Von Interesse ist nur der Gegensatz von Kreditgeld und Staatsgeld
Nun konnte ich nicht feststellen, dass dieser Unterschied (Kreditgeld vs. Staatsgeld) in deinem Aufsatz thematisiert wurde, und du solltest lernen, lieber Robert, ihn zu berücksichtigen, denn um diesen Unterschied dreht sich nämlich alles.
Auf dem Privatsektor ist jeder für sich selbst verantwortlich, hier kann jeder Geld gewinnen oder verlieren. In der Marktwirtschaft soll das so sein, denn hierin besteht ein Regulativ für die Bewirtschaftung der einzelnen Individuen. Es ist so ähnlich wie beim Fußball, wo eine Mannschaft ebenfalls gewinnen oder verlieren kann, was aber auch den Fußball überhaupt erst ausmacht. Der Schiedsrichter würde in dieser Versinnbildlichung den Staat bzw. dessen Vertreter (Beamter) bedeuten. Dieser kann weder gewinnen noch verlieren und soll unparteiisch die Regeln exekutieren, welche den Fußball erst definieren.
Die ULG (Umlaufgeschwindigkeit des Geldes) trifft nicht zielsicher den Kern des Problems. Das Problem besteht in der 'Verrentung' (siehe PCM) – wenn nämlich Privatiers auf Staatspapieren hocken. Zentralbanken bedeuten eindeutig Staatsorgane, und die von ihnen emittierten Noten sind Staatsgeld. 'Papiere eines 'infalliblen (nicht-leistenden) Schuldners' bedeuten somit einen Widerspruch zu den dem Gewinn/Verlust-Prinzip unterliegenden Kreditgeldern. Dessen Emission unterliegt nicht den Marktkräften, sondern einer übergeordneten Politik. Diese Politik hätte dem o.g. Widerspruch unbedingt Rechnung zu tragen, weil dieser Widerspruch ansonsten durchaus geeignet ist, das Wirtschaftsgefüge zu strangulieren. Wenn die Politik an der Wohlfahrt der Menschen orientiert ist, dann würde das Zurückhalten von Banknoten auf jeden Fall entsprechend sanktioniert werden. Eine 'Hortungsgebühr' wäre effektiv, und leicht umzusetzen. Mein Vorschlag würde lauten, Banknoten schon zugunsten ihrer Fälschungssicherheit jährlich neu aufzulegen, und den Umtausch in aktualisierte Noten einer hierfür festzusetzenden Gebühr zu unterwerfen. Noch bessere Ergebnisse wären aber zu erwarten, wenn die Regierung ein durch die Notenbank gedecktes regelmäßiges Haushaltsdefizit kalkuliert. So würde die Regierung die Banknoten einer Inflation unterwerfen, welche die Banknoten in Bewegung hielte. Bei beiden Vorgehensweisen ergäbe sich zumindest auch ein erster Sockel für die ohnehin unumgängliche Staatsfinanzierung (Seigniorage).
Dass der Staat nun auch noch darauf verzichtet ohnehin auftretende Haushaltsdefizite durch seine eigene Notenbank zu finanzieren, und statt dessen eigens zu verzinsende Staatspapiere auf dem Privatsektor emittiert, werden zukünftige Generationen wohl mehr ungläubig bestaunen als alles andere. Als für solch eine Zukunft einmal von Bedeutung werdende historische Aufzeichnungen mag aber auch diverser hier im Gelben Forum bekundeter Aberglaube bezüglich der Staatsfinanzierung dienen können. Es ist das Privileg des Staates Geld zu drucken. Auch wenn der Einzelne für solches Geld Arbeitsleistung abrufen kann, so ersetzt dieses Geld natürlich nicht die zu leistende Arbeit. Der Staat hilft mit zusätzlichem Geld lediglich, dass potentielles Angebot und potentielle Nachfrage erst ineinander aufgehen können – nichts anderes wird behauptet. Der Staat 'zaubert' keine Werte herbei, wenn er Geld druckt – vielmehr erhebt er damit eine Steuer. Diese bezahlt der Bürger durch inflationär erhöhte Preise. Eine Leistung für die Bewirtschaftung des Staates ist vom Staatsbürger ohnehin zwingend zu erbringen. Letztlich muss der Staat nicht mit Geld, sondern mit Arbeitsleistung versorgt werden. Der Staat bezahlt die von ihm benötigte Arbeitsleistung teilweise mit selbst erzeugten Zahlungsmitteln, und es ist die Inflation, welche diese Last nun auf das Staatsvolk verteilt. In der Tat wird der am meisten besteuert, der Zahlungsmittel am längsten zurückhält, und so der Inflation am meisten Zeit einräumt, auf diese Mittel zu wirken.
Geld zeigt dabei immer nur Relationen auf z.B. Einnahmen zu Ausgaben. Monetäre Belange verändern sich nur, wenn sich hierdurch ausgedrückte Relationen ändern. Inflation alleine verändert keine Relationen und wenn sich die Relationen ändern, dann ist dieses niemals durch Inflation zu erklären. Ansonsten haben wir auch in Deutschland keines Falls nur schlechte Erfahrungen mit der Inflation gemacht, und so hat solch eine Inflation (kaum verwunderlich) auch das historische s.g. Deutsche Wirtschaftswunder begleitet.
Schöne Grüße
Anmerkung:
Durch die Notenbank finanzierte staatliche Haushaltsdefizite bedeuten automatisch zins- und tilgungsfreie Kredite, und damit quasi staatliche Notenpresse. Auch bei der Notenbank werden dabei lediglich die Zahlen größer, während sich auch dort die Relationen nicht notwendigerweise verändern.
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... in Wirklichkeit ist ... immer alles ganz anders, als es ... in Wirklichkeit ist ...