Du driftest ab in den Zahlenwald - Wodurch entstehen Schulden?

Silke, Mittwoch, 23.12.2015, 02:34 (vor 3698 Tagen) @ Robert5036 Views
bearbeitet von Silke, Mittwoch, 23.12.2015, 03:34

Lieber Robert,

danke für dein Eingangsposting, das jetzige und die versprochenen folgenden bisher sympatisch zu lesenden Artikel und ja, hier bist du definitiv besser aufgehoben als im Finanzcrash-Forum.

Ich möchte das Thema hier noch mal vorne an stellen, und wichtige
Argumente möglichst kurz zusammenfassen,
weil der alte
thread
zu unübersichtlich wurde und viele verschiedene Aspekte bzw.
Perspektiven sich vermischt haben, so dass man schnell den Überblick
verliert.

@Ashitaka: "In kleine Stücke teilen und gemeinsam bearbeiten"
vielleicht als Ergänzung zu @dottores Real-Enzyklopädie verstehen und umsetzen.

Alle alten Diskussionen zu diesem Thema werde ich demnächst nochmal aus
dem Archiv zusammensuchen und zusammenfassend in einen einzigen Beitrag
verlinken. Ziel ist es, einen einzigen Beitrag für das Archiv zu
erstellen, wo sämtliche Aussagen (Thesen und Antithesen) dazu auf ein
Minimum an Wörtern
im Protokollstil reduziert und gegliedert ist,
mit all den dazugehörigen wesentlichen links zu alten Diskussionen. Dann
braucht man zukünftig bei diesem Thema nur noch auf diese Zusammenfassung
verweisen und sich nicht durch sämtliche Diskussionen quälen.

Das kann so nicht gelingen.
Du unterschätzt die Klugheit und den Willen der anderen Foristen des DGF.
Einige haben öffentlich zugängliche Bücher geschrieben.
Andere wurden von ihrer Forumsarbeit frustriert und haben erst nach längeren Pausen weiter machen können.
Alle kämpfen aber immer weiter.
Andere sind weggestorben oder geflüchtet.
@Elli hat das alte Forum gerettet und das neue Forum trotz auch persönlicher Krisen am Laufen gehalten. Danke ihm und Co. dafür!
All die klugen Köpfe haben sich dem Thema von den unterschiedlichen Seiten nähern können. Ein Einzelner hat es aber bisher noch nicht in einem einzigen Post fassen können.

Vorweg:
*Mit Umlaufgeschwindigkeit (ULG) ist hier nicht gemeint, dass
dieselbe Guthabeneinheit schneller im Kreis transferiert wird, sondern dass
Guthaben laufend weiter transferiert werden bis sie auf ein Minuskonto/eine
Verbindlichkeit treffen aber gleichzeitig laufend neue Guthaben entstehen
durch schnellere Neuverschuldung (eventuell staatliches Gelddrucken).

Vorweg: Was ist denn ein Guthaben?
Die Sonne scheint am Tag. Wie kann ich in der Nacht den Sonnenschein gut haben?
Das sind doch zwei unvergleichliche Dinge.
Gleißendes Sonnenlicht um 12.00 Uhr Mittags und die Fackel, die ich um Mitternacht erhebe um mich der Raubtiere zu erwehren.

Dadurch entsteht theoretisch ein verstetigter „Umlauf" von alten/neuen
Guthaben bzw. ein ständiger und beschleunigter Ausgleich von Leistungen.

Theoretisch entsteht hier im Forum eine ganze Menge...
Praktisch entstehen weltweit Schulden, Schulden, Schulden. Das startet alles.
Darum heißt sowohl das Erklärungsmodell unserer Welt als auch die derzeitig in BRD herrschende Gesellschaftsform Debitismus.

Die Verschuldungs- und Tilgungsfrequenz erhöht sich also, anders geht es
nicht außer in „Tauschwirtschaften".

Wenn die Katze wie verrückt um sich herum wirbelt, beißt sie sich in ihren Schwanz.
Satt wird sie davon aber nicht.

Die These der saldenmechanischen Guthabenhasser war, dass eine
zusätzliche staatliche oder private Mobilisierung von (Sicht-)Guthaben
/Schuldendeckungsmittel (aus allen monetären Einkommensarten) bzw.
staatliche Umverteilung (BGE u.a.) derer in die Realwirtschaft (bis zur
„Gaußschen Normalverteilung" der Vermögen), bzw. eine optimalere
„Pulverisierung" der Guthabenströme, dazu führen kann, dass die
Wirtschaft zwar nicht krisenfrei aber bedeutend stabiler funktioniert.

