Unehrliche moralische Attitüde

Mangwei, Freitag, 24.04.2015, 10:58 (vor 3917 Tagen) @ Kurz_vor_Schluss7333 Views
bearbeitet von unbekannt, Freitag, 24.04.2015, 13:23

Ich danke Dir für die Antwort, Mangwei, aber das ist mir doch zu eng
gedacht. Wenn jeder, der über Rasse spricht, dadurch Rassist ist, stimmt
da etwas nicht. Dann müsste ja jeder, der über Nationen spricht,
Chauvinist sein, oder jeder, der über Unterschiede zw. Männern und Frauen
spricht, Frauenfeind sein etc.
Nein - das schliesst mir den Diskurs zu sehr aus.
Es ist doch in jedem wissenschaftlichen Feld legitim, Forschungen zu
machen - man kann wie bei Gender eine Ideologie draus machen, aber dass nun
die Untersuchung von rassischen Unterschieden (die es ja wohl gibt, s. die
anderen Beiträge) automatisch auf niedere, eben rassistische Gesinnung
schließen lässt - das ist mir wie gesagt zu eng.
Die Gedanken sind frei - und das sollten sie auch bleiben. Grade bei
gesellschaftlich kontroversen Dingen.

Sich mit einer moralischen Attitüde hinzustellen, als wollte man dir das Reden und Denken verbieten, ist verlogen. Du willst nur deshalb kein Rassist sein, weil diese Bezeichnung derzeit moralisch geächtet ist. Aber die Schande, wenn man es mal so nennen will, besteht ja nicht darin, dass du Rassist bist, sondern in dem Zweck, darauf zu bestehen, Rasse zum politischen Thema machen zu wollen.

Und das ist das Gemeine: sich scheinheilig hinzustellen und über Rasse reden zu wollen, weil das nun mal so sei, aber eigentlich einen ganz andern Zweck dabei zu verfolgen. Denn es geht solchen Leuten wie dir doch gar nicht darum, einfach festzustellen, dass es Menschen gibt, die unterschiedliche Nasen, Lippen und Hautfarben haben. Das ist ja auch banal, weiter nicht der Rede wert und macht keinen Sinn. Es geht darum, den (theoretischen) Begriff Rasse politisch anzuwenden und praktisch wirksam werden zu lassen. Und von da an wird es eben übel (sonst wär's halt nur eine Spinnerei).

Denn dann will man die bescheuerten Lebensverhältnisse der Menschen nicht anhand der Kategorien politischer und ökonomischer Machtverhältnisse erklären, sondern aus einer rassistischen Konstellation der Andersartigkeit, der Aus- und Abgrenzung: „Ausländer raus!“ und schon ist das Argument fertig. Dann will man, dass die nun in Rassen gespaltenen Menschen - nicht allein, aber doch zum beträchtlichen Teil - sich aus der Warte ihrer Andersartig das politische Geschehen erklären.

Wenn man den Begriff Rasse politisch anwendet, will man nicht erklären, sondern verblöden. Und sein Ziel hat man dann schon fast erreicht, wenn sich eine Menschenmasse (s. Pegida) nicht mehr entblödet, nicht in ihrem vermeintlichen, sondern im Interesse solch dämlicher rassistischer Politik sich öffentlich aus freien Stücken zu einer (rassistischen) Schicksalsgemeinschaft (Europäer, Abendländler) zu bekennen.


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