Sind pandemische Heuschreckenplagen auch widernatürlich?

Nonpopulo, Dienstag, 23.06.2015, 13:24 (vor 3860 Tagen) @ Zarathustra3325 Views

> Nein, nicht nur sexuell. Ich hätte nicht gedacht, dass Du das nicht
[quote]weisst.
[/quote]

Stimmt, die modernen Psychologen haben den Begriff auf die nicht-sexuelle Ebene verlagert, damit sie a) noch mehr sinnfreie Diagnosen stellen können und weil sie b) mit der sexuellen Ebene sowieso nicht klarkommen.

Aber diesem oberflächlich-zeitgeistigen Mindfuck sollte man als Zivilisationskritiker wirklich nicht folgen. [[zwinker]]

> > Ausübung von Gewalt dient der Verteidigung oder
[quote][quote]Ausdehnung von Macht. Ich hätte nicht gedacht, dass du das nicht
unterscheiden kannst.
[/quote][/quote]
[quote]
Da gibt's nichts zu unterscheiden. Das Prinzip ist das selbe.
[/quote]

Der Wunsch nach Machterhaltung und -ausdehnung hat nichts mit Sadismus zu tun. Nur wenige, die Macht besitzen, erfreuen sich daran, wenn andere leiden. Sie erfreuen sich an ihren Gestaltungsfreiheiten, und nehmen dafür in Kauf, denen, die diese Freiheiten einschränken wollen, Leid zuzufügen. Zwischen in Kauf nehmen und sich daran erfreuen ist aber immer noch ein himmelweiter Unterschied.


> > Machtstreben ist natürlich.
[quote]
Nein. Machtstreben über die natürliche Gemeinschaft hinaus ist wider die
menschliche Natur
[/quote]

Was meinst du damit: Über die natürliche Gemeinschaft hinaus? Dass es Machtkämpfe im Stamm gab, wenn aber aber andere Stämme ihnen in die Quere kamen, immer alles friedlich gelöst wurde?


und führte folgerichtigerweise zu exakt jenen
[quote]pandemischen Zuständen, die hier hoffentlich niemand mehr ernsthaft
bestreiten will. Es gibt immer Grenzen, und zu behaupten, ein bestimmtes
natürliches Streben sei nicht krank, egal welche Grenzen überschritten
werden, ist undifferenziertes Denken.
[/quote]


Ich glaube du ziehst hier einen falschen Rückschluss. Die Tatsache, dass die Zivilisation pandemisch ist, bedeutet nicht automatisch, dass sie widernatürlich ist. Sonst wären z.B. Heuschreckenplagen, die es schon seit biblischen Zeiten gibt, auch widernatürlich, obwohl die Menschheit dort noch nicht die Finger drin haben konnte.

> > Dabei leitet sich aller Kampf und alles Machtstreben aus dem Ur-Willen
[quote]ab,[/quote]
[quote][quote]dem Tod weniger ausgeliefert zu sein.
[/quote][/quote]
[quote]
Aber nicht um jeden Preis. Das ist auch der Grund, weshalb in
widernatürlicher Umgebung (Kollektivismus/Paternalismus/Idiotismus) der
Lebens- und Arbeitswille abhanden kommt. Unzählige entfernen sich aus dem
Arbeitsprozess und viele auch aus dem Lebensprozess.
[/quote]

Ja, die Lebens- und Schaffensmüdigkeit ergibt sich aus eben dem Umstand, dass wir vergeistigte, moralisierende Hoffer und Gerechtigkeitsliebhaber geworden sind und unsere primäre Aufgabe, für unser Leben und unsere Werte zu kämpfen, vergessen haben. Das Widernatürliche ist also nicht die organisierte Gewalt, sondern die organisierte Nichtgewalt (Moralismus).

> Ein einzelnes Leben basiert auf dem Leid und dem Tod tausend anderer
[quote]Leben. Dass Leben folgedessen überwiegend Leiden ist, ist eindeutig.
[/quote]

Leben ohne Leiden ist undenkbar. Es erfüllt einen wichtigen Zweck. Stanislaw Lem's gottähnliche Figur des genialen Konstrukteurs Trurl versucht im Buch "Kyberiade" eine Welt zu bauen, in der es kein Unglück gibt. Ich empfehle dir, dieses Buch zu lesen, es gibt weitreichende, philosophische Aufschlüsse darüber, warum Leiden notwendig ist.

> Ja ja, Deine orwellsche Logik, die kenne ich mittlerweile. Vernichtung ist
[quote]Leben, Krankheit Gesundheit und die Widernatur ist die eigentliche Natur.
[/quote]

Ich unternehme gerade einen weiteren Versuch, dir zu erklären, warum dem überhaupt nicht so ist. [[zwinker]]

Beste Grüsse Nonpopulo

--
Mich widern alle Ideologien an, egal ob sie von links oder rechts kommen, sie ignorieren die Natur des Menschen. (Claude Cueni, Script Avenue)

Blue Moon Baby


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