Herrje, oh jemine.. eijeijeijeijei (würde Dieter Bohlen jetzt sagen)

Robert, Dienstag, 22.12.2015, 18:45 (vor 3698 Tagen) @ Beo25065 Views
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 22.12.2015, 19:06

Mit Umlaufgeschwindigkeit (ULG) ist hier nicht gemeint, dass

dieselbe Guthabeneinheit schneller im Kreis transferiert wird, ...

Eben, solchen Unsinn behauptet auch Niemand, sondern:

Hier ein Zitat:
https://de.wikipedia.org/wiki/Umlaufgeschwindigkeit_(Geld)

"Die Umlaufgeschwindigkeit (auch Umschlagshäufigkeit) des Geldes ist die
Häufigkeit, mit der die vorhandene Geldmenge innerhalb eines Jahres
durchschnittlich umgesetzt wird ..."
"Da es verschiedene Konzepte der gesamtwirtschaftlichen Geldmenge
gibt, unterscheiden sich die verschiedenen Formen der
Umlaufgeschwindigkeit
auch nach dem benutzten Maß für die Geldmenge.
Mit als Abkürzung Y für das nominale Bruttonationalprodukt, M1,
M2 und M3 für die verschiedenen Arten der Geldmenge und mit V1, V2 und V3
für die zugeordneten Umlaufgeschwindigkeiten gilt jeweils V(i) = Y
geteilt durch M(i)
."

Das ist neoklassich angehaucht.

Meine Definition ist korrekter. Denn M1 ist während des Jahres keine homogene Menge, was hier impliziert wird) sondern sinkt laufend durch Tilgung und erhöht sich wieder durch new credits.
Das muss mit einbezogen werden. Da reicht auch nicht der Zusatz: „beliebige Geldmenge", die mit dem ULG-Faktor 2,3 etc. BIP erzeugt, weil es impliziert, dass die Verschuldungsprozesse keine Rolle spielen und Geld irgendwie da ist und schneller oder langsamer umlaufen kann.

Die ULG wird heute mWn immer noch im Sinne der Quantitätsgleichung gebraucht, die aber keiner mehr braucht. (Außer die Neoklassiker). Ich habe den Begriff auch nur verwendet, um eure Thesen darzustellen bzw. zu falsifizieren.

Ein weiteres Zitat:
https://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Service/Glossar/_functions/glossar.html?....

"Die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes gibt an, wie oft eine Geldeinheit
pro Periode durchschnittlich zur Bezahlung von Gütern eingesetzt wird.
Quantitativ beschreibt sie das Verhältnis zwischen dem nominalen
Bruttoinlandsprodukt oder einer anderen, den gesamtwirtschaftlichen
Güterumsatz messenden Größe und einer Geldmenge – typischerweise M1
oder M3."

Die BuBa ist selbst eine lernende Institution und kam bis jetzt immer zu spät.
Ich erinnere nur an den Unsinn mit der multiplen Geldschöpfung, was dann korrigiert wurde und nun endlich das neue Schülerheft
Die meisten Akteure dort sind nun mal neoklassisch indoktriniert.
Für mich ist sie von daher keine Autorität


Es ist nun mal so, dass ein Guthaben per anno mehrere Transaktionen vollziehen kann oder nur eine und dann durch Tilgung teilweise oder ganz verschwindet. Wobei Tilgung nicht unbedingt bedeutet, dass sich durch die Erhöhung der Bonität dann eine Neuverschuldung ergibt.

Von daher hatte ich das in meine Definition mit einbezogen. Alles andere ist neoklassischer Quark und unnötige Verkomplizierung. Es macht wenig Sinn, mit irgendwelchen durchschnittlichen Geldmengen zu hantieren und davon im Sinne der Quantitätsgleichung etwas tautologisch ableiten zu wollen.

Zumal auch entscheidend ist, wohin Geldströme gehen in der (globalen) Realwirtschaft. Die Geschwindigkeit ist weniger wichtig. Die optimale „Pulverisierung" der globalen Guthabenströme existiert aber nur in theoretischen Modellspielereien

sondern dass Guthaben laufend weiter transferiert werden bis sie auf ein

Minuskonto/eine Verbindlichkeit treffen aber gleichzeitig laufend neue
Guthaben entstehen durch schnellere Neuverschuldung (eventuell staatliches
Gelddrucken).

