Eine Gabe mit keltogermanischen Wurzeln?

Taurec ⌂, München, Freitag, 24.07.2015, 09:19 (vor 3834 Tagen) @ azur8651 Views
bearbeitet von unbekannt, Freitag, 24.07.2015, 09:47

Hallo!

Bei Prophezeiungen aus fremden Kulturkreisen stehen wir vor demselben Problem wie mit europäischen:

Über Wissen, das tatsächlich aus "höheren Gefilden" der geistigen Welt stammt, liegt eine dicke Schicht kultureller-religiöser Prägung. Mythen, Sagen, Legenden, Glaubenssätze, Wandermotive, Märchen, dazu ein Anteil platter Fälschungen, die aus Eigennutz formuliert wurden, aber in den Strom der Überlieferung eingegangen sind. Das alles wurde über Jahrhunderte und Jahrtausende weitererzählt, immer wieder anders verstanden, umgedeutet und umformuliert, wirklichen oder erfundenen Personen zugeschrieben. Wir haben mit älteren Prophezeiungen im wesentlichen die menschlichen Vorstellungen vor uns, hinter denen vermutlich irgendwo ein wahrer Kern steht. Eine saubere Trennung zwischen Prophetie und Schauung, zwischen Deutung und Wahrnehmung hat in der traditionellen Welt nicht stattgefunden.

Hinzu kommt aber bei fremden Kulturkreisen eine Barriere. Diese ist:
- Informationsmäßig: Wir leben nicht in der fremden Überlieferung, sondern bekommen gelegentlich einzelne Texte serviert, die mit dem Prädikat "Prophezeiung" versehen wurden. Das macht die Einordnung und Bewertung schwierig.
- Verständnismäßig: Wir stehen auch seelisch nicht in der fremden Kultur, so daß uns einiges, was dort geäußert wird, völlig unverständlich ist. Deutung führt regelmäßig zu systematischem Mißverstehen. Ich habe das mal am Beispiel der Apokalypse durchexerziert.

Mir sind diverse Stellen bei Ernst Jünger im Gedächtnis, an welchen er sich über Schauungen Gedanken macht. Zum Beispiel hier, aus "Autor und Autorschaft":

[image]

Sollte es tatsächlich zutreffen, daß es sich um eine Art der Wahrnehmung handelt, die sich in keltogermanischen Wurzeln erhalten hat, sitzen wir in Deutschland ohnehin an der Quelle.

Dazu paßt, worüber ich mit Bouvier erst gestern wieder sprach: Eine intensive sammelnde, forschende, ordnende und analysierende Beschäftigung mit Prophezeiungen bringen offenbar nur die Deutschen zustande. Andere kommen in der Regel nicht über das Sammeln und eine naive Leichtgläubigkeit hinaus.
Das spricht dafür, daß uns die Sache irgendwie im kulturellen Genom liegt und als Spiegelbild dessen auch im biologischen. Die Begabung wird ja oft familiär weitervererbt. Vielleicht ist in anderen Kulturkreisen doch per se wenig (für uns) brauchbares zu finden.

Gruß
Taurec

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