"Blockieren der Liquidität" ist nicht per se schädlich.

Robert, Dienstag, 22.12.2015, 21:31 (vor 3698 Tagen) @ pigbonds4494 Views

Des weiteren ist dieses "Blockieren der Liquidität", egal ob auf Konten
der "Zocker" oder auf
jenen der "Sparer" per se schädlich. Unternehmen müssen sich nun
anstrengen und dem Konsumenten
etwas besseres bieten.

Hallo

Diese Aussage ist zu einfach. Das kann so sein, muss aber per se nicht so sein.

Unternehmer müssen sich generell mehr anstrengen, je größer die Konkurrenz ist.
Auch bei steigenden Umsätzen finden ja Bruttoanlageinvestitionen statt, da kaum jemand sich „ausruhen" kann.

Hingegen gibt es auch Unternehmen, die langjährige Kredite nehmen und dennoch schlecht wirtschaften (sich also nicht richtig „anstrengen").

Ich bin immer vorsichtig mit pauschalen Aussagen, die plötzlich ein komplexes System erklären wollen.


Auch die Fristen /Fälligkeitstermine spielen eine Rolle. Unternehmerkredite werden, wie schon beschrieben, nach und nach armortisiert, d.h. die Guthaben „haben Zeit".
Die Frage ist, wie lange Guthaben „blockiert" werden müssen, damit diese Blockade deflationär/rezessiv wirkt. Vielleicht dann, wenn es für die Sparguthaben global nicht mehr genug Nachfrage gibt für Investitionen ??

Und nochmal: Ein Auflösen von blockierten Guthaben bedeutet noch lange nicht, dass die Guthaben zu den „richtigen Schuldner" kommen.

Es kann auch ganz anders sein. Griechenlands Banken hätte es zum Beispiel gut getan, wenn die heimischen Sparer dort mehr gespart hätten. (Seit 2000 hatten die negative Sparquoten). Dann wären die Banken dort liquider.
Die Ersparnis der privaten Haushalte ist die wichtigste inländische Geldquelle zur Finanzierung der Anlageinvestitionen, von denen bedeutende Impulse auf das langfristige Wirtschaftswachstum ausgehen.

Die Frage ist also, welche Salden betrachtet man? Die innereuropäischen oder die globalen etc.
Ich bezweifle, dass durch Entsparen in Konsum ein globaler Saldenausgleich stattfindet und sich die Guthabenströme optimal „pulverisieren". Ganz im Gegenteil, wenn die Umsätze gut sind, verleitet das zu Optimismus und Investitionsboom, was die Salden wieder erhöht ??

Ich schließe mich @Calbaer an: „[...]Das einzige was man dem Sparer vorwerfen kann, ist, dass er zu faul oder feige ist, mit mehr Risiko zu sparen, also zu "investieren" und dieses Risiko der Bank aufhalst[...]"

Dem Rest stimme ich zu

Gruß


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