Das geile Geld
Guten Abend Phoenix5,
ich sehe, dass Du Deinen Spengler gelesen hast (und wohl nicht nur den) und will daher im folgenden versuchen, möglichst intelligent auf Deine Ausführungen einzugehen. Ad rem also.
Mal schauen – triff deine
Unterscheidung
;)
Ich beuge mich dem Formgeber Phoenix5 - noch!
Ja, aber versuche doch mal den Feminismus im arabischen Raum mit dieser
Intensität zu implementieren. Du kannst dafür Geld hineinbuttern ohne
Ende, du kannst ihn mit drakonischen Strafen erzwingen und er wird dennoch
auf die Menschen dort immer nur als eine Form der Fremdbestimmung und
Fremdherrschaft wirken – wohl weit über 7 Generationen hinaus und bei so
einer Zeitspanne kann viel dazwischen passiert. Im mildesten Fall geht
einfach das Geld aus, um die Ideologie weiter zu forcieren. Wie oft sind
christliche Missionare bei Stämmen gescheitert und wo hat sich das
Christentum gewaltsam nur dort einnisten können, wo es mit dem
althergebrachten Glauben verschmolzen ist, anstatt ihn zu verdrängen? Wie
oft haben die Besatzer in der Geschichte den Glauben des unterworfenen (!)
Volkes angenommen, damit sie als neue Herren akzeptiert werden?
Da die, die, sollte es sie denn geben, nicht unbedingt "dumm" genannt werden sollten, wissen, welcher Gesellschaft welche Steuerung frommt, werden wir nie Feministinnen (außer ein paar Femen vielleicht) im arabischen oder afrikanischen Raum wie bei uns sehen. Wir sind müde genug für den Feminismus (oder seine jetzige Form).
Der Feminismus als subventionierte Ideologie funktioniert bei uns so gut,
weil die ökonomische und rechtliche Gleichstellung von Mann und Frau
zuerst notwendig war, um den kapitalistischen Zyklus zu verlängern. Das
war überhaupt erst die Basis, auf der man ohne große Aufstände weiter
ideologisieren konnte. Auch Multi-Kulti kannst du nicht einfach erzwingen,
indem du eine Kultur in oder neben einer anderen Kultur ansiedelst. Hast du
dagegen ein spätzivilisatorisches, kapitalistisches Land, mit niedrigem
Nachwuchs, das Einwanderung benötigt, kannst du mit der
Multi-Kulti-Ideologie noch eins draufsetzen, ohne auf nennenswerten
Widerstand zu stoßen – das allerdings auch nur in wirtschaftlich guten
Zeiten und selbst da will das mit der Vermischung einfach nicht so richtig
klappen. Man lebt nebeneinander und toleriert sich, bis die Zeiten
schlechter werden. Dann driftet auseinander, was nicht zusammen gehört,
v.a. wenn es sich um zwei Kulturen einer unterschiedlichen Kulturstufe nach
Spengler handelt.
Da wir sind wir nah beieinander. Es wird zusammengezwängt, was nicht zueinander passt. Die Auflösungserscheinungen dürften in der Krise eine wahrlich "bunte" Republik erzeugen, deren blutroter Farbton manchen heutigen Apologeten von Multikulti staunen machen dürfte.
Zerstören ist leichter als aufbauen und zu erhalten. Länder zuerst über
Jahre oder gar Jahrzehnte zu destabilisieren, Gruppen gegeneinander
aufzuwiegeln und das Land schließlich angreifbar zu machen, ist keine
große Sache. Es niederzubomben auch nicht. Es allerdings dauerhaft, über
Generationen, in Geiselhaft zu halten sehr wohl. Es sei denn, man setzt
jemanden an die Spitze, der für das Volk, wie einer von ihnen wirkt. Dann
aber ist es fraglich, wie lange dieser loyal ist und die Amis haben es
schon oft genug erlebt, dass eine einst loyale Marionette plötzlich ein
Eigenleben entwickelt. Das ist ja auch der Grund, warum Imperien
Staatsdiener an allen Ecken und Enden mit Geldern ruhig halten müssen,
warum sie u.a. überall Militärbasen als Außenposten errichten usw. Damit
diese sich nicht gegen das Machtzentrum verschwören. Die menschliche Natur
ist äußerst wechselhaft und die von Sozio- und Psychopathen sowieso.
Deshalb sind die Amis auch dazu übergegangen ein Land vollkommen
unregierbar zu machen (statt Marionetten einzusetzen) und sich dort nur die
Rohstoffe zu sichern. Die Folge daraus kennt man heute unter ISIS.