Nix "aber", sondern (siehe oben):

__ 1) Unter ULG wird die ANZAHL der Transfer mit einer beliebigen
Geldmenge verstanden, " bis sie auf ein Minuskonto bzw. eine
Verbindlichkeit trifft" und getilgt wird. Und noch besser:
__ 2) Die ULG, volkswirtschaftlich betrachtet, bezieht sich immer auf eine
bestimmte, sinnvoll gewählte Geldmenge; und das ist die
(durchschnittliche) Geldmenge M1, M2 und M3. Wir haben hier also gleich 3
verschiedene ULG'en und sie werden wie folgt berechnet:

Wie gesagt. Sieh zu und lerne endlich nach so vielen Jahren im Gelben

BIP geteilt durch (durchschnittliche) M1 bzw. M2 bzw. M3

Wichtig ist weiter folgendes: Die ULG-V1 (d.h. von M1, der vorhandenen
Liquidität von Nichtbanken) sank seit 1995 vom Faktor 4,5 auf ca. 2 heute
(anno 2015)
- wie auch hier (und anderswo) zu sehen ist:

Quelle: http://www.luk-korbmacher.de/Schule/VWL/vwl09f.htm

hihi.. den letzten Absatz von Kreutzer hast du überlesen.

„Eine beachtenswerte Geldtheorie von Egon W. Kreutzer (Lebensdaten unbekannt) beruht auf der Betrachtung der sich hinter Zahlungsvorgängen verbergenden Vermögensänderungen. Danach gibt es keinen Geldkreislauf, denn das Geld "... wird bei Bedarf geschaffen, verweilt danach für unbestimmte - meist sehr kurze - Zeit in einem kleinen Ausschnitt des Wirtschaftskreislaufes, bis es sich durch einen 'zufälligen' Tilgungsvorgang für einen beliebigen Kredit definitiv auflöst oder bis es durch Sparen zu Geldvermögen gerinnt ..."

Obwohl diese Erkenntnis nicht von ihm ist [[zwinker]]

Zwischen 1980 und 1995 lag sie nahezu konstant beim Faktor 4-4,5. In den
Boomjahren bis 1980 stieg sie kontinuierlich. Das bedeutet: Die
vorhandene Geldmenge (Geldguthaben) wird seit 20 Jahren immer länger
zurückgehalten (wo und wie auch immer), bevor sie realwirtschaftlich
(BIP-wirksam) ausgegeben wird. Das ist schlecht für die
Realwirtschaft
, welche diese Geldmenge(n) ja durch Vorfinanzierung
ihrer Produktion (Kredite) in Umlauf bringt, und hat selbstverständlich
zum steten Absinken der BIP-Wachstumsrate geführt.

Das ist kausal betrachtet alles viel komplexer, wie hier zig mal dargestellt wurde.
Sehe wenig Sinn in ständiger Wiederholung Deiner vereinfachten Thesen.

Zumal wir auch Boomjahre hatten weit nach 1980, weil halt durch das moderne Bankenwesen/Finanzmarkt aber auch durch die Schwellenländer und neue Wachstumsmärkte ein Investitionsboom entstand.
Dadurch entstehen natürlich immer mehr Guthaben, die aber nicht alle sofort verkonsumiert werden müssen, denn Invest-Kredite kommen nicht nur aus dem Konumgütersektor.

Es gibt viele andere Gründe, warum das BIP-Wachstum in alten Volkswirtschaften nachlässt. Es ist viel zu vereinfacht, dass auf eine neoklassische Kennzahl zu reduzieren (vgl. die anderen Argumente im Beitrag bzw. die Diskussionen hier im Gelben)

Nun sind wir bei 0% Wachstum angekommen und die ULG in DE bzw. in der EU
sinkt weiter. Stetes Absinken der ULG über einen langen Zeitraum
bedeutet also einen Abmarsch in die Rezession - wie auch hier klar zu sehen
ist
:

Nach einem Investboom folgt eine Bereinigung. Absinken der ULG ist nur ein Symptom, du versuchst es aber als Ursache darzustellen, was dir bis jetzt hier argumentativ nie gelungen ist.
Zumal die Rezession verschiedene Ursachen hat, wie zum Beispiel Bereinigung von Fehlinvestitionen.
(Vgl. Griechenland. Dort wurde mit Hilfe des Staates überinvestiert).
Wichtig ist auch, wohin überhaupt Geldströme gehen. Eine Kennzahl wie die ULG bringt hier nicht weiter.

Dadurch entsteht theoretisch ein verstetigter „Umlauf" von alten/neuen

Guthaben bzw. ein ständiger und beschleunigter Ausgleich von Leistungen.

Wodurch? Das Absinken der ULG muss gestoppt und deren Höhe sollte dorthin
befördert werden, wo sie in relativ boomenden VoWirtschaften gewöhnlich
liegt, nämlich beim Faktor 4-6, falls Wirtschaftswachstum überhaupt
gewünscht wird. Die ULG kann allerdings nicht in beliebige Höhe getrieben
werden und das wäre auch nicht sinnvoll.

In jungen Volkswirtschaften ist die ULG immer höher. Diese Zahl lässt sich ergo nicht auf Europa so einfach übertragen

Die These der saldenmechanischen Guthabenhasser war, ...


