer dunst

werden wir die freunde finden
die uns ohne wort verstehn
die uns ihre hände lassen und die nicht erblinden
wenn wir bleich vor ihren türen stehn

wird uns eine liebe halten
die ein leben lang verbleibt
oder wird die liebe uns das arme herz zerspalten
daß es ruhelops uns weitertreibt

sind die flügel uns gewachsen
viel zu eng das warme nest
und im zeugnis steht wir wären klug und fast erwachsen
wollen sehn wie es sich leben läß

gundermann 1982


(Meine Großen erzählten mir jetzt, dass sich erinnern würden, wie ihnen schon früh erzählt hätte, dass ich immer als Heranwachsender annahm, irgendwann würden alle klug, reif und irgendwie 'erwachsen' werden und handeln, denn in der Kindheit gelten ja Erwachsene als die, die immer klug und richtig entscheiden... [[freude]] - um dann leicht irritiert feststellen zu müssen, dass das irgendwie nicht dazu kam. Auch Erwachsene konnten so dämlich und absurd entscheiden, und sich wie Kleinkinder aufführen... Und bei dem Eindruck ist es nicht nur geblieben, sondern die Großen erleben es nun auch schon so.)

--
ENJOY WEALTH
(Groß-Leucht-Reklame am Gebäude Lehmann-Brothers/NY)

Meide das Destruktive - suche das Konstruktive.


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