Wie man es auch dreht und wendet: Mit dem Streben nach der totalen Macht,
wächst auch die Komplexität und mit ihr sinkt die
Resilienz eines
Systems.
Da gibt es aber gedanklich noch eine weitere Möglichkeit: Nimm eine Gruppe, die sich nirgendwo in der Gesellschaft, in der sie lebt, assimiliert, d.h. immer in einer Sonderposition bleibt, gleichzeitig Reichtum, Wissen und damit auch Einfluss etc. zunehmend gewinnt und eifersüchtig darauf achtet, dass beides zum Wohle der eigenen Gruppe verwendet wird - dann hättest Du - theoretisch - jemanden, der über Jahrhunderte überdauern und florieren kann. Geldgeber und damit Machtermöglicher, aber offiziell nie Machtausüber. Gehasst von der Mehrheit und doch geduldet. Herrschend und doch im Hintergrund bleibend.
In all deinen Beispielen war der Boden für eine Revolution bereits
fruchtbar. Gelder konnten da nur mehr die Stoßrichtung vorgeben. Wenn die
russische Revolution vom Westen finanziert wurde, dann bezweifle ich doch
stark, dass man als Resultat irgendwann Stalin sehen wollte. Und auch die
Geldquellen für den Aufbau von Hitler waren nie von zentraler Stelle,
sondern von verschiedenen Interessensgemeinschaften. Auch Putin wird von
diesen und jenen westlichen Industriellen Gelder erhalten haben, weil sie
sich dieses und jenes erhofften. Das heißt aber im Umkehrschluss nicht,
dass der Westen Putin an leitender Stelle haben wollte. Im Gegenteil:
Gerade bei Putin lässt sich am schönsten sehen, wie eine scheinbare
Marionette der Oligarchen, die Hand beißt, die einen fütterte, daher
kommt ja auch die große Enttäuschung des Westens über Putin, dessen
Hilflosigkeit geradezu grotesk wirkt, wenn man in den westlichen Medien
einen Verbrecher wie Chodorkowski kurz als aufrechten Demokraten und
verfolgten Oppositionellen gegen Putin in Stellung bringen wollte (was
vollkommen in die Hose ging).
Das sehe ich etwas anders. Ich weiss noch zu wenig darüber, aber was ich las (Guido Preparata und Alain Soral) lässt mich vermuten, dass man einfach die genannten als Puppen einsetzte (sowohl Stalin wie Hitler) - und manche Puppe kann sich gegen einen wenden, mit der nimmts dann ein übles Ende (wenn sie denn keine Atomwaffen hat). Aber selbst da (bei der Putin-Puppe, der ehemaligen, wenn sie denn eine war) - vielleicht ist das Spiel noch größer? Möglich - aber ich gebe zu, ich weiss es nicht.
Ein eigenes Thema, das getränkt ist mit Falschinformationen div.
VT-Autoren, was im Umkehrschluss nicht heißt, dass diese Leute keine
Agenda verfolgen. Superreichen Leuten ist oft besonders fad im Kopf,
weshalb das nachhaltige Modellieren einer Neuen Weltordnung für sie zu
einem herausfordernden Hobby wird. Allmächtig sind sie aber auch nicht.
Allmächtig ist niemand (außer dem da oben), aber Reichtum bedeutet halt Einfluss. Je mehr, je besser. Nebenbei: Wieviele superreiche Leute kennst Du denn, dass Du weisst, wie denen im zumute Kopf ist? Dich würde ich gern mal treffen, Phoenix5.
Keine Frage, aber der Zeitgeist muss dabei auch mitspielen, sonst wird das
langfristig nix. Und wie gesagt: Wo die Komplexität wächst, stößt
irgendwann auch der Klügste und Reichste an seine Grenzen.
Es sei denn, er sieht voraus, wo es enden wird - im Chaos. Und positioniert sich entsprechend. Wenn ich doch weiss, als Illuminaten-Debitist, dass alles irgendwann in den Orkus rauscht - dann mache ich doch den Gates und bunkere Samen und anderes auf Island oder ähnliches. Theoretisches Beispiel halt, wie die anderen auch.
In einem hierarchisch strukturierten Herrschaftssystem hast du die Wahl
zwischen Feudalismus, Sozialismus und Kapitalismus. All diese Systeme
scheitern irgendwann – alles ist im Fluss, weshalb auch der superreiche
Bösewicht hier nicht großartig die Wahl hat. Wenn er das tut, was du
vorschlägst: Nämlich immer mit dem Zeitgeist zu gehen und seinen Reichtum
und seine Macht in die jeweils anbrechende Ära mitzunehmen (was einen
Geist voraussetzt, der unserem weit überlegen ist, aber nehmen wir mal an,
es wäre so), dann würde er nichts anderes tun, als jeder von uns tut:
Sich und seine Familie über die Zeiten retten. Er wäre nichts anderes als
ein Krieger in einem sich ständig wandelnden Umfeld, so wie wir alle –
nur auf einem elitären Niveau.