"saldenmechanische Guthabenhasser" .. sehr schön demagogisch formuliert.
Du findest ja wieder zu deiner gewohnten Sprache und zu deinen
NLP-Tricks zurück, nun auch in diesem Forum
! Wer also eine
(variable) Guthabensteuer befürwortet, ist für dich ein
Guthabenhasser!?
Und wer eine Erhebung von Einkomensteuer für richtig
hält, ist dann ein Einkommenhasser?
Und zugleich eine demagogische Assoziation mit der Saldenmechanik! Du bist
ein Meister deines Faches, nämlich der Demagogie. Demagogen brauchen auch
sehr viele Worte.

Hihi... da bist Du doch nicht anders (vgl. Deine Beiträge, von Polemik nur so durchzogen) Mal wieder typisch für Dich, das als Argument zu bringen und auf einem Auge blind zu sein :-)

Zu Saldenmechanik gleich etwas mehr ...

Nein, bitte nicht mehr, du wiederholst dich doch nur noch. Viele Argumente beziehst du erst gar nicht ein, die hier im Gelben erarbeitet wurden

Bankguthaben kann man generell nicht horten.


Aber sicher kann man Bankguthaben (nicht nur) auf dem Girokonto horten
(akkumulieren)
; z.B. als Spielgeld für die Zockerbörsen. Oder einfach
nur, wenn es keine ausreichenden Zinsen auf Geldanlagen gibt usw.. Es gibt
viele Gründe dafür.

Dazu auch dieser thread wo das schon diskutiert wurde

Horten ist ein beschränkter Begriff der neoklassischen Zweiteilung in Waren- und Geldwirtschaft

Gesamtwirtschaftlich sind alle Guthaben bereits irgendwo

spiegelbildlich investiert[/u]

38,4% auf Bargeld, Spar- und Festgeldkonten (Überlebensnotwendig für

ein noch funktionierendes Bankensystem , ZBG etc.)

28,3% Versicherungen (Geld ist investiert)
11,9% Investmentfonds (Geld ist investiert)
7,8% Rentenwerten (Geld ist investiert)
5,8% Pensionsrückstellungen (Geld ist investiert)
3,9% in Aktien (Geld ist investiert)
3,9% in sonstigen Beteiligungen (Geld ist investiert)


So so, "Geld ist investiert"; fragt sich nur wo: Ja, es ist
"investiert" an den Zockerbörsen, wo es als Spielgeld dauerhaft verbleibt,

Nein. Das sind dynamische Prozesse. Guthaben fließen laufend rein und raus in den Finanzmarkt. Da verbleibt nichts dauerhaft. :-)

weit fernab der Realwirtschaft[/b]. Was glaubst Du, mit wessen Geld die
gigantischen Tagesumsätze an den Börsen erzeugt werden?

Durch HFT und Hebelkredite ( z.B. von Hedgefonds) erhöht sich die ULG, was logischerweise die Preise dort anhebt. Das sollte man schon als Basiswissen voraussetzen nach solanger Zeit im Gelben

Genau dort
tummeln sich diese Versicherungen, Renten- und Investmentfonds

Ach iwo. Versicherungen und Rentenfonds zocken nicht mit Handelsbuch. Die legen langfristig an (Anlagebuch), was übrigens auch auf die Mehrzahl der Kreditinstitute zutrifft.

und genau
dort "realisieren" sie ihre Gewinne .. dank der nicht versiegenden
Geldschwemme von den Zentralbanken, welche indirekt zur Aufblähung der
Privatguthaben (Geldvermögen) führt, neben anderen Faktoren. Dort rotiert
das "investierte" Geld mit sehr hoher ULG, d.h. wechselt fast täglich den
Besitzer, hin und her, und dann wieder zurück!

Richtig mit hoher ULG (Hochfrequenzhandel). Die Geldströme der Guthaben laufen aber nicht nur einseitig

Eine Preisfrage: Wenn eine Aktie den Besitzer wechselt, wieviel
wird dadurch in der Realwirtschaft investiert? Richtige Antwort: Gar
nichts, nämlich per Saldo!

Das sind doch alles Binsenweisheiten. Damit punktest Du hinsichtlich Deiner Thesen nicht.

Der Käufer übernimmt einfach die
Anteile/Beteiligung des Verkäufers. Das Geld hat nun der Verkäufer, der
wieder Ausschau nach einer neuen "Investition" hält. Vielleicht kauft er
dieselbe Aktie eine Woche später zurück usw.. Dem bezogenen
Aktienunternehmen fließt dabei kein Cent zu.
Da haben wir ja wieder die "ach so triviale" Saldenmechanik der
Guthabenhasser. Sie ermöglicht erst, die VoWi zu verstehen. Das musst Du
noch lernen.

Mit Gruß, Beo2


Was muss ich lernen? Ich weiß nur, dass die Realität nicht so trivial ist, wie Du es hier darstellst.
Und selbst Zockerfonds investieren breit gestreut mit ihren Beteiligungen. Es ist sogar so, dass Zockergewinne Verluste aus riskanten Investitionen in die Realwirtschaft kompensieren können. Das ist alles viel komplexer als Du denkst und weißt.

Der Finanzmarkt entzieht dauerhaft keine Liquidität sondern schafft auch welche.

Gruß


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