Wirtschaften heißt Krise.

Was vereinfacht ausgedrückt (angeblich) dazu führt:
- Schnellere Reduktion der Schulden aus Vorperioden (wegen Erhöhung der
Umlaufgeschwindigkeit* = ULG) bzw. Kreditvolumen incl. Kosten sinkt -->
Erhöhung der Bonität (erneutes Freiwerden von belastbarem Eigenkapital
bzw. Kreditsicherheiten zu stabilen Preisen) ---> potentielle
Nachschuldner entstehen
- Verhinderung eines gesamtwirtschaftlichen Aufschuldungszwanges (von
steigenden Zinslasten) für Staat und Private ---> deflationäres Absinken
der Geldmenge M3 (durch schnellere Tilgung) wird verhindert durch
Brutto-/Nettoinvestitionen, weil Altschuldner wieder schneller zu
potentiellen Neuschuldner werden bzw. gänzlich neue Schuldner auf dem
Markt erscheinen, weil das Investitionsklima sich verbessert und weil Staat
bei Bedarf „Geld druckt".

Nun mal langsam. Das war zu stürmisch durchgehechelt.

Schnellere Reduktion vorangegangener Schulden führen zu schnellerer Fähigkeit von Neuverschuldung?

Gar nicht mal so falsch.
Fragen:
Woduch entstehen Schulden?
Welche Schulden entstehen primär.
Welche Schulden entstehen nachrangig?
Welche Schulden müssen zwingend bedient werden?
Welche Schulden kann man unproblematisch in den Wind schreiben?
Wodurch verschwinden Schulden...

- Fristenstruktur aller Forderungen verschiebt sich in die Zukunft --->
Verstetigung der ULG --> Annäherung an ein „Perpetuum Mobile".

Never.
Hier sind einige Physikfreaks anwesend, die Dir bei solchen Aussagen wie "annäherndes PT" genau so, wie bei „annähernder VT“ heftig auf die Finger klopfen werden.

- Anpassung der „Geldmenge" ( = Kreditsumme) an das BIP des Vorjahres
durch eine Zentralbank/Staat somit angeblich möglich

Die ZB passt nix an.
Sie reagiert wie es sich für eine gute Staatsagentin gehört.
Sie sieht zu, dass sie möglichst viel Verschuldungswilligkeit der Privaten in „amtlich beglaubigte“ Verschuldung transformieren kann und wenn es die letzte Unterhose eines berühmten Staatsbürgers wäre, dem noch wenigstens die letzten Fussball-fäns Vertrauen=Kredit entgegenbringen würden.

- Verhinderung von Staatsschulden durch Kappung von privaten
Guthaben/Vermögen und bei Bedarf staatliches Gelddrucken

Mensch Robert, Staatsschulden entstehen durch Staat.
Private Verschuldung entsteht durch Private.
Erstere werden nicht bedient sondern hochgebucht, letztere müssen bedient werden sonst bankrottiert der Private.

Damit soll der debitistische Kapitalismus angeblich „gerettet" werden,
was bedeutet, dass große soziale Verwerfungen und Kriege verhindert werden
sollen und die „Fallhöhe" (Schulden/Guthabenschnitt) durch Insolvenz) in
einer konkunkturellen bzw. rezessiven Krise geringer ausfällt.

Nein.
Staat und sein Dunstkreis sollen gerettet werden – immer.
Das ist der Deal in Staat.
Entweder ich bin im Dunstkreis oder draußen.

Das
debitistische Spiel könnte dann ohne große Krisen so weitergehen, bis
sämtliche globale Konsumnachfrage weitgehend gedeckt wäre bzw. die
globale Gesellschaft sich sanft transformiert in irgendein ein anderes
Wirtschaftsmodell

Nix da.
Wo Staat drauf steht, ist auch Staat drin und das bedeutet für die Teilhaber:
Gewalt und
Angst,
und daraus resultierend die sieben Todsünden der Bibelwerfer:
Geiz,
Hochmut,
Wollust,
Zorn,
Völlerei,
Neid,
Faulheit.

