Alles IN-terpretation

Kurz_vor_Schluss, Freitag, 24.04.2015, 19:42 (vor 3917 Tagen) @ Mangwei7161 Views
bearbeitet von unbekannt, Freitag, 24.04.2015, 20:46

Sich mit einer moralischen Attitüde hinzustellen, als wollte man dir das
Reden und Denken verbieten, ist verlogen. Du willst nur deshalb kein
Rassist sein, weil diese Bezeichnung derzeit moralisch geächtet ist. Aber
die Schande, wenn man es mal so nennen will, besteht ja nicht darin, dass
du Rassist bist, sondern in dem Zweck, darauf zu bestehen, Rasse zum
politischen Thema machen zu wollen.

Hm- irgendwie legst Du mir da Dinge in den Mund, Mangwei. Ich meine, Rasse ist ein debattierenswertes Thema wie andere auch. Das ist alles. Die politische Komponente – die kreierst Du.

Und das ist das Gemeine: sich scheinheilig hinzustellen und über Rasse
reden zu wollen, weil das nun mal so sei, aber eigentlich einen ganz andern
Zweck dabei zu verfolgen. Denn es geht solchen Leuten wie dir doch gar
nicht darum, einfach festzustellen, dass es Menschen gibt, die
unterschiedliche Nasen, Lippen und Hautfarben haben. Das ist ja auch banal,
weiter nicht der Rede wert und macht keinen Sinn. Es geht darum, den
(theoretischen) Begriff Rasse politisch anzuwenden und praktisch wirksam
werden zu lassen. Und von da an wird es eben übel (sonst wär's halt nur
eine Spinnerei).

Lass doch mal diese Unsitte, anderen etwas unterzuschieben. Ich verfolge gar keinen Zweck damit – oder meinetwegen den, dass es uns erlaubt sein sollte, über alle Themen dieser Welt offen disputieren zu dürfen. Auch zum Thema Rasse. Der Rest – den denkst Du Dir aus.

Denn dann will man die bescheuerten Lebensverhältnisse der Menschen nicht
anhand der Kategorien politischer und ökonomischer Machtverhältnisse
erklären, sondern aus einer rassistischen Konstellation der
Andersartigkeit, der Aus- und Abgrenzung: „Ausländer raus!“ und schon
ist das Argument fertig. Dann will man, dass die nun in Rassen
gespaltenen Menschen - nicht allein, aber doch zum beträchtlichen Teil -
sich aus der Warte ihrer Andersartig das politische Geschehen erklären.

Das legst Du Dir auch schon wieder zurecht. Überstrapaziere doch nicht Dein Gerechtigkeitsempfinden, Mangwei – ich finde es ja gut, dass Du gegen Ungerechtigkeit bist und somit auch gegen Aus- oder Abgrenzung aus rassischen Gründen. Aber davon war hier nicht die Rede (s. auch die anderen Beiträge).

Wenn man den Begriff Rasse politisch anwendet, will man nicht erklären,
sondern verblöden. Und sein Ziel hat man dann schon fast erreicht, wenn
sich eine Menschenmasse (s. Pegida) nicht mehr entblödet, nicht in ihrem
vermeintlichen, sondern im Interesse solch dämlicher rassistischer Politik
sich öffentlich aus freien Stücken zu einer (rassistischen)
Schicksalsgemeinschaft (Europäer, Abendländler) zu bekennen.

Und wieder legst Du anderen böse Absichten in den Sinn…. (seufz). Warum bist Du bei dem Thema so überempfindlich? Und einseitig - weite doch mal den Blick. Die Pegidisten stellen sich wohl kaum aus „rassischen“ Gründen da hin. Die empfinden eher korrekterweise, dass wir als Deutsche Opfer einer desaströsen Einwanderungspolitik sind – und dagegen demonstrieren sie. Sie jagen keine Ausländer durch die Strassen, wie es in Südafrika geschieht, stecken sie nicht in Lager in der Wüste, wie's Australier und Israelis tun, zwingen sie nicht dazu, ihre Töchter prostituieren zu lassen, wie's im Nahen Osten bei den Flüchtlingen geschieht etc. Nichts von alledem. Und doch so schlimme Rassisten?

Weißt Du, wenn man wie Du überall Rassismus wittert, dann wirst Du auch überall welchen finden. Damit hör doch bitte auf – das führt zu nix, außer zu Missverständnissen.

Schönen Abend
K_v_S

--
Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.
Karl Valentin


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