Menschen sind Menschen und Heuschrecken sind Heuschrecken

Zarathustra, Dienstag, 23.06.2015, 14:10 (vor 3861 Tagen) @ Nonpopulo3442 Views

> Nein, nicht nur sexuell. Ich hätte nicht gedacht, dass Du das nicht

weisst. [/i]


Stimmt, die modernen Psychologen haben den Begriff auf die nicht-sexuelle
Ebene verlagert, damit sie a) noch mehr sinnfreie Diagnosen stellen können
und weil sie b) mit der sexuellen Ebene sowieso nicht klarkommen.

Aber diesem oberflächlich-zeitgeistigen Mindfuck sollte man als
Zivilisationskritiker wirklich nicht folgen. [[zwinker]]

Ja, und Charles Konia hält einen Joseph Lieberman für einen echten Liberalen.
Kein Witz!

Ein kluger Zeitgenosse wendet den Begriff nicht nur auf die eine Ebene an, sondern auf diese und jene.

> > Ausübung von Gewalt dient der Verteidigung oder

Ausdehnung von Macht. Ich hätte nicht gedacht, dass du das nicht
unterscheiden kannst.


Da gibt's nichts zu unterscheiden. Das Prinzip ist das selbe. [/i]


Der Wunsch nach Machterhaltung und -ausdehnung hat nichts mit Sadismus zu
tun.

Oben sprachst Du noch von Machtausdehung, und nun wieder von Machterhaltung.
Ab einem bestimmten Punkt sind Machtausdehnungsbestrebungen eben widernatürlich. Das betrifft sowohl die sexuelle wie auch andere Ebenen der Machtentfaltung. Wenn wir nächstes Mal beim Hinterbänkler sind, schreibst Du das bitte hundertmal an die Wandtafel.


> > Machtstreben ist natürlich.


Nein. Machtstreben über die natürliche Gemeinschaft hinaus ist wider

die

menschliche Natur[/i]


Was meinst du damit: Über die natürliche Gemeinschaft hinaus?

Dass es
Machtkämpfe im Stamm gab, wenn aber aber andere Stämme ihnen in die Quere
kamen, immer alles friedlich gelöst wurde?

Mit 'über die natürliche Gemeinschaft hinaus' meine ich 'über die natürliche Gemeinschaft hinaus';
Machtausdehnungsbestrebungen auf Wildfremde – exzessive, krankhafte Machtausdehnungsbestrebungen wider unsere Natur.


und führte folgerichtigerweise zu exakt jenen

pandemischen Zuständen, die hier hoffentlich niemand mehr ernsthaft
bestreiten will. Es gibt immer Grenzen, und zu behaupten, ein

bestimmtes

natürliches Streben sei nicht krank, egal welche Grenzen

überschritten

werden, ist undifferenziertes Denken.[/i]

Ich glaube du ziehst hier einen falschen Rückschluss. Die Tatsache, dass
die Zivilisation pandemisch ist, bedeutet nicht automatisch, dass sie
widernatürlich ist. Sonst wären z.B. Heuschreckenplagen, die es schon
seit biblischen Zeiten gibt, auch widernatürlich, obwohl die Menschheit
dort noch nicht die Finger drin haben konnte.

Menschen sind keine Heuschrecken. Heuschrecken agieren seit eh und je wie Heuschrecken.
So wie Hausschweine aber keine Schweine sind, so sind Hausmenschen nunmal keine Menschen.
Das kann doch nicht so schwer zu verstehen sein, oder?


> > Dabei leitet sich aller Kampf und alles Machtstreben aus dem
Ur-Willen

ab,

dem Tod weniger ausgeliefert zu sein.


Aber nicht um jeden Preis. Das ist auch der Grund, weshalb in
widernatürlicher Umgebung (Kollektivismus/Paternalismus/Idiotismus)

der

Lebens- und Arbeitswille abhanden kommt. Unzählige entfernen sich aus

dem

Arbeitsprozess und viele auch aus dem Lebensprozess.[/i]


Ja, die Lebens- und Schaffensmüdigkeit ergibt sich aus eben dem Umstand,
dass wir vergeistigte, moralisierende Hoffer und Gerechtigkeitsliebhaber
geworden sind und unsere primäre Aufgabe, für unser Leben und unsere
Werte zu kämpfen, vergessen haben.

Komisch, gell.

Das Widernatürliche ist also nicht die
organisierte Gewalt, sondern die organisierte Nichtgewalt (Moralismus).

Egal, wie Du es zu nennen beliebst. Das Resultat ist eindeutig.

> Ein einzelnes Leben basiert auf dem Leid und dem Tod tausend anderer

Leben. Dass Leben folgedessen überwiegend Leiden ist, ist eindeutig.

[/i]

Leben ohne Leiden ist undenkbar. Es erfüllt einen wichtigen Zweck.

Das ist mir durchaus bekannt. Es ist aber nicht notwendig, dass Du eine Organisationsform, die das Leid maximiert, Dir als TINA einreden lässt.

Stanislaw Lem's gottähnliche Figur des genialen Konstrukteurs Trurl
versucht im Buch "Kyberiade" eine Welt zu bauen, in der es kein Unglück
gibt. Ich empfehle dir, dieses Buch zu lesen, es gibt weitreichende,
philosophische Aufschlüsse darüber, warum Leiden notwendig ist.

> Ja ja, Deine orwellsche Logik, die kenne ich mittlerweile.
Vernichtung ist

Leben, Krankheit Gesundheit und die Widernatur ist die eigentliche

Natur. [/i]

Ich unternehme gerade einen weiteren Versuch, dir zu erklären, warum dem
überhaupt nicht so ist. [[zwinker]]

Leider wieder missglückt. Bitte nachsitzen.

Beste Grüsse Nonpopulo

Beste Grüsse, Zara


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