Antithesen von allen Autoren aus dem altem thread gesammelt und
zusammengefasst:

- Bankguthaben kann man generell nicht horten.
Gesamtwirtschaftlich sind alle Guthaben bereits irgendwo
spiegelbildlich investiert

Ja.
Was wird also gehortet?
Schuldscheine und Schuldscheinderivate und Derivate von Schuldscheinderivaten.

Kein Guthaben weit und breit...nur Schulden (Debitismus).
Diese verbrieften Forderungen haben nur solange Gültigkeit wie Staat oder eine seiner untergeordneten oder parallel agierenden mafiösen Strukturen existiert.

38,4% auf Bargeld, Spar- und Festgeldkonten (Überlebensnotwendig für
ein noch funktionierendes Bankensystem , ZBG etc.)
28,3% Versicherungen (Geld ist investiert)
11,9% Investmentfonds (Geld ist investiert)
7,8% Rentenwerten (Geld ist investiert)
5,8% Pensionsrückstellungen (Geld ist investiert)
3,9% in Aktien (Geld ist investiert)
3,9% in sonstigen Beteiligungen (Geld ist investiert

Nutzlose Differenzierung - Schuldscheine und Derivate.

- Eingriffe in Geldhaltung verschärft generell die Probleme der
Kreditinstitute

Staat schafft und verschärft die Probleme der MIF's, die es ohne ihn nicht geben würde.

- Einnahmeerhöhung bei Unternehmen führt nicht zwingend zur schnelleren
Kredittilgung bzw.
(schnellere) Mehrfachverwendung von Guthaben verhindert nicht den
Neuverschuldungszwang

Nein.

Anmerkung: führt aber zur schnelleren Entlastung von Altschuldnern,
aber nur, falls diese auch tatsächlich schneller tilgen. Die Mehrzahl wird
es imho tun, um Kosten zu sparen und EK zu erhöhen.

1. Hätte, hätte Fahradkette...
2. Was ist Eigenkapital? Schon immer dar?
3. Opportunes Verhalten gehört zur Spieltheorie dazu.

Bei Auslastung der (Produktions-)Kapazitäten ist die Amortisation
allerdings begrenzt, da Umsatzsteigerung nicht möglich[/i]

Was ist mit der GEZ?
Und mit allen anderen beliehenen Unternehmern oder Staatsbetrieben?
Und mit allen anderen im Dunstkreis der Macht agierenden Unternehmern?

Wenn ich H&K wäre, tät ich den Kauder abstoßen und mir einen besseren parlamentarischen Vertreter kaufen.
Dann klappt es auch mit den G-36 besser.

- Tilgung von Altschulden bedeutet nicht automatisch netto/brutto
Neuverschuldung (neue Investitionsgüter stehen erst mal). Schnellere
Bezahlung führt ergo nicht zu schnellerem Kauf

Natürlich nicht. Wir leben weder in einer "freien" noch in einer "Marktwirtschaft".
Priester (DIW), Propaganda (teutsche Medien) und Popanz (parlamentarische Demokraten) verrichten ihr verheerendes Werk im Sinne der Puppet Masters (Volk und andere Machtwillige die Zentralmachtstrukturen für sich nutzen wollen).

- Guthaben kommen sowieso nicht zu den „richtigen Schuldnern"
(nationale/internationale Leistungssalden

Nein, weil die keine Macht haben können sie sich nicht entschulden.
Das Entschuldungsmittel wird immer durch die Macht definiert.

können zwar teilweise und vorübergehend schneller abgebaut
werden gleichzeitig erhöht sich aber auch die Akkumulation schneller.

Papperlapapp.
Wenn ich Machthalter bin, baue ich dir Schulden auf, dass dir die Ohren schlackern (Mefo-Wechsel oder so) und dass ein neuer WK in‘s Hause steht (WKIII).

Anmerkung: Wenn die Schuldner vor vornherein „schlecht" (kaum oder
nicht wettbewerbsfähig) waren, weil zu hoch gepokert, werden dann
bedeutend mehr schlechte Schuldner gerettet durch erhöhte ULG?

Haste mal ne Flasche Bier.
Kohlepfennig, AKW's, Agrarsubventionen, whatever - es gibt keinen "Markt", und einen "freien" schon gar nicht, sondern seit der Übernahme der „Sozialisten aller Länder“ vor einigen hundert Jahren nur noch PLANWIRTSCHAFT.

- Globale Vermögensdivergenz (belastbares Eigentum) / monetäre
Akkumulation verschärft sich mit Erhöhung der ULG.

Heinsohn möchte als Lebenszeitprofessor nicht an die Machtfrage ran weil das einer ganz persönlichen "Vernichtung der weisen Frauen" gleichkommen würde.

Staaten müssten im
Guthabenhasser-Modell folglich in einer Fiskalunion Einkommen/Vermögen
limitieren (Obergrenze durch progressive Besteuerung) --->
Steuer-/Vermögenszugriff muss international jederzeit und unkompliziert
möglich sein (Alle Staaten müssen demnach kooperieren- Halleluja)

Staaten müssten erst einmal einer volldemokratischen, genossenschaftlichen und gemeindeorientierter Machtstruktur weichen.
Das wollen aber die meisten Interessengruppen nicht:
Reiche gegen Arme wollen Vermögen erhalten,
Alte gegen Junge wollen Renten sichern,
Dienstleister gegen Produktive wollen für Müll bezahlt werden,
Solateure und Windmüller gegen Nichtsolateure wollen ihre Fehlentscheidung von anderen bezahlt bekommen,
usw.

F. Bastiat u.a. schon vergessen?
"Wenn Plündern für eine Gruppe in der Gesellschaft zur Lebensart wird, schaffen sie im Laufe der Zeit ein Rechtssystem, welches dies legalisiert, und einen Moralkodex, der es glorifiziert."
Frederic Bastiat (1801-1850)
„Der Staat ist die große Fiktion, mittelst deren alle Welt leben will auf Kosten von aller Welt". " - zitiert in Karl Braun: Von Friedrich dem Großen bis zum Fürsten Bismarck. Berlin L. Simion 1882.

Kleiner, großer Fingerzeig:
Von Frauen
"Mafia, Staat und Männlichkeit
In dieser Spezialvorlesung wird versucht, Zusammenhänge zwischen Staatsbildung/Staatszerfall und Phänomenen wie Banditentum, Mafia, organisierter Gewalt und Bandenkriegen zu diskutieren. Die Entstehung des Staates aus dem Banditentum sowie der Übergang des erodierenden, zerfallenden Staates in mafiose Strukturen bilden das Kernthema der Vorlesung."
Eva Kreisky (über eine ihrer Vorlesungen)

bzw.:
"So wie sich in mafiosen Strukturen Staatsmomente aufspüren lassen, sind auch in (National-) Staaten mafiose Momente präsent. Sowohl der Staat wie auch die Mafia sind als Institutionalisierungen von Männlichkeit zu sehen, die in einer Ära der Globalisierung und Transnationalisierung entscheidende Transformationen durchmachen."
Eva Kreisky

und:
"Tillys Modell basiert auf der Idee dass "Krieger" durch erfolgreiche Kriegsführung zwangsläufig in die Lage versetzt werden die von ihnen eroberten Territorien, Güter und Einwohner verwalten zu müssen und dadurch von den reinen Kriegsführung abgelenkt werden. Weiters müssen diese Mittel und Wege finden aus dem "Erbeuteten" Ressourcen zur weiteren Kriegsführung extrahieren. Diese Bestrebungen sind die treibende Kraft hinter dem Aufbau von administrativer Infrastruktur. Laut Tilly sind die Staatsbildung und die Transformation also Effekte des Versuches der Nutzbarmachung der beherrschten Ressourcen, nicht ein Ergebnis bewusster Planung."
Eva Kreisky

oder von den Herren der Schöpfung:
"Herrschaft soll die Gewalt begrenzen, aber sie steigert sie bis zum Äußersten. Aus dieser historischen Sackgasse führt kein Ausweg. Das Projekt der Ordnung führte die Menschen mitten in einen unendlichen Fortschritt der Gewalt hinein."
Sofsky

