Danke für den erfrischenden Kommentar!

re-aktionaer, Samstag, 05.03.2016, 23:43 (vor 3630 Tagen) @ Christian7964 Views
bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 06.03.2016, 18:05

Das Forum braucht andere Meinungen!
Selbstreferenzialität ist immer ein Problem - und macht kollektiv blöd. Daher danke für den erfrischenden Gegenwind - das Forum braucht ihn tatsächlich.
Jetzt mein Senf dazu:
Angst schüren im Moment alle. Die Leute werden generell immer unentspannter. Vielleicht hängt dies auch mit den ökonomischen Zuständen unserer Zeit zusammen.
Was mich im Alltag besonders erschüttert und verstört ist der Unwille zum Diskurs. Früher konnte man mit Menschen leidenschaftlich diskutieren, auch wenn man konträre Ansichten hatte, konnte man sich danach noch sympathisch sein. Man akzeptierte die Tatsache, dass das Gegenüber nicht so wie man selbst dachte und versuchte halbwegs fair Argumente auszutauschen.
Solche Gespräche sind mittlerweile selten geworden. Man ist sich bestenfalls einig, sich uneinig zu sein und kehrt sich den Rücken zu. Man sieht in einer anderen Weltsicht eine moralische Verfehlung oder ein intellektuelles Defizit. So leid es mir tut - aber dieser Diskursunwille kam von "links". Und er begann mit dem unendlich dummen Satz:

"Faschismus ist keine Meinung sondern ein Verbrechen!

Faschismus kann aber mittlerweile alles sein. Inflationär werden Begriffe wie "Hetze", "Rassismus", "Fremdenfeindlichkeit" oder "Antisemitismus" gebraucht, völlig undifferenzierbare Totschlagworte die in einer ehrlichen Debatte nichts verloren haben. Des weiteren die metapolitische Umdeutung der politischen Gesinnung "Rechts" zu einem moralischen Makel - das wurde ab den frühen 90er Jahren systematisch medial und edukativ in die Hirne der Menschen gemeisselt. All das waren die ersten Sargnägel der gelebten Demokratie und das hat uns in dieses Fahrwasser gebracht. Nach dem scheitern sozialistischer Ökonomiepolitik 1989 erleben wir jetzt das Scheitern sozialistischer Gesellschaftspolitik. Diverse gesellschaftspolitische Dogmen werden immer unhaltbarer.
Mit Menschen die dies aufzeigen, wird aber nicht debattiert. Man schließt sie entweder systematisch vom Diskurs aus, oder wo dies nicht möglich ist, kommen ausschließlich Argumente Ad Hominem. Man schickt die "Antifa", man versucht die wirtschaftliche Existenz zu ruinieren etc...
Ich finde dies unerträglich - gerade jetzt. Wir haben wirtschaftliche Verhältnisse die Armut erzeugen und Notlagen, die jenen der Weimarer Republik ähnlich werden. Jetzt zieht scheinbar die politische Kultur nach.
Die Rechte hat keine Massenmedien. Sie nimmt was sie nehmen kann. Sie arbeitet mit eben mit sozialen Medien. Wenn sie dreckig arbeitet, streut sie Gerüchte und lügt viral, die andere Seite lügt massenmedial - das ist aber auch schon der Unterschied. Es ist ein sozusagen die Logik des Partisanenkampfes, die hier im Kommunikationskrieg zum Tragen kommt. Dreckig kämpfen beide Seiten. Das Problem ist aber der Krieg an sich.
Ich bin noch relativ jung, aber alt genug, um mit Menschen gesprochen haben zu können, die die Tragödie der Zwischenkriegszeit noch selbst erlebt haben. Unisono war man der Überzeugung, dass an all dem Irrsinn damals in erster Linie die Wirtschaftliche Not Schuld war. All das Moralisieren und Anschuldigen, all das "betroffen sein" ist eine Tugend der Nachgeborenen. Die Menschen die es erlebt haben - Täter wie Opfer - waren froh, dass diese Zeiten vorbei waren und waren im Allgemeinen nicht daran interessiert alte Rechnungen aufzumachen. Am schönsten drückt sich dies in Österreich aus, wo die einstigen Todfeinde der ersten Republik, welche zusammen im KZ gelandet waren, nach dem Krieg sehr genau darauf achteten, die alten Fehler nicht mehr zu wiederholen und ihre jeweilige Klientell zu vertreten aber den Konsens zu suchen, was in der sog. Sozialpartnerschaft endete, die sämtliche Konflikte am Verhandlungstisch austrug. Bis in die 90er Jahre hatten wir daher praktisch keine Streiks in Österreich. So verhindert man Extremismus. Und das wussten die gebrannten Kinder ihrer Zeit sehr genau.
(Hierzu zwei interessante Links, um zu verdeutlichen, was ich meine:
1. Kreisky koalierte mit einem ehemaligen SSler:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kreisky-Peter-Wiesenthal-Aff%C3%A4re
2. Hier reden die Leute unbefangen darüber warum sie Hitler wählten: https://www.youtube.com/watch?v=3vtfdfILdAw)

Wie aber sieht die Erziehung heute aus, um entsprechenden Irrsinn zu vermeiden? Man analysiert nicht den Weg in die Katastrophe, denn dann würde man die Parallelen sehen, nein, man glaubt ernsthaft, es wäre die Ideologie, oder die Symbole, der Nationalismus oder ein militaristisches Gehabe, das ins Unglück führt. Und während man den Opfern von damals mit penetranten heuchlerischen Gedenkorgien huldigt, stellt man alle Weichen in einen tatsächlichen neuen Faschismus hinein, der m.M. nach in Deutschland bereits weitestgehend verwirklicht ist.
Paramilitärische Schlägertrupps wie die ANTIFA, eine Anette Kahane mit ihrer Stasi Stiftung, die wie in ihrer DDR Zeit herumschnüffelt, wer welche Gesinnung hat, Bundestrojaner, Überwachung hier, Überwachung da, Ausladung von AFD Politikern aus Talkshows, Sperre von kritischen Autoren wie Pirincci (sogar eine Bücherverbrennung wurde angedacht), Gummiparagraphen wie "Verhetzung" die man nach politischem Gutdünken bedienen kann. All das wurde in den letzten zehn Jahren Realität. Und auch die Scheisscharaktere kriegen wieder Oberwasser. Menschen die nach Facebookkommentaren schnüffeln um Leute anzuzeigen, wie weiland der gute alte Blockwart. Die Denunzianten und Zurechtweiser, die Moralaposteln und Heuchler. Der neue Faschismus ist halt invers. Er hat neue Heilige und neue Juden, neue Freunde und neue Todfeinde - die Strukturen des Faschismus sind aber die gleichen und es kommt nicht selten vor, dass die Kinder und Enkel von ehem. Erznazis mit genau den selben Methoden wie ihre Eltern arbeiten - für das vermeintlich "Gute".
So sind sie halt. Wahrscheinlich liegt es in deren Genen.... ich darf diesen Gedanken in den Raum stellen - denn ich bin Rassist. :-)

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