Für die einen eine "Trivialität" für die anderen der Stein des Weisen

pigbonds, Dienstag, 22.12.2015, 20:33 (vor 3697 Tagen) @ Beo24530 Views

Na Du bist mir ein Oberschlauer, mir mit solcher Trivialität zu kommen!
Was habe ich denn geschrieben (?):

Des einen Stein des Weisen ist die Trivialität des anderen. Dass es nicht so
trivial ist, beweisen einschlägige Wirtschaftspublikationen immer dann, wenn von
"Geld fliesst in Aktien", "Geld fliesst ins Gold", etc. geschrieben wird.

Also, das Geld, die Liquidität der Börsenzocker verbleibt in der Summe,
wennauch häufig hin und her überwiesen, auf deren Girokonten, um damit
weiter!, d.h. "relativ dauerhaft" an den Börsen zu spielen
. Das meinte
ich mit "wo es als Spielgeld dauerhaft verbleibt" .. nämlich gehortet auf
den Girokonten.

Auch die Zocker haben Rechnungen zu bezahlen. Es wird dann einfach hin zu "den
Ärzten" oder anderen überwiesen, die konsumierbare Dienstleistungen oder Produkte
verkaufen.
"Konsumierbar" in dem Sinnne, dass weder Dienstleistungen noch Produkte in einer
Bilanz aktiviert werden könnten.

Dieses Guthaben verschwindet einfach nie, ausser, es wird ein Kredit damit getilgt.

Dem bezogenen Aktienunternehmen fließt dabei kein Cent zu.


Genau. Die Liquidität "fließt" also vom Girokonto des Börsenzockers
nicht (direkt oder vermittelt) aufs Konto eines Unternehmers der
Realwirtschaft, sondern zu einem anderen Börsenzocker, d.h. weder in
Konsumausgaben noch in realwirtschaftliche Investitionen.

Das ist das Wesen des Sekundärmarktes, ohne diesen es keinen Primärmarkt
gäbe.
Den Primärmarkt findest Du z.B. hier:
https://www.investiere.ch/invest

Wie Du auch weisst, fliesst da das Guthaben vom "Investor", der dafür Aktien
des Unternehmens erhält, nicht etwa auf das Konto des Unternehmers sondern auf
jenes seines Unternehmen, das noch nicht in der Lage ist, Kreditgeschäfte zu
tätigen, weil entsprechende Sicherheiten fehlen.

Solche "Investoren" sind aber auch schon "Zocker", denn sie spekulieren darauf,
in 5 - 15 Jahren diese Aktien extrem profitabel verkaufen zu können.

Ohne das Vorhandensein des Sekundärmarktes der "kurzfrist Zocker", würde es kaum
"langfrist Zocker" geben.

Das ist schlecht
für die Realwirtschaft, welche just diese Liquidität per Kreditaufnahme
in Umlauf gebracht hatte und nun auf entsprechende Einahmen (im Einzelfall
vergeblich) wartet.

Nicht falsch, aber mit dieser Wertung eben nicht ganz richtig.

Diese "Realwirtschaft" gibt es deshalb, weil Unternehmer oder Investoren über den
Primärmarkt dem Unternehmen Kapital zur Verfügung gestellt haben. Erst der Einsatz
dieses Kapitals erlaubt, dass ein kapitalintensives Unternehmen überhaupt kreditwürdig werden kann.

Beispiel: Unternehmen raised eine Million und kauft dafür ein Grundstück. Dieses Grundstück
kann das Unternehmen nun im Kreditgeschäft mit einer Bank als Sicherheit einsetzen, um eine
weitere Million zu erhalten.

Des weiteren ist dieses "Blockieren der Liquidität", egal ob auf Konten der "Zocker" oder auf
jenen der "Sparer" per se schädlich. Unternehmen müssen sich nun anstrengen und dem Konsumenten
etwas besseres bieten.

An diesem Misstand sind allerdings die meisten
Unternehmer selbst als Börsenzocker "dauerhaft" beteiligt.

Erstens ist das Vorhandenseins eines Sekundärmarktes kein Missstand und zweitens ist nicht
wirklich der Fall, dass die meisten Unternehmer selber zocken. Unternehmer sind meist "reich" ob der
Bewertung ihrer Anteile an ihrem Unternehmen - Cash haben die meisten eher wenig.

Es ist eine Minderheit der Unternehmer, die es sich wirklich leisten kann, zu zocken.

Wer wirklich zockt, sind ex-Unternehmer, die ihr Unternehmen erfolgreich verkauft haben, sei es in
den Sekundärmarkt oder an ein anderes Unternehmen.

Weil solche ex-Unternehmer weiterhin an Unternehmen interessiert sind, treten sie oft als Business
Angels auf, wo sie im Verbund mit anderen Angels jüngeren Unternehmern mit Kapital und Know-How helfen.

Ohne einen Sekundärmarkt, wo Investments zwar riskant, aber immer noch viel weniger riskant als im
Primärmarkt sind, gäbe es diesen Primärmarkt gar nicht.


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