"Das Gerede von"sozialer Gerechtigkeit" indes ist nicht aufzuhalten. Es ist beim Publikum beliebt, obwohl wirkliche Gerechtigkeit großes Wehgeheul auslösen würde. Gerechtigkeit heißt nämlich nicht, daß jeder erhält, was er will, sondern daß er bekommt, was er verdient, daß Gleiches gleich und Ungleiches ungleich behandelt wird.
Vertrauen ist in Fragen politischer Macht ruinös. Es ist ein Kredit ohne jede Chance auf Rückzahlung...
Im Politischen ist Vertrauen pure Torheit. Eine Gegenleistung ist nicht zu erwarten. Man müßte alle Einsichten in die Geschichte politischer Herrschaft verleugnen, wollte man einer Machtelite Kredit einräumen, die es sich zur Berufsaufgabe gemacht hat, über das Schicksal ihrer Zeitgenossen zu bestimmen und sie dafür auch noch zahlen zu lassen.
Dabei liegt es nicht am guten Willen oder dem Fleiß einzelner Personen. Der durchschnittliche Volksvertreter bemüht sich um das, was er für die Interessen seiner Wähler hält. Von seiner Aufrichtigkeit ist er zutiefst überzeugt. Es verhält sich hier wie bei allen selbsternannten Wortführern. Sie meinen für alle, für das Volk, die Nation, das Gemeinwesen zu sprechen, aber sie sprechen zuletzt nur für sich selbst."
Sofsky

sowie:
Es ist FALSCH, daß Staat, Recht und Gesetz nicht ohne Beihülfe der Religion und ihrer Glaubensartikel aufrecht erhalten werden können, und daß Justiz und Polizei, um die gesetzliche Ordnung durchzusetzen, der Religion, als ihres nothwendigen Komplementes bedürfen.
Schopenhauer

oder:
"Folter ist triebhaft und hat den Drang zur Ausdehnung."
Das Fiasko des Strafrechts, Die Zeit 49/2005
Uwe Wesel

auch:
"Der Versuch, verbrecherische Taten [den Staat] zu rechtfertigen, hat möglicherweise schlimmere Folgen als die Tat [der bis dahin zu beobachtende Staat] selbst. [Staatliche] Verbrechen der Vergangenheit zu rechtfertigen [den Staat weiterhin als"gerechtfertigt" anzusehen], bedeutet, den Samen für [seine] zukünftige Verbrechen zu legen.
Tatsächlich ist die Wiederholung eines Verbrechens [des Staates] manchmal Teil der Rechtfertigung [seiner Existenz und seines Treibens]: wir begehen es wieder und wieder [der Staat begeht es wieder und wieder und wir lassen die Staatsmacht wieder und wieder gewähren], um uns selbst und andere davon zu überzeugen, es [der Staat] sei normal und nicht abnorm."
Eric Hoffer
http://www.dasgelbeforum.de.org/ewf2000/forum_entry.php?id=360208

und:
"Der Staat ist ein von den Zwingherren genutztes Legitimationswerkzeug, dass die Herrschaft durch begrenzte Handlungs- und Rechtsräume der Beherrschten sichert."
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=321789&page=0&category=0&or...

oder:
"Herrschergewalt ... ist unwiderstehliche Gewalt. Herrschen heißt unbedingt befehlen und Erfüllungszwang ausüben können. Jeder Macht kann sich der Unterworfene entziehen, nur der Herrschermacht nicht. ... Die mit solcher Macht ausgerüstete Gewalt ist Herrschergewalt und damit Staatsgewalt. Herrschen ist das Kriterium, das die Staatsgewalt von allen anderen Gewalten unterscheidet."
Georg Jellinek, in seiner "Allgemeine Staatslehre"( 2. Aufl. 1905)

schließlich:
"Staat, wo der langsame Selbstmord aller – »das Leben« heißt."
"Und bevor der nicht verschwindet und wir endlich wieder zu kleinen Solidargemeinschaften zurückkehren (van Creveld lesen) ist niemals Ruhe im Karton." PCM

oder:
Der Staat ist die Vertretung von Partikalinteressen. Egal welcher Organisationsform. Willst du keine Partikularinteressen, kannst du keinen Staat wollen.
Mercury DGF

und:
Das Wesentliche ist: Der Staat kann zwingen. Da ist es schon attraktiv, wenn man Einfluss auf dieses Gebilde und dessen Gesetzgebungsverfahren gewinnt. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass die Lobbyistendichte um die Parlamente weit größer ist als die Fliegendichte um einen hochsommerlichen Hundehaufen.
Ralph Malisch
http://www.misesde.org/?p=5460

the lonely...:
„In der heutigen Krise ist der Staat nicht die Lösung des Problems – er ist das Problem.“
Ronald Reagan

