Oh! Da muss ich aber ein Geständnis ablegen. Das Ist nicht auf meinem Mist gewachsen!
sondern Oswald Spengler.
Nach Oswald Spengler ist eine Verständigung, ein wirkliches Verstehen zwischen zwei Kulturen unmöglich. Jede Kultur hat ihre ganz eigene Weltauffassung, welche völlig verschieden ist von der Auffassung fremder Kulturen, ihre eigene Musik, ihre eigene Literatur und auch ihre eigene Mathematik und Zahlenverständnis. Unendliche und irrationale Zahlen gibt es nur in der abendländischen Mathematik, für das Griechentum und auch die Moslems unverständlich.
Am ehesten sieht man das daran, dass es bis heute fast unmöglich ist, sinnvolle Übersetzungen von einer Sprache in die andere per EDV erledigen zu lassen. Das funktioniert nicht einmal mit zwei so ähnlichen Sprachen wie deutsch und englisch. Das liegt daran, dass kein Wort für sich eine Bedeutung hat, sondern jedes Wort eingebettet ist in eine Wolke von Conotationen, von Zusatzbedeutungen. Und diese Conotationen sind in jeder Kultur verschieden. Erst diese - nicht gesprochenen und auch meist nicht einmal mitgedachten, aber in jedem Fall mitschwingenden Zusatzbedetungen machen erst den sinn eines wortes aus. Und was bereits für einzelne Wörter gilt, gilt für ganze Sätze und Satzbestandteile noch viel mehr.
Und das gilt auch innerhal einer Sprache. Bereits heute ist für uns Goethe oder Nietzsche nur schwierig verständlich, einen Simplizissimus schaffen ir nur mit ausführlichem Erklärungsapparat, und für frühere Zeugnisse deutscher literatur brauchen wir bereits eine übersetzung. Das gild natürlich genau so für das unveränderliche Wort Gottes, die Lutherbibel. Würde heute kein Mensch mehr verstehen, ich glaqube, wir sind mittlerweile bald bei der 100sten verbesserten Ausgabe Gottes angelangt.
Deswegen ist auch eine multikultrelle Gesellschaft per se unmöglich
Meine Tochter stammt aus einem völlig anderen Kulturkreis
Jetzt bin ich aber verblüfft. Ich dachte, die Tochter stammt immer aus demselben Kulturkreis wie die Mutter - mater semper certa?
und hat die
ersten 10-11 Jahre ihres Lebens dort verbracht. Ich habe mich intensiv mit
ihr beschäftigt und sehr viel Zeit mit ihr verbracht. Sie hat heute ihr
Abschluss-Zeugnis von der Berufsschule mitgebracht und ich freute mich
über ein SEHR GUT in Deutsch (es gab auch schlechtere Noten im Zeugnis).Zur Zeit helfe ich ihr bei der Vorbereitung auf eine
Universitäts-Aufnahme-Prüfung. Immer wieder stoßen wir in diesem
Zusammenhang auf die Bedeutung von Sozialisation / Enkulturation /
Attribution". Mir fällt immer wieder auf, dass Selbstverständlichkeiten
in der westlichen Kultur auf einen völlig anderen Boden fallen (bei ihr)
und dass es viele Gespräche benötigt, um eine Annäherung zu finden. -
Sie ist sehr expressiv und kommunikativ und hat viele Freunde. Trotzdem
sagte sie heute wieder, "die" schätzen mich ALLE falsch ein, auch meine
Freunde! Da sie akzentfrei Hoch-Deutsch spricht (besser als viele ihrer
Freunde), haben die meisten Menschen das Gefühl, dass sie "genauso" ist
wie sie selber. Das "Anders-Sein" können und wollen sie wohl nicht
begreifen. Daher sehen sie weder diesen Menschen richtig, noch dessen
REALITÄT. - "Wir" arbeiten daran, dass sie die Fragestellungen in den
Prüfungen richtig interpretiert (trotz hervorragender Deutschkenntnisse),
d.h. "unserer" Kultur entsprechend. Teilweise kam sie mit Aussagen wie: Ich
konnte mir gar nicht vorstellen, dass die eine "so einfache" Antwort haben
wollten.
Wenn sie das interessiert, dann würde ich empfehlen, genau das zu studieren.
Es ist schwierig, soll aber möglich sein, dass ein Mensch innerlich 2 verschiedenen Kulturkreisen angehört.
Mit Sprache allein ist das bei weitem nicht getan.
Ich vermute auch, dass genau dies einer der Gründe ist, die wir hier im Forum mit dem Verständnis Ashitakas haben.
Auf der einen Seite verstehen viele Ashitaka hervorragend - insbesondere Debitismus, Macht, Staat usw. -, und auf der anderen Seite bringt er immer wieder Sachen, wo uns einfach das Verständnis abgeht.
Ich vermute, das sind in Ashitakas eigenem Kulturkreis Dinge, die innerhalb dieses seines Kulturkreises selbstverständlich sind, und nicht vieler Worte bedürfen, und hier gelingt es ihm einfach nicht, sich so verständlich zu machen, dass andere seine Gedankengänge nachvollziehen können.
An der Sprache liegt das dabei auf keinen Fall, weil Ashitaka schreibt hervorragendes deutsch.
Gruß Mephistopheles
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Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc