Nicht helfen, sondern Chaos verursachen, damit niemand dort leben kann
Du schreibst, dass sich im Nahen, mittleren Osten "Die Spirale aus eigenen
Antrieb, seit Menschengedenken dreht".Ich denke, dass das grundfalsch ist. Der Westen dreht dort, um
Regime-Changes hin zu US-gesonnenen Juntas durchzuziehen - um Menschenrechte ging es nie.
Da wurde in der Tat nachgeholfen:
"Gesteuertes Chaos: Damit der Platz beim Abzug nicht von Konkurrenten besetzt werden kann
Das ist eine direkte Analogie. Die USA haben vor, Afghanistan zu verlassen, aus dem Irak sind sie abgezogen …
Die Ergebnisse des Nato-Gipfels in Chicago am 20. und 21. Mai 2012 haben gezeigt: Im direkten Sinne werden weder die USA noch die Nato den Nahen Osten oder Afghanistan wirklich verlassen. Nicht deshalb sind sie ja schliesslich dahin gegangen. Allerdings müssen sie dort im bisherigen Sinne «heraus», das Führungsmodell dort wird ein anderes. Und das ganz einfach, damit der Platz nicht von den Konkurrenten besetzt wird, nämlich von der EU und vor allen Dingen von China. Das ist der Sinn hinter diesem neuen Modell der Steuerung der Region: gesteuertes Chaos. Einen besseren Kandidaten dafür, dieses Modell zu implementieren und aufrechtzuerhalten, als die Islamisten, die «Kettenhunde der Globalisierung auf amerikanisch», kann man sich gar nicht vorstellen."
Der Teufel kommt vielleicht bald auch zu uns, weil wir bei den
Regime-Changes da unten mitgemacht haben, weggeschaut haben, wenn es um
(Drohnen-)mord geht oder als westlicher Verbündeter imperiale
Destabilisierungspolitik mitgetragen haben.
Die Opfer unserer Angriffs-Kriege sind ja schon da, und der Teufel ist bereits unterwegs:
"Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte."
Martin Niemöller
Das ist mehr als traurig.