...and only:
"Es gibt eine internationale Definition von Terrorismus, welche aber von den USA nicht anerkannt wird, da diese Definition die USA selber zu einem der führenden Terrorstaaten erklärt. Also versucht man seit etwa 30 Jahren, eine Definition von Terrorismus zu finden, der die USA nicht mit einschließt."
Chomsky

und auch:
"Steuern sind Diebstahl, Staat ist kriminelle Vereinigung"
Murray N. Rothbard

„Der Staat ist die mit ursprünglicher Herrschermacht ausgerüstete
Verbandseinheit seßhafter Menschen.“
Georg Jellineks (1914, 183)

sowie:
„states make war and war makes states“
TillyGleichung

oder:
"Gewalt ist eine Macht, die dem Widerstand anderer Mächte übergeordnet ist."
Kant

und:
Macht ist endlich, so lange ihr ein Nein entgegengesetzt und sie mit Gewalt ausgeübt wird. Sie ist absolut erst als Freiheit.
Hegel

Das Original:
„Das zweite Mittel, dessen sich der Mensch bedient, um sich die Güter zu beschaffen, ist die unentgoltene Aneignung durch Gewalt, und zwar durch körperliche Gewalt oder den Mißbrauch geistlicher Gewalt durch Patriarchen und Priesterschaften. Dieses Mittel habe ich als das ‚politische Mittel‘ bezeichnet.
Warum 'politisches Mittel'?
...weil es im internationalen und im intranationalen Leben alle Politik beherrscht.
Der Urtypus aller internationalen Beziehungen ist der Krieg, und der hatte oft genug zwar einen anderen Vorwand, aber wohl kaum jemals einen anderen Grund als die Bereicherung einer Nation auf Kosten der anderen, oder die Abwehr eines solchen Bestrebens. (...)
Vor allem aber beherrscht das politische Mittel auch das wichtigere intranationale Leben durchaus.
Es hat den Staat geschaffen.
Der Staat ist nichts anderes als das politische Mittel in seiner Entfaltung.“
Franz Oppenheimer, Soziologische Streifzüge, gesammelte Reden und Aufsätze, zweiter Band, München 1927, S. 159-187.)

Oder mal aus der Ostkurve:
Jede Armee bedroht Leben und Gesundheit friedlicher Bürger. Dafür gibt es sie. Offiziere, die die Militärakademie abgeschlossen haben, sind professionelle Mörder, oder ist Ihnen das neu? Das sind keine Leute, die auf Paraden Flaggen tragen, das sind Leute, die im Schützengraben andere Menschen umbringen. Das ist der Inhalt ihrer Ausbildung, so wie ich von meiner Ausbildung Jagdflieger bin. So ein schönes Wort, klingt so harmlos. Nehmen Sie das Wort »Flieger« weg, und es bleibt Jagd. Was ist mein Job? Zu jagen und zu töten.
Generaloberst Wladimir Ruban von den Ukrainischen Streitkräften über die Lage in der Ostukraine
Ruban hat als Generaloberst den gleichen militärischen Rang wie der Verteidigungsminister.
http://www.jungewelt.de/2014/08-22/024.php

Oder von Schriftstellern:
“Vaterland nennt sich der Staat immer dann, wenn er sich anschickt, auf Menschenmord auszugehen.”
Friedrich Dürrenmatt

und:
„Die Macht ist die organisierte Gewalt, die Verbindung von Werkzeug und Gewalt. Die Welt ist voll von Gewalten, die nur ein Werkzeug suchen, um Mächte zu werden. Wind und Wasser sind Gewalten; in Verbindung mit einer Mühle oder Pumpe, die ihre Werkzeuge sind, werden sie Macht. Das Volk ist Gewalt, die Regierung Werkzeug; aus der Vereinigung beider konstruiert sich die politische Macht.“
Antoine de Rivarol

Oder von anderen Ökonomen:
Aus ökonomischer Sicht handelt es sich beim Staat um eine parasitäre Verbrecherbande. Das Vermögen wird auf Kosten der „Ausgebeuteten“ in Richtung der „Ausbeuter“ umverteilt. Alle anderweitigen Auffassungen stammen von Leuten, die bestenfalls nicht die geringste Ahnung davon haben, wie die Wirtschaft funktioniert, oder Sie schlimmstenfalls als Steuersklave auspressen wollen
Murray Rothbard, „Power and Market“, 1970

- Nur Kredit führt zu BIP-Wachstum, nicht die Bezahlung

Wenn ich Dir Kredit einräume, führt das gesamtgesellschaftlich zu garnichts.
Wir müssen erst über die GB#s zur ZB schleichen um den Kredit zu verbriefen und zu beurkunden - von der Macht absegnen lassen gegen Steuern (ZB-Zins).