Und da liegt doch der Hase im Pfeffer: WENN es dies gibt, so geschieht es zum Schaden der vielen und Nutzen der wenigen. Und dies gehört sich meiner bescheidenen Meinung nach nicht. Mehr dazu unten.
Die Suche nach dem Himmelreich, hat uns erst in diese Verhältnisse
gebracht. Zaras Stämme hatten kein Himmelreich. Sie wohnten bereits in
einem.
? Du meinst den Versuch, das Paradies auf Erden (und sei\'s auch nur eins der Werktätigen) zu schaffen? Oder meinst Du die Tatsache, dass sich der technologische Fortschritt im Abendland vollzogen hat und dies ein christliches war?
Weil wir zum Mond geflogen sind? Vergleiche unsere Kultur mit Babylon, Rom
oder China. Es ist doch immer das gleiche Schema – nur die Technologie
ist eine andere. Wir wollen Erfahrung? Wir bekommen Erfahrung. Wir wollen
Frieden und Zufriedenheit? Dann müssten wir auf Erfahrung verzichten und
uns in Stämme organisieren (mit natürlich 90% weniger Menschen auf diesem
Planeten). Beides zugleich geht nicht.
Ach ja, Du hast Deinen Spengler gut gelesen. Geld und Blut werden also bald miteinander kämpfen und das Blut gewinnen.... und dann?
Große Verschwörungen, kleine Verschwörungen und doch dreht sich die
Erde weiter.
Dreht sich die Erde weiter, wohl wahr..... ABER: Es hängt von jedem einzelnen ab, wie sie sich dreht, Formgeber Phoenix5. Denn jeder von uns ist eine Welt für sich.
Wisse, wenn in Schmerzensstunden
dir das Blut vom Herzen spritzt:
Niemand kann die Welt verwunden,
nur die Schale wird geritzt.Tief im innersten der Ringe
ruht ihr Kern getrost und heil.
Und mit jedem Schöpfungsdinge
hast du immer an ihm teil.Ewig eine strenge Güte
wirket unverbrüchlich fort.
Ewig wechselt Frucht und Blüte,
Vogelzug nach Süd und Nord.Felsen wachsen, Ströme gleiten,
und der Tau fällt unverletzt.
Und dir ist von Ewigkeiten
Rast und Wanderbahn gesetzt.Neue Wolken glühn im Fernen,
neue Gipfel stehn gehäuft,
bis von nie erblickten Sternen
dir die süße Labung träuft.(Werner Bergengruen, „Die heile Welt“)
Schönes Gedicht, danke sehr. Ich bemühe die Worte eines (nach Spengler) Kindes "in einer fremden, späten und kranken Welt" (Untergang des Abendlandes, S. 814). Bzw. Lukas, 4, 1-13:
Jesus aber, voll Heiligen Geistes, kam zurück vom Jordan und wurde vom Geist in die Wüste geführt und vierzig Tage lang von dem Teufel versucht.
Und er aß nichts in diesen Tagen, und als sie ein Ende hatten, hungerte ihn. Der Teufel aber sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so sprich zu diesem Stein, dass er Brot werde.
Und Jesus antwortete ihm: Es steht geschrieben (5.Mose 8,3): »Der Mensch lebt nicht allein vom Brot.«
Und der Teufel führte ihn hoch hinauf und zeigte ihm alle Reiche der Welt in einem Augenblick und sprach zu ihm: Alle diese Macht will ich dir geben und ihre Herrlichkeit; denn sie ist mir übergeben und ich gebe sie, wem ich will. Wenn du mich nun anbetest, so soll sie ganz dein sein.
Jesus antwortete ihm und sprach: Es steht geschrieben (5.Mose 6,13): »Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.«
Und er führte ihn nach Jerusalem und stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so wirf dich von hier hinunter; denn es steht geschrieben (Psalm 91,11-12):
»Er wird seinen Engeln deinetwegen befehlen, dass sie dich bewahren. Und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.«
Jesus antwortete und sprach zu ihm: Es ist gesagt (5.Mose 6,16): »Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.« Und als der Teufel alle Versuchungen vollendet hatte, wich er von ihm eine Zeit lang.
Schönen Abend
K_v_S
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Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.
Karl Valentin