- Es gibt gesamtwirtschaftlich keine „freiwilligen Nachschuldner"

Nachschuldner ist keiner freiwillig.
Er handelt aus seinen Zwängen heraus.

- Sachwerte (in Preisen) entstehen aus Schuldsummen. Sinken diese, sinken
teilweise auch die Sachwertpreise (sinkende Beleihungsmöglichkeit).
Mehrwertrealisation des Einzelnen heißt Cash-Verlust des Anderen ---> wir
müssen für ein Maximum an (Zwangs-)Schuldner dankbar sein

Weil die sich Verschuldenden über uns Zwangsverschuldete durch die nach uns Zwangsverschuldeten vom Bankrott fern gehalten werden...

Anmerkung:: Bleiben die Preise der Kreditsicherheiten durch die
erhöhte ULG (schnellerer Leistungsausgleich) nicht stabil? (Steigen
können sie gesamtwirtschaftlich allerdings nicht).

Nein.
Preise werden zuerst durch Staatsmacht definiert.
Z.B. heute Verbot von Ökoschleuder "Dieselauto" in das BGBl. gestimmt.
Morgen sind alle TDI's wertlos, egal ob neu oder gebraucht, effizient oder nicht.
Fähigkeit zur Preisgestaltung wird zediert durch Machtzedierung.
Ich kann Preise nur setzen, wenn ich Macht am Markt habe und nicht wenn ich ein cooles Produkt habe.
So schnell kann ich garnicht gucken, wie mein Produkt nicht mehr meins ist weil ein anderer plötzlich ein Patent darauf hält oder Chinesen und andere es einfach kopieren, sich die Vorfinanzierungskosten sparen und damit billiger als ich anbieten können.

Das Problem sind die steigenden Preise bei den Gewinnern. Das würde nach
obigen Modell aber zu Steuererhöhungen führen, um das Gleichgewicht
wieder herzustellen ---> Vermögens-/Einkommenslimitierung durch zu hohe
Steuern führt aber zu weniger Neuverschuldung? (Return of Investment
sinkt?) --> sinkende Geldmenge?[/i]

Folge den Machtverhältnissen und -strukturen.
Auch für dich noch einmal die unnachahmliche Gedankenstütze vom
@dottore:
"Macht, Staat, Zwang und Abgabe und deren Finanzierung muss den property rights und ihren wirtschaftlichen Ergebnissen sowohl historisch als auch theoretisch voraus gehen. Oder schlicht: Macht vor Steuern, Steuern vor Einkommen."

und formvollendet:
Die Realität ist nicht:
Wirtschaften -- Geld, Preis und Zins -- Macht -- >Abgaben -- weiter Wirtschaften.
Sondern: Macht -- Abgaben -- Geld -- Wirtschaften mit Geld und Preis und Zins.
(Zitat: Debitismus Seite 30) http://www.dasgelbeforum.de.org/sammlung/Debitismus-PCM.pdf

- Nachschuldnerzahl sinkt generell in „gesättigten" Volkswirtschaften
---> Konsum-/Investitionsbereitschaft nimmt ab ---> ULG kann nicht aufrecht
erhalten werden (Im Moment noch durch immer mehr steigende Staats- und
Landesbürgschaften). Dadurch sinken auch die Steuereinnahmen --->
dottores Tsatsiki-Effekt.

Doch, doch, da hat Staat schon einige Pfeile im Köcher.
Die werden aber erst ausgepackt, wenn es richtig eklig werden soll.

Anmerkung: Das Problem wird gegenwärtig zusätzlich noch(!)
kompensiert durch externe Wachstumsmärkte (Schwellenländer).

Nennt sich "Externalisierung der Nachschuldnerproblematik".
Ich baue Waffen und andere erschießen sich damit in "weit, weit weg", bezahlt mit Rohstoffen aus „weit, weit weg“, geschürft mit Arbeitskräften in „weit, weit weg“, besichert mit Despoten in „weit weit weg“ mit ihren Söldnern in „weit, weit weg“.

Wie lassen sich die Thesen und Antithesen noch zusätzlich durch
empirische Fakten untermauern?

Your choice...

Liebe Grüße
Silke


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.